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Hüpfender Jungspund und grünes Tuch

Spiele für zwischendurch: Secret Maryo Chronicles und Foobillard

12.07.2011
Auch Gratisspiele können äußerst gut aussehen und eine Menge Spaß bereiten. Das beweisen unter anderem das klassische Jump-and-Run-Spiel Secret Maryo Chronicles und die Billardsimulation Foobillard. Beide liegen sowohl Ubuntu als auch OpenSuse bei und verkürzen nicht nur die Mittagspause.

In Secret Maryo Chronicles steuert der Spieler einen kleinen Jungen durch phantasievoll gezeichnete Landschaften im Comic-Look. Den zahlreichen und überall herumwuselnden Monstern weicht der Held über gezielte Sprünge aus. Einigen Gegnern kann man auch auf den Kopf hüpfen und sie so außer Gefecht setzen. Berührt man hingegen ein Monster, verliert man eines von insgesamt drei Leben. Das Gleiche geschieht, wenn der Held in eine der vielen fiesen Fallen tappt oder einen bodenlosen Abgrund hinabstürzt.

Abbildung 1: Secret Maryo Chronicles: In Steinen mit einem kleinen Fragezeichen versteckt sich ein wertvoller Bonusgegenstand.

Sterntaler

Mit gekonnten Hüpfern gelangt Maryo auch auf Felsvorsprünge und andere höher gelegene Plattformen. Springt der Held von unten gegen speziell gekennzeichnete Steine, bekommt er entweder eine Goldmünze oder aber einen interessanten Bonusgegenstand (PowerUp) spendiert (Abbildung 1). Letztgenannte machen sich allerdings langsam aus dem Staub. Nur wenn Maryo sie schnell genug einfängt, rüsten sie ihn unter anderem mit Waffen aus oder verdoppeln seine Größe. Nach einem solchen Wachstumsschub übersteht er auch einmal eine Kollision mit einem Gegner.

Abbildung 2: Die Lianen erklettert man mit Pfeil hoch, die Schildkröte versteckt sich nach einem Sprung auf ihren Kopf in ihrem Panzer.

Nicht nur in Steinen, auch in der Landschaft findet man immer wieder verstreute Goldmünzen. Hat man 100 Stück davon eingesammelt, erhält man ein zusätzliches Leben gutgeschrieben. Darüber hinaus verteilt das Spiel Punkte für besondere Aktionen, wie etwa einen ausgeschalteten Gegner. In jedem Spielabschnitt (Level) darf man einmal an einer beliebigen Position den Spielstand speichern, was allerdings gleich satte 3000 Punkte kostet. Man sollte sich folglich gut überlegen, ob und – wenn ja – an welcher Stelle man diese Funktion nutzt.

Abbildung 3: Hüpft Maryo unter einen gelb erleuchteten Stein, bekommt er eine Goldmünze gutgeschrieben.

Jede Kollision mit einem Monster oder einer Falle setzt den Helden wieder an den Anfang eines Abschnitts zurück. Bereits gespielte Abschnitte darf man jederzeit noch einmal in Angriff nehmen und so z. B. weitere Punkte sammeln oder auf die Suche nach versteckten Bonusräumen gehen. Sollten irgendwann alle Leben aufgebraucht sein, ist das Spiel beendet, und man muss alle Abschnitte noch einmal von vorne beginnen.

Tastenvirtuose

Nach dem Start des Programms landen Sie in einem englischsprachigen Hauptmenü. Um ein neues Spiel zu beginnen, klicken Sie hier einfach Start an. Ein neues Fenster bittet Sie nun, eine Welt auszuwählen. Aktivieren Sie hier einfach die Schaltfläche Enter rechts unten. Auf einer Landkarte dürfen Sie jetzt mit Maryo den zu spielenden Abschnitt ansteuern (Abbildung 4). Da Sie noch keines gemeistert haben, drücken Sie hier einfach die Eingabetaste: Damit betreten Sie direkt das erste Level.

Abbildung 4: Auf dieser schicken Landkarte wählt man das nächste Level aus.

Maryo steuern Sie über die Pfeiltasten, mit [S] springt er in die Luft. Mit der Pfeiltaste nach unten duckt sich der Junge und erreicht so auch unzugängliche Stellen. Gelbe Steine mit zwei Augen können Sie von unten anspringen und ihnen so eine Goldmünze oder einen Bonusgegenstand entlocken (Abbildung 3). Manche Steine spucken kleine Informationstexte aus, die Sie mit der Eingabetaste schließen. Am linken oberen Bildschirmrand finden Sie Ihren aktuellen Punktestand, direkt rechts daneben die Anzahl der bereits gesammelten Goldmünzen. Die tickende Uhr auf der rechten Seite verrät einfach nur, wie lange Sie bereits im aktuellen Abschnitt herumlaufen. Ganz am rechten Rand neben dem Kinderkopf steht schließlich noch die Anzahl der derzeit verfügbaren Leben.

