Tipp: Ubuntu: Grafisches Grub-2-Konfigurationstool

Der Grub Customizer hilft Ihnen mit einer gut strukturierten, grafischen Oberfläche bei der Einrichtung des Bootloaders Grub 2. Für Natty Narwhal (11.04) gibt es den praktischen Helfer nicht in den offiziellen Ubuntu-Repositories. Sie installieren das Paket stattdessen über das Launchpad-PPA [1]. Listing 1 zeigt, wie Sie auf der Shell den Paketmanager mit der Quelle bekanntmachen und den Grub Customizer einspielen.

Listing 1

Grub Customizer aus dem PPA installieren

$ sudo add-apt-repository ppa:danielrichter2007/grub-customizer
[sudo] password for huhn:
Executing: gpg --ignore-time-conflict --no-options --no-default-keyring --secret-keyring /etc/apt/secring.gpg --trustdb-name /etc/apt/trustdb.gpg --keyring /etc/apt/trusted.gpg --primary-keyring /etc/apt/trusted.gpg --keyserver hkp://keyserver.ubuntu.com:80/ --recv 59DAD276B942642B1BBD0EACA8AA1FAA3F055C03
gpg: Schlüssel 3F055C03 von hkp Server keyserver.ubuntu.com anfordern
gpg: Schlüssel 3F055C03: Öffentlicher Schlüssel "Launchpad PPA for Daniel Richter" importiert
gpg: kein uneingeschränkt vertrauenswürdiger Schlüssel 0811110C gefunden
gpg: Anzahl insgesamt bearbeiteter Schlüssel: 1
gpg:               importiert: 1  (RSA: 1)
$ sudo apt-get update
...
Es wurden 11,5 kB in 50 s geholt (229 B/s)
$ sudo apt-get install grub-customizer
Paketlisten werden gelesen... Fertig
Abhängigkeitsbaum wird aufgebaut
Statusinformationen werden eingelesen... Fertig
Die folgenden zusätzlichen Pakete werden installiert:
  menu
...
Möchten Sie fortfahren [J/n]? J
Hole:1 http://ppa.launchpad.net/danielrichter2007/grub-customizer/ubuntu/ natty/main grub-customizer i386 2.1.2-0ubuntu1~ppa1n [279 kB]
Hole:2 http://mirror.netcologne.de/ubuntu/ natty/universe menu i386 2.1.44ubuntu1 [452 kB]
...
menu (2.1.44ubuntu1) wird eingerichtet ...
grub-customizer (2.1.2-0ubuntu1~ppa1n) wird eingerichtet ...

Nach dem Start über ein Terminalfenster oder [Alt]+[F2] und Eingabe von sudo grub-customizer testet das Programm, ob die benötigten Grub-Einrichtungstools (grub-mkconfig, update-grub, grub-install usw.) installiert sind, und zeigt eine vorhandene Einrichtungsdatei grub.cfg. Im Grub-Customizer-Hauptfenster sehen Sie nach kurzer Zeit sämtliche gefundenen Kernel- und Initial-Ramdisk-Dateien (Abbildung 4).

Über Klicks in die Checkboxen schließen Sie bestimmte Kernel aus dem Bootmenü aus. Mit den Pfeil-Icons in der Werkzeugleiste bewegen Sie Einträge nach oben oder unten, und das Symbol mit dem nach rechts gerichteten blauen Pfeil liest die Konfiguration neu ein. Über die Menüs können Sie zudem eine Partition auswählen, den Bootloader in den MBR (Master Boot Record) installieren und die Ansicht aktualisieren.

Klicken Sie auf Einstellungen, öffnet sich ein Dialogfenster, in dem Sie auf drei Reitern unter anderem einrichten,

  • welcher Eintrag im Bootmenü automatisch bootet,
  • ob Sie das Bootmenü sehen oder nicht,
  • ob dort Wiederherstellungseinträge auftauchen,
  • ob Grub Farben oder ein Hintergrundbild zeigt

und vieles mehr. Alle in Grub Customizer gemachten Einstellungen schreibt das Tool erst auf die Platte, wenn Sie auf Speichern klicken. Um in Grub Customizer vorgenommene Konfigurationen zu verwerfen, wählen Sie im Menü Datei / Beenden und klicken dann auf Beenden, ohne zu speichern.

Abbildung 4: Das grafische Grub-Konfigurationstool erleichtert die Einrichtung des Bootloaders.

Tipp: Knoppix: Grub mit der Live-DVD reparieren

Startet Ihr Linux-Rechner nicht mehr, z. B. weil Sie Windows nach Linux auf die Platte gespielt und damit den Bootloader Grub übergebügelt haben, greifen Sie zu einer Live-DVD wie Knoppix. So reparieren Sie Grub 2:

  1. Starten Sie den Rechner mit eingelegter CD/DVD und warten Sie, bis Sie die grafische Arbeitsumgebung LXDE sehen.
  2. Öffnen Sie ein Terminalfenster und werden Sie über Eingabe von sudo -s zum Benutzer root.
  3. Binden Sie die Root-Partition des anderen Linux-Systems ein, die im Beispiel /dev/sda1 heißt und den Bootloader im MBR beherbergt. Danach hängen Sie hintereinander /dev, /sys und /proc ein:

    mount /dev/sda1 /mnt
    mount -o bind /dev /mnt/dev
    mount -o bind /sys /mnt/sys
    mount -t proc /proc /mnt/proc
  4. Verwenden Sie dann den chroot-Befehl – damit können Sie das unter /mnt eingebundene System – zumindest auf der Kommandozeile – so nutzen, als hätten Sie es gestartet:

    chroot /mnt
  5. Starten Sie die Reparatur von Grub mit den folgenden drei Kommandos:

    grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg
    update-grub2
    grub-install /dev/sda
  6. Verlassen Sie über [Strg]+[D] die chroot-Umgebung und starten Sie den Computer neu. Sie sollten anschließend das gewohnte Menü des Bootloaders sehen.

Abbildung 5 zeigt noch einmal die Ausgaben, die Sie so oder ähnlich bei der Reparatur eines anderen Linux-Systems unter Knoppix sehen.

Abbildung 5: Mit der Live-Distribution Knoppix reparieren Sie auch den Bootloader Grub eines anderen Systems.

Glossar

Umgebungsvariable

Mit Umgebungsvariablen legen Sie das Verhalten von Programmen fest. In der Voreinstellung sind einige dieser Variablen bereits gesetzt, wie beispielsweise LANG für die Spracheinstellungen. Den Wert einer solchen Variablen zeigen Sie mit dem Kommando echo in einem Terminalfenster an; der Umgebungsvariable stellen Sie dabei ein Dollarzeichen voran (echo $LANG), ohne das Dollarzeichen würde der Befehl im Beispiel nur das Wort "LANG" ausgeben.

PPA

Ein Personal Package Archive ist eine spezielle Variante einer externen Paketquelle, die Sie über Ubuntus Onlineplattform Launchpad erreichen. Viele Anwender und Entwickler legen hier eigene Pakete in einem persönlichen PPA ab. Häufig finden Sie hier brandaktuelle Versionen einer bestimmten Software oder experimentelle Pakete, daher ist ein prüfender Blick in die Bugliste empfehlenswert.

Infos

[1] Grub Customizer in Launchpad: https://launchpad.net/grub-customizer

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