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Knoppix und Ubuntu

Tipps und Tricks zu Knoppix und Ubuntu

02.04.2011
Ubuntu und Knoppix basieren auf der Linux-Distribution Debian – wir verraten Tricks und Kniffe, welche die Arbeit auf diesen Systemen angenehmer machen.

Tipp: Ubuntu: Grub-Menü aufräumen und alte Kernel löschen

Alle sechs Monate veröffentlicht Canonical eine neue Ubuntu-Version, aber auch in der Zwischenzeit liegt die aktuelle Variante nicht brach. In schöner Regelmäßigkeit stellen die Entwickler Aktualisierungen und Bugfixes bereit. Wer sein System immer auf dem neuesten Stand hält, bekommt nicht nur neue Programme und Bibliotheken, sondern auch neue Kernel-Versionen. Die alten Kerne deinstalliert der Paketverwalter aber nicht automatisch – das ist praktisch, weil Sie so jederzeit bei Problemen einen alten Kernel starten können.

Die Kernel samt ihren Header-Dateien, Initial Ramdisks und Konfigurationen finden Sie im Verzeichnis /boot – sie nehmen nicht viel Platz weg und stören auch sonst nicht weiter. Das Menü des Bootloaders Grub wird mit der Zeit allerdings immer voller, daher zeigt die nächste Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie hier ein bisschen aufräumen.

  1. Finden Sie heraus, welchen Kernel Sie aktuell verwenden. Dazu öffnen Sie über [Alt]+[F2] und Eingabe von gnome-terminal (Gnome) oder konsole (KDE) ein Terminalfenster. Mit dem uname-Kommando geben Sie nun die Nummer aus und notieren diese:

    $ uname -r
    2.6.35-25-generic

    Es ist wichtig, dass Sie den aktuell laufenden Kernel nicht mit entfernen, da sonst das System nicht mehr bootet.

  2. Schauen Sie nun ins Verzeichnis /boot und notieren Sie alle alten Kernel-Versionen (Abbildung 1). Bei den Kernen selbst handelt es sich um die Dateien, die mit vmlinuz beginnen.

    Abbildung 1: Die markierten Dateien, deren Namen mit "vmlinuz-" beginnen, sind alte Kernel-Versionen. Die letzte Datei in der Liste ist nicht markiert: Darin steckt der aktuelle Kernel.
  3. Starten Sie nun Synaptic, KPackageKit oder das Software-Center und geben Sie in die Suchmaske die Nummer eines der zu entfernden Kernel ein. Das Paket namens linux-image-<nummer> enthält den Kernel; die darüber hinaus gefundenen Pakete mit den Header-Dateien linux-headers-<nummer> können Sie auch entfernen. Verfahren Sie so mit allen Kernel-Versionen, die Sie nicht länger im Grub-Bootmenü sehen möchten.

    Abbildung 2: Über Ubuntus Software Center entfernen Sie alte Kernel-Versionen.
  4. Anschließend öffnen Sie wieder ein Terminalfenster (siehe Punkt 1) oder tippen in das noch vorhandene den Befehl sudo update-grub2 ein, um den Bootloader zu aktualisieren. Als Passwort geben Sie Ihr eigenes ein. Beachten Sie, dass keine Sternchen als visuelles Feedback erscheinen, Sie also "blind" tippen. Listing 1 zeigt die Meldungen des Testrechners.

Listing 1

update-grub2

$ sudo update-grub2
Password: (Passwort)
Generating grub.cfg ...
Found background image: fiesta.png
Found linux image: /boot/vmlinuz-2.6.35-25-generic
Found initrd image: /boot/initrd.img-2.6.35-25-generic
Found linux image: /boot/vmlinuz-2.6.35-24-generic
Found initrd image: /boot/initrd.img-2.6.35-24-generic
Found Windows Vista (loader) on /dev/sda1
Found Windows 7 (loader) on /dev/sda2
Found Debian GNU/Linux (6.0) on /dev/sda6
done

Tipp: Knoppix: Kein Start ohne "knoppix"-Kommando

Auch die aktuelle Version der beliebten Live-Distribution (die Sie auf der Heft-DVD dieser Ausgabe finden) startet in der Voreinstellung das sprechende Adriane-Menü [1]. Drücken Sie also am boot:-Prompt einfach [Eingabe], begrüßt Sie nach kurzer Zeit eine Computerstimme und liest die Menüeinträge und Ihre Eingaben vor. Adriane (Audio Desktop Reference Implementation and Networking Environment) ist ein leicht zu benutzendes System, das optional auch mit Braille-Zeilen zusammenarbeitet. Per Pfeiltasten erreichen Sie nicht nur den vorausgewählten Textbrowser, Mailclient und Mediaplayer, sondern hangeln sich auf Wunsch auch bis zum Punkt 12 Graphische Programme durch (Abbildung 3), drücken die Eingabetaste und starten dann über startlxde den LXDE-Desktop.

Abbildung 3: Die Voreinstellung bei der aktuellen Knoppix-Version ist Adriane und nicht der LXDE-Desktop.

Das Ganze ist kein Bug, sondern ein Feature. Klaus Knopper, der Macher der Knoppix-Distribution, wollte sehenden Nutzern einmal zeigen, wie blinde Linuxer ihr System erleben. Wer die Augen schließt und sich von der Sprachausgabe durch die Menüs und Programme führen lässt, bekommt einen ganz guten Eindruck davon, was Screenreader momentan unter Linux leisten.

Natürlich ist der grafische Desktop weiterhin dabei. Wenn Sie sich nicht nach dem Booten über das Adriane-Menü dorthin hangeln möchten, können Sie mit einem Cheatcode direkt die gewohnte Umgebung starten. Dazu geben Sie am Bootprompt einfach knoppix ein und drücken [Eingabe].

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