Tipp: News-Meldungen auf dem Desktop

Das Web ist aktueller als jede Tageszeitung – und so schauen viele Anwender regelmäßig bei News-Angeboten wie dem der Tagesschau vorbei oder informieren sich auf der Linux Community, was es Neues rund um das freie Betriebssystem und Open-Source-Software gibt. Mehrere News-Quellen mit dem Browser im Blick zu behalten, ist umständlich, und ein seperater Newsreader wie der Akregator ist nicht jedermanns Sache. Ein guter Kompromiss, um seine Lieblings-News-Quellen immer im Blick zu haben, ist das KDE-Applet News, das sich halbtransparent über den Desktop legt und in einem fest definierten Zeitintervall (voreingestellt sind 30 Minuten) alle neuen Nachrichten Ihrer News-Quellen abholt.

Sie starten die Nachrichtenzentrale über einen Rechtsklick auf den Desktop und Auswahl von Miniprogramme hinzufügen aus dem Kontextmenü. Suchen Sie im sich öffnenden Fenster nach News und ziehen Sie den gleichnamigen Treffer mit gedrückt gehaltener linker Maustaste auf den Desktop.

Das Miniprogramm zeigt standardmäßig die Schlagzeilen neuer Nachrichten vom KDE-Projekt an. Sobald Sie auf eine davon klicken, öffnet sich der Standardbrowser, meistens Firefox, mit der kompletten Meldung (Abbildung 1).

Abbildung 1: Mit dem Miniprogramm "News" haben Sie aktuelle Nachrichten immer im Blick.

Tipp: Mehr News für das "News"-Applet

Die Liste der vordefinierten Nachrichtenquellen im News-Miniprogramm (siehe Tipp) ist recht überschaubar. Neben den standardmäßig aktiven KDE-News stehen im Einstellungsmenü nur noch ein paar weitere KDE- und distributionsspezifische Quellen zur Auswahl bereit. Wer sich auch für das politische Tagesgeschehen interessiert oder Linux-News in deutscher Sprache vorzieht, wird damit nicht glücklich.

Das Angebot lässt sich jedoch leicht um weitere Nachrichtenquellen erweitern. Dazu öffnen Sie den Einstellungsdialog über das Schraubenschlüsselsymbol der Widget-Leiste. (Sie klappt aus, sobald Sie den Mauszeiger über das News-Widget bewegen.) Klicken Sie dort links auf Nachrichtenquellen und geben Sie in das Feld neben Nachrichtenquelle hinzufügen den Link zu einem RSS-Feed ein.

Welche Links Sie hier angeben müssen, finden Sie am schnellsten mit Firefox heraus: Wenn eine Seite einen RSS-Feed anbietet, ist bei Firefox der Menüpunkt Lesezeichen / Diese Seite abonnieren aktiv. Über einen Klick darauf gelangen Sie zum RSS-Feed der Seite, und Firefox bietet über einen Button an, sie als dynamisches Lesezeichen zu abonnieren. Das müssen Sie nicht, Sie benötigen nur die URL aus der Adresszeile. Klicken Sie doppelt in die Adresszeile, um den Link in die Zwischenablage zu übernehmen. Wechseln Sie nun zum Einstellungsdialog des News-Miniprogramms und fügen Sie die kopierte Adresse mit einem Klick der mittleren Maustaste ein. Arbeiten Sie mit einer Zwei-Tasten-Maus ohne Rad, drücken Sie stattdessen beide Maustasten gleichzeitig. Klicken Sie danach auf Nachrichtenquelle hinzufügen, und schon taucht Ihre Wunsch-Site in der Liste auf, deren News regelmäßig direkt auf Ihrem Desktop landen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Im Einrichtungsdialog des News-Miniprogramms können Sie weitere Nachrichtenquellen hinzufügen, hier das Online-Angebot des Spiegel.

Tipp: Abholintervall für Nachrichten anpassen

Standardmäßig klappert das News-Applet für den Desktop alle 30 Minuten die eingerichteten Nachrichtenquellen ab und schaut, ob es etwas Neues gibt. Sind Ihnen 30 Minuten zu lang, setzen Sie die voreingestellte Zeit einfach herunter. Bewegen Sie dazu die Maus über das News-Applet und klicken Sie in der ausklappenden Seitenleiste auf das Schraubenschlüsselsymbol. Im Einrichtungsdialog stellen Sie im Abschnitt Allgemein das gewünschte Aktualisierungsintervall in Minuten ein.

