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Beim Tee mit KDE

Ubuntu mit KDE-Desktop

11.07.2011
Elegant und schön, so präsentiert sich das neue Kubuntu 11.04 mit seinem KDE-Desktop. Das benutzerfreundliche Ubuntu-Derivat ist damit eine interessante Alternative zu Ubuntus neuem Unity-Desktop.

Für einige traditionelle Nutzer von Ubuntu strahlt Kubuntu seit Version 11.04 mit einem Schlag eine neue Attraktivität aus. Schuld daran sind nicht allein die Verbesserungen am KDE-4.6-Desktop. Vor allem Unity, Ubuntus renovierte grafische Oberfläche, schreckt einige Nutzer ab, die sich nun nach Alternativen umschauen.

Tatsächlich bringt KDE 4.6 auch Kubuntu wieder einen Schritt weiter – und das nicht nur optisch (Abbildung 1). Um nur einige der Neuerungen zu nennen: Die Aktivitäten für den Plasma-Desktop funktionieren jetzt besser. Sie können also alle Werkzeuge, die Sie zum Erledigen einer bestimmten Aufgabe benötigen, einer Aktivität zuordnen. Die Tools starten dann alle automatisch, sobald Sie diese Aktivität aufrufen.

Abbildung 1: Das neue KDE setzt Transparenz geschickt ein und macht nicht nur optisch einiges her.

Zudem lassen sich nun dank einer besseren Integration von Samba wesentlich einfacher Dateien und Drucker in gemischten Windows-/Linux-Netzwerken teilen. Es genügt, mit der rechten Maustaste auf einen Ordner im Dateimanager Dolphin zu klicken, um diesen im Netzwerk freizugeben. Weitere Neuerungen finden Sie in der Ankündigung des KDE-Projekts [1] und in den Release Notes der Kubuntu-Entwickler [2].

Hardwareseitig verlangt Kubuntu nach 384 MByte Arbeitsspeicher und beansprucht mindestens 4 GByte Speicherplatz auf der Festplatte – was aber extrem knapp ist. Um Kubuntu komfortabel zu betreiben, sollten Sie dem System eher 8 bis 10 GByte spendieren; der Installer nennt 7,6 GByte als Minimalausstattung. Laut Aussage der Entwickler eignet sich Kubuntu dank der in KDE integrierten Netbook-Oberfläche [3] besonders gut für Netbooks.

Kubuntu 11.04 via Upgrade

Es gibt verschiedene Wege, um an Kubuntu 11.04 zu gelangen. Unter anderem lässt sich das Ubuntu-Derivat von einer CD, einer DVD (z. B. unserer Heft-DVD) oder einem USB-Stick installieren. Nutzen Sie bereits den Vorgänger Kubuntu 10.10, aktualisieren Sie die vorhandene Installation einfach. Wie immer sollten Sie vor dem Upgrade die wichtigsten Dateien sichern, um Datenverlusten vorzubeugen.

Um aus Kubuntu 10.10 ein 11.04-System zu machen, führt ein einfacher Weg über die Benachrichtigungsanzeige (das I-Symbol unten im Systembereich). Klicken Sie auf diese, erscheinen ein Text, der Kubuntu 11.04 (Codename Natty Narwhal) ankündigt, und eine Schaltfläche, über die Sie Ihre Installation aktualisieren. Funktioniert dieser Weg bei Ihnen nicht, spielen Sie die neue Release manuell ein.

  1. Rufen Sie zunächst über den Eintrag Rechner / KPackageKit im K-Menü Kubuntus Paketmanager auf.
  2. Spielen Sie sämtliche Updates ein, indem Sie auf Softwareaktualisierung klicken, dann rechts auf Nach neuen Aktualisierungen suchen.
  3. Kreuzen Sie alle erneuerbaren Pakete an (über ein Häkchen im Kästchen ganz oben) und spielen Sie die Updates ein, um Kubuntu auf den neuesten Stand zu bringen.
  4. Rechts erscheint ein Button im Fenster, der eine Aktualisierung auf Natty Narwhal vorschlägt. Klicken Sie auf diesen, nimmt ein Upgrade-Assistent seine Arbeit auf.

Nun kochen Sie sich am besten einen Kaffee, denn das automatisch ablaufende Upgrade braucht etwas Zeit. Haben Sie zentrale Konfigurationsdateien verändert (etwa im Verzeichnis /etc), fragt das Tool gelegentlich, ob es die alten Dateien behalten oder frische Versionen installieren soll – das müssen Sie im Einzelfall selbst entscheiden. Nach einem Neustart landen Sie schließlich auf der Oberfläche von KDE 4.6.

