KDE: Plasma

KDE heißt seit Version 4.4 offiziell KDE Software Compilation (KDE SC). Dessen zentrale mit der Gnome Shell vergleichbare Komponente ist die Desktop-Shell Plasma, die auch die Kernkomponente der KDE-Workspaces ist. Wenn also vom KDE-Desktop die Rede ist, ist damit der KDE Workspace "Plasma Desktop" gemeint. Die neue KDE-Version 4.7 bietet im Vergleich zur in EasyLinux 03/2011 vorgestellten Version 4.6 nur wenig sichtbar Neues an der Oberfläche. KDE 4 entfernt sich allgemein nicht ganz so weit von den klassischen Bediener-Metaphern mit Startmenü, Kontrollleiste, Fensterleiste, virtuellen Arbeitsflächen und Desktop-Apps, wenngleich es dank Plasma auch bei KDE 4 keine Desktop-Oberfläche mehr gibt, die Sie mit Icons und Dateien zukleistern können. Wer so etwas trotzdem tun möchte, kann dazu das Plasmoid Arbeitsflächen-Ordner verwenden (Abbildung 3).

Abbildung 3: Mit Hilfe des Plasmoids "Arbeitsflächenordner" lassen sich bei KDE auch Objekte auf dem Desktop ablegen.

KDE: Aktivitäten

Bereits seit Version 4.4 gibt es auch beim KDE-Desktop "Aktivitäten", allerdings hat der Begriff bzw. die damit verbundene Technologie hier eine andere Bedeutung. Während eine Aktivität beim Gnome-Desktop nichts anderes ist als eine virtuelle Arbeitsfläche, erweitern Aktivitäten unter KDE das Konzept virtueller Arbeitsflächen auf virtuelle Desktops. Eine Aktivität ist darin eine individuelle Zusammenstellung Ihres Wunsch-Desktops mitsamt Themes, Programmauswahl und Einstellungen für einen bestimmten Einsatzzweck. Ein solcher virtueller Desktop lässt sich dann durch Anklicken der zugehörigen Aktivität aktivieren. Allerdings müssen Sie Aktivitäten unter KDE vorher selbst definieren. Plasma stellt lediglich die Oberfläche für die Konfiguration zur Verfügung. Sie erreichen das Aktivitäten-Menü wahlweise über das Kontextmenü des Desktops oder mit Hilfe des Plasma-Menüs in der oberen rechten Bildschirmecke. Die Idee mit den Aktivitäten bei KDE Plasma Desktop ist, dass jeder Anwender seine eigenen Aufgaben mit den zugehörigen Arbeitsschritten definieren kann.

Übrigens sind Aktivitäten in KDE nicht auf Plasma beschränkt. Vielmehr steuert in KDE das Nepomuk-Framework die Aktivitäten im Hintergrund. Der Semantik-Dienst Nepomuk versucht, so viele Informationen wie möglich im gesamtem Kontext des Desktops zu sammeln und diese miteinander zu verknüpfen. Jede Anwendung kann an der Steuerung von Aktivitäten durch Nepomuk teilhaben. Das geht bei aktuellen KDE-Versionen sogar soweit, dass der Fenster-Manager KWin die Sitzungsverwaltung verwendet, um Anwendungen in Abhängigkeit der jeweiligen Aktivität zu starten.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Design-Ziele und Probleme in Gnome 3.0
    In einem harten Schnitt haben die Entwickler bei Gnome 3 mit Gewohntem gebrochen. Welche Ansätze stecken hinter den neuen Techniken, und wie nehmen die Developer die teils herbe Kritik auf?
  • [Update] Gnome 3.0 kommt ohne Zeitgeist und ohne Activity Journal
    Das Gnome-Team hat die Weichen für Version 3.0 gestellt und im Mai beschlossen, welche Module zu Gnome 3.0 gehören sollen welche nicht. Der Status der Gnome-Shell ist noch unklar.
  • Gnome 3.0 verschoben, Gnome 4.0 soll Gnome OS werden
    Die Gnome-Entwickler haben heute offiziell Version 3.0 auf den März 2011 verschoben. Zugleich häufen sich Szenarien, die die Version 3.0 als Entwicklerversion sehen.
  • Gnome-Tipps
    Gnome ist neben KDE die zweite große Desktopumgebung für Linux. In den Gnome-Tipps stellen wir regelmäßig Nützliches und Praktisches für die alternative grafische Oberfläche vor.
  • Tipps und Tricks zu Gnome
    Gnome ist neben KDE die zweite große Desktopumgebung für Linux. In den Gnome-Tipps stellen wir regelmäßig Nützliches und Praktisches für die alternative grafische Oberfläche vor. Seit Ausgabe 01/2012 zeigen wir Tricks für die dritte Generation des Desktops: die Gnome Shell.
Kommentare

Infos zur Publikation

EL 02/17-04-17: E-Mail sicher und komfortabel

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Aktuelle Fragen

Probleme mit der Maus
Thomas Roch, 21.02.2017 13:43, 1 Antworten
Nach 20 Jahren Windows habe ich mich zu Linux Ubuntu probeweise durchgerungen!!! Installation - k...
KWin stürzt ab seit Suse Leap 42.2
Wimpy *, 21.02.2017 09:47, 2 Antworten
OpenSuse 42.2 KDE 5.8.3 Framework 5.26.0 QT 5.6.1 Kernel 4.4.46-11-default 64-bit Open-GL 2....
Shell-Befehl zur Installation von Scanner-Treiber
Achim Zerrer, 15.02.2017 12:13, 10 Antworten
Hallo, ich habe Einen Brother Drucker mit Scanner. Nachdem ich mit Hilfe der Community den Druck...
kiwix öffnet ZIM Datei nicht
Adrian Meyer, 13.02.2017 18:23, 1 Antworten
Hi, ich nutze Zim Desktop für mein privates Wiki. Fürs Handy habe ich mir kiwix heruntergelade...
registration
Brain Stuff, 10.02.2017 16:39, 1 Antworten
Hallo, Das Capatcha auf der Registrierungsseite von linux-community ist derartig schlecht gema...