Tipp: Datum und Uhrzeit in allen Formaten

Die "digitale Uhr", die KDE unten rechts in der Kontrollleiste einblendet, richtet sich standardmäßig nach den Regionaleinstellungen Ihres Systems. So verwendet sie bei deutschen Regionaleinstellungen das 24-Stunden-Format für die Uhrzeit und zeigt auch das Datum in hiesieger Notation an: Der Tag und nicht der Monat steht vorne. Das lässt sich über den Einrichtungsdialog der Uhr auch nicht ändern.

Benötigen Sie trotzdem einmal die amerikanische Schreibweise in der Form Jahr-Monat-Tag, werden Sie im Kontextmenü der Uhr fündig. Unter dem Eintrag In die Zwischenablage kopieren, finden Sie eine ganze Reihe Schreibweisen für Datum und Uhrzeit. Sobald Sie eine davon anklicken, landet sie in der Zwischenablage, und Sie können sie z. B. in Office-Dokumente einfügen.

Tipp: Mehr Einträge in der Zwischenablage

Die KDE-Zwischenablage Klipper, die sich im Systembereich der Kontrollleiste befindet, ist nicht zuletzt deshalb so praktisch, weil sie nicht nur den zuletzt kopierten Text speichert, sondern nahezu beliebig viele Kopieraktionen. Wie viele das sind, unterscheidet sich von Distribution zu Distribution. Über das Einrichtungsmenü der Zwischenablage erhöhen oder reduzieren Sie die Anzahl der zu speichernden Einträge.

Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf das Klemmbrett-Symbol (unter OpenSuse eine Schere) und wählen Sie Klipper einrichten aus dem sich öffnenden Kontextmenü. Im Abschnitt Allgemein können Sie mit den Pfeiltasten hinter dem Feld Größe des Verlaufsspeichers die Anzahl der zu speichernden Einträge anpassen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Im Einrichtungsdialog der KDE-Zwischenablage legen Sie fest, wie viele Einträge Klipper speichert.

Tipp: Zwischenablage per Tastenkombination öffnen

Oft hat man gerade beide Hände an der Tastatur, wenn man Text aus der KDE-Zwischenablage in ein Dokument einfügen will. Schneller als mit der Maus öffnet man sie in diesem Fall mit der Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[V]. Mit den Pfeiltasten navigieren Sie zwischen den Einträgen und wählen den gewünschten mit einem Druck auf [Eingabe] aus. Über die gewohnte Tastenkombination [Strg]+[V] fügen Sie den so ausgewählten Text dann in das Dokument ein.

Tipp: Zwischenablage im Blick

Nutzen Sie die im vorherigen Tipp beschriebene Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[V], um schnell Zugriff auf die KDE-Zwischenablage zu erhalten, stört es Sie vielleicht auch, dass sie sich rechts unten öffnet. Viel praktischer wäre es, wenn sie an der aktuellen Cursor-Position aufklappen würde. Dieses Verhalten erreichen Sie über den Einstellungsdialog der Zwischenablage: Sie öffnen ihn per Rechtsklick auf das Klipper-Icon im Systembereich der Kontrollleiste und wählen im aufklappenden Kontextmenü den Eintrag Klipper einrichten. Im Abschnitt Allgemein setzen Sie einfach ein Häkchen vor Kontextmenü an Mausposition öffnen und bestätigen die Änderung mit einem Klick auf OK.

Tipp: Verzeichnisse aus der Ordnerleiste entfernen

Im Dialog zum Speichern und Öffnen von Dateien zeigen KDE-Anwendungen links eine Leiste mit einigen vorausgewählten Ordnern an. Dazu gehören unter anderem das Home-Verzeichnis Ihres Benutzers (Persönlicher Ordner), das Netzwerk, der Basisordner und der Mülleimer. Die ersten beiden benötigt man wahrscheinlich häufiger, der Mülleimer-Eintrag ist jedoch ziemlich nutzlos. Auch den Schnellzugriff auf den "Basisordner" (das Wurzelverzeichnis /) benötigt man nur selten, da man als normaler Benutzer außerhalb seines Home-Verzeichnisses sowieso keine Dateien verändern oder neu anlegen darf.

Solche kaum benötigen Einträge werden Sie leicht los: Klicken Sie beispielsweise den Mülleimer mit der rechten Maustaste an und wählen Sie im Kontextmenü Mülleimer ausblenden. Nicht wundern: Der Mülleimer verschwindet nicht sofort, sondern erst, wenn Sie ein anderes Verzeichnis markieren.

