Dass eine Modernisierung des Gnome-Desktops überfällig war, zeigt die Entwicklung bei Mac OS (Aqua), Windows 7/8 und KDE 4.7, die alle moderne Desktop-Konzepte mit ganz individuellen Highlights in Usability und Optik umsetzen. Dagegen wirkt das Look & Feel von Gnome 2 etwa so frisch wie ein Windows-3.1-Desktop. Gnome 2 bietet eine klassische Desktop-Oberfläche, auf der Nutzer Icons für Verknüpfungen, Programmstarter und Dokumente jeglicher Art ablegen können. Zudem gibt es Panels, die sich u. a. mit Programmstartmenüs sowie den klassischen Gnome-Menüs individuell bestücken lassen, und einen eigenen Dateimananger. Das war's auch schon. Konfigurationsmöglichkeiten bietet Gnome 2 nur wenige. Auch ein "App"-Konzept fehlt: Bei den in der Regel mit Gnome in Verbindung gebrachten gDesklets handelt es sich nämlich um ein zwar ursprünglich für Gnome entwickeltes, inzwischen aber auch für andere Desktops verfügbares externes Widget-Framework, das nicht integraler Bestandteil des Gnome-Desktops ist.
Gnome-Philosphie
Gnome spaltet schon immer mit seinem altbackenen aber durchaus funktionalen Look die User-Gemeinde. Wichtige Bestandteile der Gnome-Philosophie sind eine möglichst einfache Bedienung mit wenigen Einstellungsmöglichkeiten, eine praxistaugliche Vorkonfiguration und das Wirken von zahlreichen Automatismen im Hintergrund. Kritik am Gnome gab und gibt es reichlich, auch von höchster Stelle. So kritisierte Linus Torvalds die Bemühungen der Gnome-Entwickler, Desktop und Bedienung so einfach wie möglich zu halten, wiederholt als zu weitgehend, was den Benutzer "zum Idioten" stempele. Weitere Kritikpunkte galten der stagnierenden Weiterentwicklung. Zwar erschien im September 2010 noch einmal die vorerst letzte Gnome-2-Version 2.32, in Prinzip hat sich aber seit 2005 am Konzept nicht viel geändert.
Der Gnome-Desktop hat aber auch
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