Fenster und Arbeitsflächen

Bei Gnome 3 haben die Fensterleisten keine Knöpfe zum Maximieren oder Minimieren von Fenstern mehr. Die Gnome-Entwickler sind der Ansicht, dass das Arbeitsflächenkonzept von Gnome das Minimieren von Fenstern überflüssig macht. In der Tat kommt den Arbeitsflächen in Gnome 3 eine entscheidende Bedeutung zu: Zwar kennen alle grafischen Benutzeroberfläche das Konzept virtueller Arbeitsflächen, bei Gnome 2, KDE 3 und KDE 4 bleibt es aber Ihnen überlassen, ob und in welchem Umfang Sie diese Technologie nutzen oder ob Sie sich auf traditionelle Weise mit einem Wust geöffneter Fenster auf dem primären Desktop auseinandersetzen und mit Fensterliste oder Exposé-Funktion für Überblick sorgen.

Nutzen Sie dagegen konsequent virtuelle Arbeitsflächen, werden Sie die zusätzlichen Desktops nach kurzer Zeit nicht mehr missen wollen. Gnome 3 nötigt Sie zum Einsatz virtueller Arbeitsflächen, die im Übrigen auch anders funktionieren als unter KDE. So können Sie etwa die Anzahl der virtuellen Flächen nicht selbst vorgeben. Vielmehr erstellt die Gnome Shell virtuelle Arbeitsflächen nach Bedarf dynamisch und entfernt sie auch wieder. Sie finden daher am unteren Ende der Arbeitsflächenliste an der rechten Desktop-Seite immer eine freie Arbeitsfläche.

Sie können übrigens nach Belieben Icons für Programme aus dem Dash oder aus der Anwendungen-Ansicht direkt auf eine freie Fläche im Arbeitsflächen-Umschalter "werfen", um das korrespondierende Programm direkt darauf zu starten. Bei KDE richten Sie die Anzahl der Arbeitsflächen ganz traditionell über den Systemeinstellungen-Dialog im Bereich Erscheinungsbild und Verhalten der Arbeitsfläche mit einem Klick auf Verhalten der Arbeitsfläche ein. Im Dialog Virtuelle Arbeitsflächen können Sie nicht nur die Anzahl der Arbeitsflächen festlegen, sondern auch die Option aktivieren, dass KDE unterschiedliche Plasmoiden auf den einzelnen Arbeitsflächen zulässt. Außerdem aktivieren Sie bei Bedarf im gleichen Dialog im Bereich Bildschirmecken die Funktionen der einzelnen Bildschirmecken wie etwa Dashboard anzeigen, Arbeitsflächen anzeigen oder Fenster anzeigen.

Das Arbeitsflächenkonzept in Gnome 3 überzeugt indes nur im Zusammenhang mit Tastenkombinationen zum Wechseln der Arbeitsflächen, die immerhin so funktionieren wie bei Gnome 2: [Strg]+[Alt]+[Pfeil runter] wechselt zur darunter gelegenen Arbeitsfläche, [Strg]+[Alt]+[Pfeil hoch] zu der darüber liegenden. Außerdem können Sie mit der Tastenkombination [Alt]+[Tab] wie gehabt zyklisch durch die einzelnen Fenster schalten. Der zugehörige Dialog ist in Gnome 3 viel größer als in Gnome 2 und lässt sich bei drückt gehaltenen Tasten jetzt auch mit der Maus bedienen. Außerdem gibt es im Unterschied zu Gnome 2 für jede Anwendung nur noch jeweils ein Icon: Hat ein Programm mehre Fenster geöffnet, erkennen Sie das an einem kleinen nach unten zeigenden Pfeil am Icon. Sobald Sie eine zeitlang darauf verweilen, klappt die Gnome Shell ein Untermenü zum Auswählen des gewünschten Fensters auf.

Kontrollleiste

Gnome 3 präsentiert in der oberen schwarzen Leiste der Gnome Shell ganz rechts das Benutzermenü. Hier können Sie u. a. den Dialog Systemeinstellungen aufrufen, den Benutzer wechseln, sich vom System abmelden oder Ihren Online-Status setzen, den z. B. der IM-Client Empathy automatisch übernimmt. Der Eintrag Bereitschaft verwandelt sich übrigens durch Drücken der Alt-Taste in Ausschalten. Links neben dem Benutzermenü finden Sie Icons für die Einstellungen zur Barrierefreiheit und zur Hardware, wie den Network Manager, die Lautstärkeregelung, Bluetooth-Einstellungen und Informationen zum Füllstand des Akkus. Bei KDE finden Sie Funktionen zum Benutzer, bzw. zum An- und Abmelden oder Verlassen der KDE-Sitzung wie üblich im Reiter Verlassen des K-Menüs. Getreu dem Motto der maximalen Konfigurierbarkeit können Sie aber auch problemlos ein Plasmoid in die KDE-Kontrollleiste einbauen.

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