Abbildung 5: Maryo muss in jedem Abschnitt diesen Ausgang erreichen.

Sobald Sie sich Ihren Weg durch den Abschnitt gebahnt haben, finden Sie ein Tor, auf das zwei dicke Wegweiser zeigen (Abbildung 5). Platzieren Sie Maryo davor und drücken Sie [Pfeil hoch]. Damit haben Sie das Level gemeistert und können auf der Landkarte das nächste in Angriff nehmen.

Mit [Esc] gelangen Sie jederzeit wieder zurück zum Hauptmenü. Hier können Sie auch den aktuellen Stand via Save speichern (vorausgesetzt, Sie haben genug Punkte gesammelt) und ihn später wieder über Load zurückholen.

Installation

Die Installation der beiden Spiele ist kinderleicht, Voraussetzung ist lediglich eine aktive Internetverbindung.

Ubuntu

Klicken Sie in der Symbolleiste am linken Bildschirmrand (dem Launcher) auf das Symbol für das Ubuntu Software-Center (standardmäßig das sechste von oben). Wenn Sie unter Ubuntu noch den Gnome-Desktop nutzen, rufen Sie stattdessen Anwendungen / Ubuntu Software-Center auf. In jedem Fall geben Sie in das Suchfeld rechts oben in der Ecke je nach gewünschtem Spiel foobillard oder super maryo chronicles ein, klicken in der Liste darunter den erscheinenden Eintrag an und lassen das Spiel installieren. Ubuntu fragt Sie jetzt nach Ihrem Passwort (das Sie bei der Installation von Ubuntu vergeben haben). Geben Sie es in das Eingabefeld ein und klicken Sie dann auf Legitimieren. Warten Sie, bis der Fortschrittsbalken durchgelaufen ist.

OpenSuse

Unter OpenSuse sind ein paar Mausklicks mehr notwendig. Öffnen Sie das K-Menü, wechseln Sie dort auf das Register Rechner und starten Sie das Programm YaST. OpenSuse fragt Sie jetzt nach Ihrem Passwort (das Sie bei der Installation von OpenSuse vergeben haben). Tippen Sie es in das Eingabefeld und klicken Sie auf OK. Wählen Sie links die Rubrik Software, und rufen Sie dann auf der rechten Seite den Punkt Software-Repositories auf. Klicken Sie jetzt Hinzufügen an, markieren Sie Community/Gemeinschafts-Repositories, gehen Sie einen Schritt Weiter, kreuzen Sie den Punkt openSUSE BuildService -- Spiele an und betätigen Sie OK. Sollte eine Nachfrage erscheinen, wählen Sie die Option Importieren. Schließen Sie das Fenster Konfigurierte Software-Repositorys via OK. Zurück im YaST-Kontrollzentrum rufen Sie Software installieren oder löschen auf. Tippen Sie in das Eingabefeld links oben foobillard bzw. maryo und klicken Sie auf Suchen. In der Liste rechts erscheinen jetzt ein bzw. bei Maryo zwei Einträge. Kreuzen Sie alle an und klicken Sie dann rechts unten in der Ecke auf Akzeptieren.

In jedem Fall warten die Spiele nach ihrer Installation im Startmenü bzw. im Dash auf ihren Start.

Secret Maryo Chronicles

Homepage: http://www.secretmaryo.org/
Entwickler: Florian Richter und viele weitere
Lizenz: GPL v3
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: Von Linux erkannte 3D-Grafikkarte mit aktivierter 3D-Beschleunigung, mindestens 256 MByte Hauptspeicher

Balla-Balla

Foobillard ist eine kostenlose Billardsimulation, die mit einer ansehnlichen 3D-Grafik und realistischer Ballphysik aufwartet. Zur Auswahl stehen dabei die Billardarten Carambolage und Snooker sowie die Pool-Varianten 8-Ball und 9-Ball. Wer keinen passenden menschlichen Mitspieler findet, darf auch gegen den Computer antreten. Der ist auch der einzige Widersacher im spartanischen Turniermodus, in dem es einfach 15 Spiele gegen Computergegner zu überstehen gilt. Die Bedienung von Foobillard wirkt zunächst recht merkwürdig – hat man sich aber erst einmal daran gewöhnt, gehen die Stöße recht leicht von der Hand.

Abbildung 6: Die Billardsimulation Foobillard startet standardmäßig eine Partie. Den Tisch darf man frei drehen und heranholen.