Neu installieren

Wollen Sie Kubuntu 11.04 frisch installieren, nutzen Sie einfach die DVD aus dem Heft. Zunächst müssen Sie dafür sorgen, dass Ihr Rechner die DVD überhaupt als Installationsquelle akzeptiert und nicht zuerst auf den Bootsektor der ersten Festplatte zugreift. Das erledigen Sie, indem Sie im BIOS des Rechners die Reihenfolge ändern, in der Ihr Computer beim Booten nach einem Bootmedium sucht.

Um in das BIOS zu gelangen, drücken Sie bei vielen Rechnern nach dem Einschalten des Rechners eine spezielle Taste. Welche das ist, entnehmen Sie dem Text auf dem Bildschirm. Dann erscheint ein kleines Menü, das es Ihnen erlaubt, über die Funktionstasten das Bootmedium vorübergehend zu ändern. Wählen Sie das CD-/DVD-Laufwerk aus. Dauerhaft ändern Sie die Bootreihenfolge im BIOS, in das Sie meist über [Esc],[Entf],[F2] oder [F12] gelangen – die richtige Taste ist von Rechner zu Rechner unterschiedlich, ein Blick ins Handbuch hilft hier weiter.

Im BIOS fahnden Sie mit Hilfe der Pfeiltasten nach einer Möglichkeit, um die Reihenfolge der verwendeten Bootmedien zu ändern. Sie verschieben Bootoptionen meist über [+] und [-] bzw. [Pfeil]+[hoch] und [Pfeil]+[runter], manchmal auch über die Funktionstasten. Mit [F10] sichern Sie Ihre Änderungen und starten dann den Rechner neu. Klappt alles, sollte das Bootmenü der Kubuntu-DVD erscheinen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Nach dem Einlegen der DVD und einem Neustart sollte Kubuntus Bootmenü erscheinen. Eventuell müssen Sie im BIOS dafür sorgen, dass der Rechner die DVD als Bootmedium akzeptiert.

Im Bootmenü wählen Sie dann den Eintrag Start Kubuntu und landen nach einer kurzen Wartezeit bei einem grafischen Fenster (Abbildung 3). Wählen Sie hier über das Ausklappmenü die passende Sprache aus und betätigen Sie dann am besten die Schaltfläche Kubuntu ausprobieren. Auf diese Weise testen Sie den KDE-Desktop und Kubuntu, bevor Sie die Distribution installieren. Sie können zum Beispiel prüfen, ob Kubuntu Ihre WLAN-Karte unterstützt und ob es automatisch die richtige Auflösung für den Bildschirm wählt. Im Live-Modus rührt Kubuntu die Daten auf Ihrer Festplatte nicht an. Der Bootvorgang dauert aber recht lange, weil der Installer die wichtigsten Dateien von der DVD in den Arbeitsspeicher lädt. Eine installierte Version läuft besser und schneller.

Abbildung 3: Am besten testen Sie Kubuntu 11.04 erstmal in der Live-Version, bevor Sie es installieren.

Entscheiden Sie sich für eine Installation, klicken Sie auf das Desktop-Icon Install Kubuntu 11.04. Nun tritt der Installer Ubiquity auf die Bühne und bietet an, eine Sprache zu wählen. Im nächsten Fenster prüft er, ob Ihr Rechner über genügend Speicherplatz verfügt (4 bis 8 GByte), ob er am Internet und am Stromnetz hängt. Die letzte Information ist interessant, damit Laptops während der Installation nicht der Saft ausgeht. Unter diesem Informationsbereich finden Sie zudem zwei Checkboxen, die Sie womöglich schon von Kubuntu 10.10 kennen: Hier bestimmen Sie, ob Kubuntu gleich beim Installieren einige wichtige Codecs auf den Rechner spielt und zugleich die Aktualisierungen herunterlädt (Abbildung 4). Die Betonung liegt hier auf Herunterladen, denn installieren müssen Sie diese Pakete später selbst. Der Download soll die Wartezeit beim Installieren von Kubuntu sinnvoller nutzen.

Abbildung 4: Bereits während der Installation lassen sich die wichtigsten Multimedia-Codecs auf den Rechner spielen. Updates lädt Kubuntu nur herunter, installiert sie aber vorerst nicht.

Zu den Codecs, die Kubuntu auf Ihren Wunsch hin und über das Paket kubuntu-restricted-addons vorinstalliert, gehören offiziell unterstützte Pakete aus main und universe – so nennt das Ubuntu-Projekt die Paketquellen mit offizieller Unterstützung. Konkret erhalten Sie Codecs zum Abspielen von MP3-Dateien, zum Brennen von Audio-CDs sowie zum Abspielen einer Reihe von Filmformaten. Auch die neueste Version des Flash Players zieht das Paket mit auf die Festplatte. Ein Klick auf Vor bringt Sie dann zum heikelsten Punkt der Installation – der Partitionierung.

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