Auf diese Weise versteckte Einträge zaubern Sie genauso leicht wieder hervor: Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste in einen freien Bereich der Schnellzugriffsleiste und wählen Sie im aufklappenden Kontextmenü den Eintrag Alle Einträge anzeigen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Einmal ausgeblendete Ordner lassen sich über das Kontextmenü der Schnellzugriffsleiste wieder anzeigen.

Tipp: Eigene Ordner im Schnellzugriff

Haben Sie, wie im letzten Tipp beschrieben, einzelne Verzeichnisse aus der Schnellzugriffsleiste des Dateiauswahldialogs gelöscht, können Sie den so gewonnenen Platz für Ordner nutzen, die Sie tatsächlich häufig benötigen, etwa das Verzeichnis Downloads oder das, in dem Sie Ihre Office-Dokumente speichern. Um die Schnellzugriffsleiste um ein Verzeichnis zu erweitern, ziehen Sie es einfach mit gedrückt gehaltener linker Maustaste aus der rechten Fensterhälfte in die Leiste und lassen es dort fallen.

Tipp: Programmstarter auf dem Desktop

Sie können Programmsymbole aus dem KDE-4-Menü auf den Desktop ziehen, um den Programmstarter so immer im Blick zu haben. Alternativ klicken Sie das Icon im Menü mit der rechten Maustaste an und wählen Zur Arbeitsfläche hinzufügen aus dem Kontextmenü (Abbildung 5).

Abbildung 5: Programme aus dem K-Menü können Sie per Drag & Drop und über ihr Kontextmenü auf den Desktop legen.

Tipp: Hinzufügen von Programmen zur Arbeitsfläche scheitert

Gibt es bei den Programmen im K-Menü den Eintrag Zur Arbeitsfläche hinzufügen nicht (siehe Tipp ##), liegt das daran, dass Sie irgendwann die Option Miniprogramme sperren im Kontextmenü des Desktops ausgewählt haben. Sie bewirkt, dass Sie die Widgets auf dem Desktop nicht verschieben können, und verhindert auch das Löschen und Hinzufügen von Widgets. Sie deaktivieren die Option, indem Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle des Desktops klicken und im aufklappenden Menü den Punkt Miniprogramme entsperren aufrufen. Danach lassen sich die Programmstarter aus dem K-Menü wieder auf den Desktop verfrachten.

Tipp: Konqueror: Eingebettete Ansicht für Textdateien

Wer den alten Konqueror gegenüber Dolphin als Dateimanager bevorzugt, ärgert sich eventuell darüber, dass das Programm Textdateien nicht mehr wie früher in der eingebetteten Ansicht, sondern im Text-Editor öffnet. Verantwortlich dafür sind die Dateityp-Einstellungen für Texte. Diese passen Sie im KDE-Kontrollzentrum an: Sie starten es über ein mit [Alt]+[F2] geöffnetes Schnellstartfenster, in das Sie systemsettings eingeben. Wechseln Sie dort auf den Tab Erweitert und öffnen Sie unter Erweiterte Benutzereinstellungen das Modul Dateizuordnungen. Markieren Sie in der Baumansicht links im Fenster den Eintrag text und setzen Sie in der rechten Fensterhälfte ein Häkchen vor Datei in eingebettetem Betrachter anzeigen (Abbildung 6). Künftig zeigt Konqueror Textdateien wieder in der eingebetteten Ansicht an, in der Sie diese wie im Text-Editor auch bearbeiten können. Möchten Sie eine Textdatei doch einmal in KWrite, Kate oder OpenOffice Writer öffnen, erledigen Sie das über den Eintrag Öffnen mit im Kontextmenü.

Abbildung 6: Über die Einstellungen für die Dateizuordnung sorgen Sie dafür, dass Konqueror Textdateien im eingebetteten Betrachter und nicht in KWrite öffnet.

Tipp: Eingefrorene Kontrollleiste wiederbeleben

Mitunter passiert es, dass die Kontrollleiste einfriert, wenn Sie über den Halbkreis unten rechts den Bearbeitungsmodus aktiviert haben. Auch Warten hilft da nicht – die Leiste bleibt tot. Sie müssen sich nun nicht abmelden oder den Desktop abschießen, um alles wieder ins Lot zu bringen. Öffnen Sie stattdessen über ein mit [Alt]+[F2] geöffnetes Schnellstartfenster, in das Sie konsole eingeben, ein Befehlsfenster. Mit dem Kommando:

kquitapp plasma-desktop

(KDE quit application) beenden Sie die Plasma-Oberfläche von KDE. Nicht erschrecken: Damit verschwinden alle Miniprogramme, die Arbeitsflächenordner und die Kontrollleiste. Die erhalten Sie mit dem Befehl

plasma-desktop

aber sofort zurück.

