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© Diego Cervo, 123RF

CD-Cover erstellen

Marke Eigenbau

Wer seinen MP3s aus dem Internet eine Gestalt geben will, brennt sie als Audiodateien auf eine CD. Und packt sie dann in eine transparente Billig-CD-Hülle? Das muss nicht sein. Mit Kover basteln Sie schnell eigene Covers oder modellieren das Originalcover einfach nach.

Die Software Kover befriedigte schon unter KDE 3 das Bedürfnis nach selbstentworfenen CD-Hüllen für selbstgebrannte CDs. Nun gibt es seit 2008 auch eine Version für KDE 4, die schlicht Kover 4 heißt. Der Autor gibt in seinem Blog an [1], er habe die Version nicht um neue Funktionen ergänzt, aber den Code komplett umgeschrieben und dabei gleich entrümpelt. Um die Kritikpunkte gleich am Anfang zu nennen: Kover liegt nur in englischer Sprache vor, wir übersetzen die Menüpunkte daher, wo es nötig erscheint. Zudem generiert die Software keine Covers für DVDs, wohl aber für Slim-Case-CD-Hüllen, die dünner sind als die regulären CD-Hüllen. Ein Label für die CD selbst erzeugt Kover auch nicht. Label stehen aber ohnehin im Verdacht, eine Unwucht beim Abspielen von CDs zu erzeugen, die zu Lesefehlern führt.

Sicher gibt es einige Feinheiten, die sich an der Software verbessern ließen. Das wichtigste ist aber, dass Kover auf allen von EasyLinux unterstützten Systemen stabil läuft und Sie damit schnell brauchbare Ergebnisse produzieren. Auch schön: Sie brauchen nicht unbedingt die Original-CD, um ein Cover zu erzeugen. Brennen Sie MP3s auf eine CD, fehlt die ja häufig. Hier nimmt Ihnen die integrierte FreeDB-Lösung das manuelle Eintippen der Songliste ab – dazu später mehr. Die erzeugten Covers drucken Sie direkt aus oder machen zunächst PDF-Dateien daraus, die Sie an Freunde verschicken. Das stellt sicher, dass ein Cover auch in fremden Druckern seine Form bewahrt.

Zunächst ein paar Worte zu den erzeugten Komponenten, da die Software ja nur in englischer Sprache vorliegt. Kover erzeugt ein "Booklet" und ein "Inlet". Klappen Sie eine Musik-CD auf, finden Sie das Booklet gewöhnlich gleich am Anfang. Es enthält das Titelbild der CD und ist zwischen 2 und zirka 80 Seiten dick. Kover erzeugt ein Faltblatt, das Sie einfach in die Vorderseite der CD-Hülle stecken.

Drehen Sie eine CD um, listet die Rückseite meist die enthaltenen Songs mitsamt Laufzeiten auf – in Kover heißt die Rückseite Inlet. Um dieses einzulegen, müssen Sie meist das Plastikteil entfernen, in dem die CD selbst steckt. Das Inlet enthält an den Seiten zwei Flügel, die später als CD-Rücken (engl.: cd spine) fungieren. Kover beschriftet diese Bereiche, die Sie sehen, wenn Sie eine CD senkrecht ins Regal stellen (was ja häufig der Fall ist).

Kover auf den Rechner

Als Nutzer von Kubuntu 10.10 haben Sie es am einfachsten: Sie spielen Kover über die Paketverwaltung ein, es steckt in den Standardpaketquellen. Klicken Sie dazu im K-Menü auf Rechner und dann auf KPackageKit, und geben Sie nach dem Start der Software in die Suchzeile kover ein. Fahren Sie mit der Maus über den Schriftzug, erscheint rechts daneben ein Button namens Installieren, den Sie betätigen. Ein weiterer Klick unten rechts auf Anwenden installiert die Software, die Sie im K-Menü unter Anwendungen / Nicht zuzuordnen finden.

Einen Tick komplizierter wird es, wenn Sie OpenSuse verwenden.

  1. Unter OpenSuse 11.3 rufen Sie über Rechner / Software installieren/entfernen zunächst die Softwarezentrale auf.
  2. Über den Menüpunkt Konfiguration / Repositories erreichen Sie eine Übersicht der momentan eingerichteten Paketquellen.
  3. Über Hinzufügen ergänzen Sie eine neue Quelle und klicken dann auf Community/Gemeinschafts-Repositories. OpenSuse 11.3 listet nun eine Reihe von Paketquellen auf, die sich zusätzlich einbinden lassen, um den Softwarefundus zu erweitern.
  4. Setzen Sie ein Kreuzchen bei openSUSE BuildService -- KDE:Extra und klicken Sie anschließend auf OK.
  5. Im nächsten Schritt bindet OpenSuse die neue Paketquelle ein, wobei Sie durch einen Klicke auf Importieren den Sicherheitsschlüssel zur Paketquelle auf Ihren Rechner holen. Der stellt sicher, dass die Pakete tatsächlich aus der genannten Quelle stammen.
  6. Sie suchen dann über die Suchleiste nach kover und spielen die Software über zwei Mausklicks auf Installieren und Fortfahren auf den Rechner.

