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© Iofoto, 123rf.com

Der Herausforderer

Outdoor-Handy Motorola Defy im Test

28.06.2011
Motorolas Outdoor-Smartphone Defy erweist sich nicht nur als äußerst robust, sondern auch als leistungsstark – und das zum Kampfpreis.

Bereits im September des letzten Jahres stellte Motorola das Outdoor-Handy Defy [1] vor. In heutigen Zeitmaßstäben gerechnet gehört es damit beinahe schon zum alten Eisen. Allerdings wartet das Smartphone (Abbildung 1) mit Attributen auf, mit denen es zum Dauerbrenner avancieren könnte: Es bietet nämlich teilweise einzigartige Ausstattungsmerkmale zum derzeit unschlagbaren Preis von etwa 250 Euro.

Abbildung 1: Das Motorola Defy gehört zwar nicht zu den elegantesten Smartphones, dafür überzeugt es durch Robustheit und Performance.

Hart im Nehmen

Defy heißt aus dem Englischen übersetzt so viel wie trotzen oder herausfordern und trifft das derzeitige Alleinstellungsmerkmal des Geräts ziemlich genau: Laut Herstellerangaben entspricht es nämlich der Schutzklasse IP67. Die sieht nicht nur einen vollständigen Staubschutz sondern vor, sondern garantiert auch, dass bei zeitweiligem Eintauchen kein Wasser eindringt. Dafür spendierte Motorola den physikalischen Schnittstellen Gummistöpsel, die sie gegen Eindringen von Fremdkörpern schützen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Abdeckungen an der USB- und Audiobuchse verhindern das Eindringen von Flüssigkeit und Staub.

Darüber hinaus besteht das Display aus kratzunempfindlichem Gorillaglas, das auch mal eine Rutschpartie über den Asphalt unbeschadet übersteht. Da es zudem heftigere Stöße und Stürze klaglos übersteht, ist es derzeit wohl das robusteste Smartphone auf dem Markt. Das fällt schon beim Öffnen des Gehäusedeckels auf, der wegen der Gummidichtung deutlich strammer sitzt als die der meisten anderen Smartphones.

Da die Entwickler mehr die Funktionalität in den Fokus stellten, leidet die Ästhetik ein wenig: Einen Schönheitspreis gewinnt das Handy sicherlich nicht, dafür erweist es sich als sehr alltagstauglich und bietet praktisch die gleichen Ausstattungsmerkmale wie deutlich teurere Konkurrenten.

Hardware

Das Kernstück des Smartphones ist die CPU OMAP3610 von Texas Instruments mit einem Takt von 800 MHz. Im Vergleich zur Konkurrenz, die inzwischen mit 1 GHz und mehr aufwartet, klingt das nicht nach besonders viel, jedoch hängt das Gerät mit 1026 Punkten im Benchmark mit Quadrant-Standard-Edition [2] diverse Vertreter mit schnelleren CPUs deutlich ab [3]. So erreichten das Nexus One und das HTC Desire gerade einmal 500 Punkte. Das liegt nicht zuletzt an der verbauten PowerVR SGX 530 GPU im Defy, die Grafiken darstellt. Das zeigt sich auch im Alltag: Praktisch alle Anwendungen starten ohne große Verzögerung und laufen flüssig. Das gilt auch für den Browser, der sich in der Geschwindigkeit kaum von PC-Programmen unterscheidet.

Auch speichertechnisch ist das Defy bestens gerüstet. So wartet es mit 500 MByte RAM (Arbeitsspeicher) und 2 GByte ROM (Datenspeicher) auf, wovon das System etwa 800 MByte belegt. Der Micro-SD-Einschub, der sich im Batteriefach befindet, nimmt Karten bis zu einer Kapazität von 32 GByte auf, eine 2-GByte-Karte liefert Motorola mit.

