Die Pflicht

Die Ports des PBO Core (Abbildung 2) entsprechen weitgehend dem Standard: zweimal USB 2.0, 100-MBit-Ethernet, HDMI 1.3, Cinch für analoge SD-Video- und Stereo-Audioausgabe, optisches S/PDIF für Digitalaudio sowie zusätzlich ein Mini-USB-Slave-Port für den Betrieb als Festplatte (nur mit integrierter Festplatte). Beim Ausschalten schickt der Player externe Festplatten korrekt schlafen.

Abbildung 2: Das Rückpanel des PBO Core bietet die üblichen Anschlüsse.

Auch die abspielbare Medienvielfalt ist recht gängig: An Video-Codecs unterstützt das Gerät bis zu einer Auflösung von 1080p MPEG1/2/4, H.264, DivX 3-7/Xvid und WMV9, sowie bis 720p auch RealVideo. Auch die Audio-Codecs entsprechen dem, was der verbaute Realtek-Chipsatz eben kann: MP3, AC3, DTS, AAC, MP2, (L)PCM, OGG, WAV, FLAC, RealAudio und WMA. An Container-Formaten spielt er AVI, MKV, MP4, MPG, VOB, TS, M2TS, FLV, WMV, MOV (nicht alle Codecs), DAT, ASF, RM/RMVB und ISO ab und erkennt die Untertitelformate SRT, SMI, SUB, SSA, ASS und Vobsub. Bilder zeigt der PBO Core in den Formaten JPEG, BMP, PNG, TIFF und GIF an. Wie bei anderen Realtek-basierten Geräten gibt es die Einschränkung, dass kein VC-1 (WMV3) in MKV-Containern unterstützt wird.

Patriot bietet unter der Produktnummer PCBOWAV2-N einen optionalen passenden WLAN-Dongle (neue Version mit 802.11n) für das Gerät an, welcher auch unter Linux, Windows und Mac OS funktioniert. Er unterstützt WEP, WPA und WPA2. Die höhere mögliche Bandbreite nützt jedoch zumindest am PBO Core nichts, über UPnP gestreamte Videos mit hoher Bitrate im 20-MBit/s-Bereich ruckeln, obwohl diese über 802.11g-WLAN schon flüssig laufen sollten. Es sollen auch andere USB-Adapter mit Realtek-Chipsatz funktionieren; eine Kompatibilitätsliste, die verraten könnte, welche Dongles welcher Hersteller das Gerät akzeptiert, pflegt der Hersteller jedoch nicht. Der WLAN-Betrieb mit dem Patriot-Dongle klappt einwandfrei – solange die Bitrate nicht zu hoch ist. Einen offiziellen Preis für den neuen Dongle gibt es noch nicht, aber viel mehr als der Vorgänger, der für rund 15 Euro im Handel erhältlich ist, wird er wohl nicht kosten.

An Netzwerkprotokollen beherrscht der PBO Core UPnP und SMB, Unterstützung für NFS oder Appleshare, wie sie einige andere Mediaplayer bieten, gibt es nicht. Auch bei den Dateisystemen geht Patriot einen Schritt zurück und streicht die gängige Unterstützung für Apples HFS-Dateisystem. Neben FAT16, FAT32 und NTFS beherrscht der PBO Core nur noch das Linux-Format Ext3, Ext4-Festplatten bindet das Gerät nicht ein. Darüber hinaus beherrscht das Gerät auch die CD-/DVD-Dateisysteme ISO9660 und UDF.

Beim Energieverbrauch bleibt das Gerät Mediaplayer-üblich sparsam: 8 Watt im Leerlauf ohne Festplatte und 11 Watt mit (beim Abspielen eines 1080p-Films und im Leerlauf) sind fast nichts, beim Ausschalten geht die Messung trotz Steckernetzteil auf 0 Watt zurück.

