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Ubuntus neuer Desktop

Indikatoren und globale Menüs

Unter den Icons rechts oben – und das ist eine weitere wichtige Änderung – finden Sie nicht mehr die beliebten Gnome-Applets, sondern die so genannten Indikatoren. Die Elemente lassen sich nicht mehr entfernen und umgruppieren, sondern stecken fest im Panel. Dabei handelt es sich um eine von Ubuntus Design-Entscheidungen, über die nicht alle Nutzer glücklich sind. Denn ein Vorteil von Linux ist gewöhnlich, dass sich alle Elemente verändern lassen. Auch wenn das Ubuntu-Projekt selbst keine Anstrengung in die Lockerung dieser Voreinstellungen steckt, dürfte bald aus der Community eine Lösung auftauchen, die solche Elemente konfigurierbar(er) macht. Gnome-Applets wie der Systemmonitor oder das ins Panel integrierte Wörterbuch können Sie aufgrund dieser Änderungen nicht mehr verwenden. Es gibt für viele Elemente allerdings bereits installierbare Indikatoren, die Ersatz anbieten [2]. Diese finden Sie häufig noch nicht über den Paketmanager, sie stecken vielmehr in den Paketquellen von Drittanbietern auf Launchpad.

Auch die globalen Menüs sind neu und gewöhnungsbedürftig. Dank ihnen finden Sie die Menüpunkte einer Anwendung nicht mehr im Fenster dieser Anwendung selbst, sondern im oberen vertikalen Panel – dem globalen Menü. Das irritiert am Anfang, wenn Sie wie gewohnt einen Menüpunkt suchen. Die Menüpunkte erscheinen nämlich erst, wenn Sie den Mauszeiger über das Panel bewegen (Abbildung 7). Um die Verwirrung zu steigern, verwenden einige Programme wie etwa LibreOffice das globale Menü bisher nicht. Da es zudem nur für Programme erscheint, die gerade den Fokus besitzen, kommt es vor, dass das globale Menü nicht erscheint, weil gerade irgendwo ein Fenster auf eine Eingabe wartet. In diesem Fall klicken Sie auf das Fenster des Programms, dessen Menü Sie erreichen wollen und bewegen Sie erst dann die Maus zum oberen Panel. Es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler hier nachbessern.

Abbildung 7: Die Menüs erscheinen in Unity oft erst, wenn Sie den Mauszeiger über das Panel oben im Desktop bewegen.

Wo ist das System?

Da in Unity neben dem alten Anwendungsmenü auch das Menü für die Systemeinstellungen fehlt, stellt sich die Frage, wo Sie etwa die Startprogramme und bevorzugten Anwendungen konfigurieren, Ubuntu auf einen USB-Stick spielen undsoweiter. Sie finden die Einstellungen, indem Sie ganz rechts oben auf das Ausschalt-Icon und auf den Eintrag Systemeinstellungen klicken. Im Design-Team gab es zwar die Überlegung, ein Icon für die Einstellungen in den Launcher zu integrieren, offenbar fand die Idee aber nicht genügend Zuspruch.

Eine weitere Besonderheit: Es gibt keinen Systembereich (auch als Systray bekannt) mehr. Lediglich eine handvoll Programme wie Skype und Dropbox erhalten nach dem Start ein eigenes Icon im oberen Panel (Abbildung 8). Das hat mitunter etwas merkwürdige Konsequenzen: Spielen Sie über Banshee Musik ab und schließen die Software dann, so dass diese im Hintergrund weiterspielt, erscheint im Launcher kein kleines Dreieck, um anzuzeigen, dass die Software läuft. Drücken Sie [Alt]+[Tab], taucht der Audioplayer aber auch nicht auf. Er lässt sich nur über den Lautsprecher-Indikator steuern und aufrufen. Wollen Sie für eine Anwendung, die das unterstützt, ein Icon im Systembereich einrichten, geben Sie folgende Zeile ein:

gsettings set com.canonical.Unity.Panel systray-whitelist "['JavaEmbeddedFrame', 'Wine','Skype','Dropbox']"

In die eckige Klammer tragen Sie den Namen der Anwendung ein, für die Sie ein Icon wünschen. Das klappt aber nicht immer. Beim P2P-Client Transmission genügt es, in den Einstellungen im Reiter Arbeitsfläche explizit anzugeben, dass Transmission sein Symbol im Arbeitsbereich anzeigen soll. Für Banshee aktivieren Sie in den Einstellungen (im Register Erweiterungen) explizit die Option Symbol im Benachrichtigungsfeld und melden sich dann neu beim Desktop an.

Abbildung 8: Der beliebte Systembereich verschwindet unter Ubuntu 11.04 aus dem Panel. Lediglich für einige Anwendungen gibt es noch Icons, Sie ändern das aber manuell.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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