Auch wenn es optisch anders wirkt, ist das Display mit 3,7 Zoll (9,5 cm) Diagonale so groß wie das des HTC Desire. Mit einer Auflösung von 480 x 854 Pixeln zeigt es auch filigranere Bilder noch gestochen scharf und unverpixelt an. Das kapazitive Display ermöglicht z. B. das Zoomen in Bilder oder Webseiten durch das Zusammenziehen von zwei Fingern auf dem Bildschirm, hat aber dafür einen Nachteil: Er erlaubt die Bedienung ausschließlich mit den Fingern – Versuche mit Handschuhen oder einem Stift scheitern. Im Test zeigte die Anzeige auch bei Sonnenlicht kaum Schwächen. Dank des eingebauten Helligkeitssensors passt das Gerät die Display-Beleuchtung automatisch ans Umgebungslicht an.

Zum Kontakt mit der Außenwelt setzt Motorola löblicherweise auf die gängigen Standards: Eine 3,5-mm-Klinke bietet sich als Anschluss für Head-Set und Kopfhörer an, die Micro-USB-Buchse verbindet das Phone mit dem PC oder dem Ladegerät.

Sehr gute Ergebnisse erzielt das Smartphone beim Telefonieren. Zum einen wartet es mit einem sehr guten Empfangsteil auf, zum anderen unterdrücken diverse Filter wirkungsvoll Fremdgeräusche. Das ist vor allem dann ein großer Vorteil, wenn Sie das Gerät während einer Autofahrt im Freisprechmodus betreiben.

Einer der Schwachpunkte fast aller Smartphones ist die kurze Akkulaufzeit. Das Defy macht hier keine Ausnahme. Obwohl es mit einer Leistung von 1540 mAh einen vergleichsweise starken Energiespeicher mitbringt, geht ihm bei intensiver Nutzung nach zehn bis zwölf Stunden die Puste aus. Bei normalem Gebrauch hält der Akku im Idealfall drei Tage. Allerdings bieten die passenden Apps einige Möglichkeiten, den Energiehunger des Defy einzudämmen (siehe Kasten Empfohlene Apps) und die Laufzeit teils erheblich zu verlängern.

Empfohlene Apps

Zwischenzeitlich bietet der Android Market über 200000 Apps an, von denen etwa zwei Drittel kostenlos zum Download bereitstehen. Die Übersicht zeigt auf dem Defy getestete, nützliche Apps.

  • DroidLight: Funktioniert den eingebauten LED-Blitz zur Taschenlampe um
  • MyTracks: Macht aus dem Smartphone einen GPS-Tracker
  • Battery Graph: Zeigt grafisch die Lade- und Entladezyklen des Defy an
  • Network Monitor: Zeigt grafisch den aktuellen Netzwerktransfer und in einer Liste den verbrauchten Traffic nach Tag, Woche und Monat sortiert an
  • Advanced Task Killer: Beendet im Hintergrund laufende überflüssige Prozesse und verlängert damit die Laufzeit unter Umständen erheblich
  • Timeriffic: Ermöglicht das zeitgesteuerte Ein- und Ausschalten von Diensten, etwa Bluetooth oder WLAN
  • Astro Dateimanager: Funktionsreicher Dateimanager – unter anderem mit SMB-Anbindung
  • DropBox: Ermöglicht den unkomplizierten Datenaustausch zwischen verschiedenen Rechnern und Mobilgeräten
  • Wapedia: Praktische Suche auf den Seiten von Wikipedia
  • WiFiManager: Erlaubt das einfache Verwalten von WLAN-Verbindungen

Im Test überraschte die Qualität der integrierten 5-MPixel-Kamera: Sie produzierte auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch vergleichsweise gute Bilder (Abbildung 3). Der eingebaute "Blitz" überzeugt jedoch nicht – bereits in einer Entfernung von mehr als einem Meter verpufft seine Wirkung. Dafür eignet er sich mit der entsprechenden App prima als LED-Taschenlampe. Weniger erfreulich fiel dagegen auf, dass der integrierte Audioplayer keine OGG-Dateien wiedergibt. Immerhin unterstützt der Bildbetrachter von Hause aus das freie PNG-Format.

Abbildung 3: Wunder darf man von der eingebauten Kamera nicht erwarten, aber sie erfüllt ihren Zweck auch bei Dämmerlicht noch bemerkenswert gut.

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