Die Kür

Die Features, die das Gerät vom Einheitsbrei abheben, sind besonders interessant: Die USB-Hub-Unterstützung funktioniert einwandfrei, der PBO Core mountet jedes Laufwerk eines zum Test voll bestückten USB-Hubs mit sieben Ports ohne Murren. Die Zeiten, in denen man sich – wie beim HD-Mediaplayer-Pionier WDTV – zwischen WLAN und einer zweiten Festplatte entscheiden musste, sind damit endlich vorbei. Die optische Laufwerksunterstützung funktioniert ebenfalls, sowohl mit CD-, DVD- als auch mit Blu-ray-Laufwerken, hierbei gibt es jedoch ein Problem: Der PBO Core unterstützt keine Verschlüsselungsverfahren, weder mit dem CSS von kommerziellen DVDs noch dem AACS-Kopierschutz von Blu-ray kann er etwas anfangen. Im Test zeigt er zwar das Menü einer CSS-verschlüsselten DVD an, blendet aber ein Fenster mit dem Hinweis ein, dass er verschlüsselte Inhalte nicht unterstützt. Nach Bestätigung des Dialogs beendet der Player die DVD-Wiedergabe. Nach dem Einlegen einer Blu-ray-Disc mit Kopierschutz hängt sich der Player sogar kommentarlos auf und startet neu. Als Ersatz für den DVD- oder Blu-ray-Player taugt der PBO Core also nur, wenn die eigene Sammlung völlig kopierschutzfrei ist – das wird selten der Fall sein. Hat die Blu-ray oder DVD keinen Kopierschutz, funktioniert die Wiedergabe einwandfrei, bei DVDs – genau wie bei ISO-Dateien – dank Realtek-Chipsatz sogar mit Menüunterstützung, von Blu-rays kann das Gerät nur den Hauptfilm abspielen. Ein Update mit Blu-ray- und sogar HD-DVD-Menüunterstützung ist allerdings im Handbuch angekündigt. Unterstützte Mediendateien auf CDs, DVDs oder BD-ROMs spielt der Patriot ebenfalls ohne Murren, genau wie Audio-CDs. Das Laufwerk bleibt dabei immer erfreulich leise und dreht nicht bis zur Maximalgeschwindigkeit hoch.

Wir bestückten das Gerät zum Test mit einer 2.5"-Platte, hierzu muss man lediglich zwei Schrauben auf der Rückseite entfernen und die Platte einsetzen und festschrauben (Abbildung 3). Nach dem Einbau wird die Platte nach einer Warnung vollständig formatiert, Patriot nimmt hierfür immer das NTFS-Dateisystem. Der Betrieb als externes USB-Laufwerk funktioniert einwandfrei und schnell. Patriot vergisst jedoch im Handbuch zu erwähnen, dass man USB-Geräte (wie etwa den WLAN-Dongle) zuvor ausstecken muss, sonst bindet das Gerät die Platte nicht ein.

Abbildung 3: Die Installation der Festplatte ist ein Kinderspiel.

Das Kopieren von USB-Laufwerken auf die interne Festplatte funktioniert im komfortabel zu bedienenden Dateimanager des PBO Core, geht jedoch äußerst langsam vonstatten: Im Test erreichten wir gerade einmal 3,1 MByte/s, für größere Kopieraktionen ist also ein Anschluss als USB-Laufwerk an den Rechner Pflicht. Die Torrent-Funktionalität erschließt sich leider nur über die mitgelieferte, verwirrenderweise "Transcode Server" genannte Windows-Software, mit der man über ein User-Interface die Torrent-Dateien auf den PBO Core überspielt.

Mit integrierter Festplatte kann man den Player auch als SMB-Share im Netzwerk selbst freigeben, auch die Erstellung eigener Playlists setzt einen internen Datenspeicher voraus. Das Kopieren per SMB ist noch gemächlicher als im Dateimanager: Nur 1,16 MByte/s maßen wir über WLAN, gerade mal 2,06 Mbyte/s via Ethernet.

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