Nach dem Programmstart befinden Sie sich bereits mitten in einer Partie für zwei menschliche Spieler (Abbildung 6). Bei gedrückter linker Maustaste verändern Sie mit Mausbewegungen den Blickwinkel. Halten Sie hingegen die rechte Maustaste gedrückt, fahren Sie näher an den Spielball heran bzw. entfernen sich von ihm.

Abbildung 7: Das kleine schwarze, kaum erkennbare Fadenkreuz kennzeichnet den Auftreffpunkt des Queues.

Nagerfolter

Mit der Blickrichtung verändern Sie auch gleichzeitig die Schussrichtung: Der standardmäßig unsichtbare Queue trifft den Ball immer in dem kleinen, schwarzen Zielkreuz auf der Kugel (Abbildung 7). Sie blicken folglich immer durch den Queue auf den Ball. Möchten Sie die gerade eingestellte Schussrichtung festhalten und um den Tisch laufen, schalten Sie mit [C] in die so genannte Cue-Ansicht (Abbildung 10), aus der Sie über die gleiche Taste wieder zurück in den normalen Modus gelangen.

Die gestrichelte weiße Hilfslinie zeigt an, wohin der Ball beim Abstoß rollen wird. Über das Mausrad oder die Pfeiltasten nach oben und unten regulieren Sie die Schussstärke, die zur Kontrolle auch noch einmal der Balken am unteren Bildschirmrand anzeigt. Links davon nennt Foobillard den derzeitigen Spieler und zeigt je nach Billardvariante mit einem kleinen Symbol oder einem entsprechenden Texthinweis an, welcher Ball als nächster anzuspielen ist. Die Leertaste führt den Stoß schließlich aus.

Abbildung 8: Auch das in Deutschland immer beliebter werdende Snooker kennt Foobillard. Hier muss man aber daran denken, die korrekte Tischgröße einzustellen.

Kryptische Speisenkarte

Mit [Esc] gelangen Sie jederzeit in das Hauptmenü. Dort finden Sie unter Options alle nur erdenklichen Spieleinstellungen. Während Sie hinter display zahlreiche Grafikeffekte ein- und ausschalten können, ist hier vor allem der Punkt game interessant. Darüber erreichen Sie ein weiteres Untermenü, in dem Sie unter game type die Billardvariante auswählen. Die aktuell gültige ist dabei farblich hervorgehoben. Per back geht es ins vorherige Menü, wo Sie unter table size die zur Billardvariante passende Tischgröße auswählen. Via back gelangen Sie wieder zum Hauptmenü zurück.

Abbildung 9: Wer noch eine Anaglyphenbrille (Rot-Cyan-Brille) in der Schublade liegen hat, kann in Foobillard auf eine spezielle Stereoansicht umschalten.

Um jetzt ein neues Spiel zu starten, bemühen Sie den Punkt Restart Game. Hier haben Sie die Wahl zwischen einer einzelnen Partie (single match), dem Turniermodus (Tournament) und einer Trainingssitzung zwischen zwei realen Spielern (Training). Nachdem Sie Ihre Wahl getroffen haben, kehren Sie im Hauptmenü via Resume wieder an den Tisch zurück.

Abbildung 10: In der Cue-Ansicht zeigt Foobillard auch den Queue.

Fazit

Secret Maryo Chronicles ist sichtlich von der beliebten Super-Mario-Bros.-Serie inspiriert [1]. Sein Autor Florian Richter hat bereits 2003 mit der Entwicklung begonnen, das Spiel ist somit ein Linux-Klassiker – und das zurecht: Die Grafiken sind liebevoll gezeichnet, die Landschaften herausfordernd und abwechselnd gestaltet. Allein eine spannende Hintergrundgeschichte fehlt.

Foobillard bietet eine exzellente Grafik und eine äußerst gute Ballphysik. Zwar ersetzt das Spiel keinen Besuch in der Kneipe, die Mittagspause verkürzt es aber allemal. Als Neueinsteiger muss man jedoch etwas Geduld mitbringen und sich neben der Steuerung auch mit den unzähligen Einstellungen vertraut machen. Zudem sind Kenntnisse über mindestens eine der unterstützten Billardvarianten zwingende Voraussetzung.

Foobillard

Homepage: http://foobillard.sourceforge.net/
Entwickler: Florian Berger
Lizenz: GPL v2
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: Von Linux erkannte 3D-Grafikkarte mit aktivierter 3D-Beschleunigung

Infos

[1] Informationen zur Super Mario Bros.-Reihe: http://de.wikipedia.org/wiki/Super_Mario_Bros.

[2] Secret Maryo Chronicles: http://www.secretmaryo.org/

[3] Foobillard: http://foobillard.sourceforge.net/

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