Tipp: Anwendungen per Tastenkombination starten

Bei einem gut gefüllten K-Menü ist es gar nicht so einfach, sich bis zu seinen Lieblingsprogrammen durchzuhangeln. Diese auf den Reiter Favoriten zu packen, ist auch keine Lösung, da der Platz dort beschränkt ist. Am schnellsten starten Sie häufig benötigte Programme über Tastenkombinationen, die Sie den Anwendungen im Menü-Editor zuweisen.

Öffnen Sie dieses Tool, indem Sie mit der rechten Maustaste auf den K-Menü-Button klicken und Menü-Editor aus dem Kontextmenü wählen. Dort finden Sie links im Fenster eine Liste aller Programmkategorien. Über einen Klick auf das Plus-Zeichen vor einer Kategorie klappt die Liste aller zugehörigen Programme aus. Um nun beispielsweise dem Audio-Player Amarok die Tastenkombination [Alt]+[A] zuzuweisen, markieren Sie ihn in der Kategorie Unterhaltungsmedien und wechseln rechts im Fenster auf den Reiter Erweitert. Klicken Sie unten rechts auf die Schaltfläche hinter Aktuelles Tastenkürzel und drücken Sie das gewünschte, etwa [Alt]+[A] – es erscheint dort, während Sie schreiben und ist sofort aktiv (Abbildung 7).

Abbildung 7: Im Menü-Editor können Sie Programmen Tastenkürzel für den schnelleren Start zuweisen.

Sie müssen nicht befürchten, versehentlich ein Tastenkürzel zu vergeben, das schon belegt ist: KDE überprüft die Liste aller eingerichteten Tastenkombinationen auf Dubletten und zeigt im Fall des Falles eine Warnung an. Dann können Sie die Aktion abbrechen oder die Tastenkombination doch neu zuzuweisen.

Tipp: Kontrollleiste automatisch ausblenden

Gerade auf kleinen Bildschirmen ärgert man sich über jeden Zentimeter verschenkten Platzes, der nicht von Programmfenstern genutzt werden kann. Unter KDE gewinnen Sie Platz dazu, indem Sie den Desktop anweisen, die Kontrolleiste automatisch auszublenden.

Klicken Sie dazu auf den Halbkreis ganz rechts in der Leiste und wählen Sie im ausklappenden Bereich die Option Weitere Einstellungen. Es öffnet sich ein Menü, in dem Sie den Eintrag Automatisch ausblenden anklicken. Künftig mogelt sich die Kontrollleiste nur noch in Ihr Blickfeld, wenn Sie den Mauszeiger an den unteren Bildschirmrand bewegen.

Tipp: Konqueror: Schnellzugriff auf den Mülleimer

Wenn Sie Konqueror als Dateimanager einsetzen und schnell eine Datei aus dem Mülleimer wiederherstellen wollen, müssen Sie den KDE-Abfalleimer nicht über sein – eventuell von einem Fenster überdecktes – Desktop-Symbol ansteuern. Geben Sie in der Adressleiste von Konqueror einfach trash:/ ein und drücken Sie [Eingabe], um zum Mülleimer zu wechseln.

Tipp: K-Menü: Versehentlichen Tab-Wechsel verhindern

Viele Nutzer mögen das Menü von KDE 4 wegen der praktischen Suchfunktion. Stöbert man aber einfach so durch die Programmkategorien, passiert es gelegentlich, dass man versehentlich den Mauszeiger über einen anderen Tab bewegt. Standardmäßig wechselt das K-Menü dann von der Anwendungsübersicht zu diesem Tab, etwa zu den Favoriten oder zum Verlauf.

Den versehentlichen Tab-Wechsel verhindern Sie, indem Sie das K-Menü so einrichten, dass der Tab-Wechsel explizit per Mausklick erfolgen muss. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf den Menü-Button und wählen Sie Einstellungen für K-Menü aus dem Kontextmenü. Entfernen Sie danach im Bereich Allgemein das Häkchen vor der Option Kategorien durch Überfahren mit der Maus wechseln (Abbildung 8).

Abbildung 8: Im Einrichtungsdialog des K-Menüs können Sie festlegen, dass Sie nur mit Klicks durch die Tabs des Menüs wechseln wollen.

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