Um Kover zu starten, suchen Sie im K-Menü unter Programme / Multimedia / CD Cover Printer danach, was auch für Opensuse 11.2 gilt. Apropos OpenSuse 11.2: Hier fehlt die genannte Paketquelle bei den voreingestellten Repositories, also geben Sie den Pfad manuell an. Wiederholen Sie dazu zunächst die eben gezeigten Schritte 1 und 2.

  1. Wählen Sie dann in der Paketquellenübersicht ebenfalls Hinzufügen, im nächsten Fenster aber den Punkt URL angeben.
  2. Als Repository-Name geben Sie z. B. Extra ein, und in die Zeile URL als Link http://download.opensuse.org/repositories/KDE:/Extra/openSUSE_11.2/. Über Mausklicks auf Weiter und OK setzen Sie den Vorgang fort und landen wieder in der Softwareverwaltung.
  3. Geben Sie links oben kover als Suchbegriff ein und installieren Sie die Software über Installieren und Fortsetzen.

Das war nicht so schwer. Nun rufen Sie das Programm auf und entwerfen Ihr erstes Cover. Dazu stellen wir zunächst kurz die grafische Oberfläche vor (Abbildung 1).

Abbildung 1: Kover besteht aus einem linken und einem rechten Bereich. Links tragen Sie den Titel und die Tracks auf der CD ein, rechts sehen Sie eine Vorschau.

Der Baukasten

Im linken Bereich des Kover-GUI erwarten die beiden Textfelder Title und Contents (Inhalte) Eingaben von Ihnen. Im rechten Bereich zeigt Kover, wie sich diese Eingaben auf das Cover auswirken – Sie erhalten also ein visuelles Feedback. Klicken Sie auf den Bereich, wird dieser vergrößert (Abbildung 2), ein zweiter Klick beendet die Vergrößerung. Standardmäßig erscheinen auf der rechten Seite drei Blätter: Im oberen Bereich sehen Sie das Booklet, darunter das Inlet mit den angehängten Rückenteilen für die CD. Für eine Slim-Case-Hülle ändern Sie diese Aufteilung, was das Kapitel Schräubchen beschreibt. Oberhalb und unterhalb der Coverflächen erscheinen Icons, über die Sie schnell zu den wichtigsten Einstellungen von Kover gelangen.

Abbildung 2: Ein Klick auf die Vorschau rechts vergrößert diese, ein weiterer Klick macht sie wieder kleiner.

Bevor Sie ein Projekt starten, speichern Sie es zunächst ab, indem Sie auf den Button Save (Speichern) klicken – Kover hängt an alle Projekte die Endung .kover an. Zunächst gestalten Sie ein einfaches Textcover ohne Bilder, das die wichtigsten Informationen enthält, wie es Abbildung 1 zeigt. Dazu geben Sie auf der linken Seite oben den Namen des Interpreten und den Titel des Albums ein. Wie das "rüberkommt", zeigt die Booklet-Vorschau rechts. Sie können Zeilen zwischen den beiden Einträgen freilassen oder diese anders formatieren. Wie Sie die rechte Seite des Booklet-Faltblatts beschriften, blieb allerdings ein Rätsel – zumindest eine Grafik lässt sich hier aber einfügen.

In den Bereich Contents tippen Sie nun sämtliche Titel der CD und ihre Laufzeiten ein. Kleiner Scherz, das geht natürlich (in den meisten Fällen) automatisch. Erzeugen Sie ein Cover für eine vorhandene Audio-CD, die sich im Laufwerk befindet, klicken Sie auf den Menüeintrag Kover / CDDB Lookup. Die Software sucht nun basierend auf den Metadaten der eingelegten CD nach einem passenden Eintrag auf der Webseite FreeDB.org [2] und fügt dann die Liste der auf der CD vorhandenen Tracks automatisch und unter Angabe der jeweiligen Länge ein. Die Bezeichnung CDDB ist etwas irreführend, denn eine CD-Datenbank dieses Namens existiert schon länger nicht mehr. Die FreeDB-Datenbank, die Kover als Standardlösung verwendet, liefert heute die passenden Informationen.

Fehlt eine Audio-CD als Vorlage, wählen Sie die Option Kover / CDDB without CD, woraufhin sich ein Fenster öffnet, das Sie nach einer Kategorie fragt (Select a category) und dann auffordert eine CDDB-ID einzugeben (Enter CDDB Id) (Abbildung 3). Auf der FreeDB-Webseite [2] warten diese Informationen. Um sie zu finden, geben Sie in die Suchleiste rechts oben den Titel des Albums ein oder den Namen des oder der Interpreten. Meist schlägt die Datenbank mehrere Alben vor, hier müssen Sie selbst entscheiden, welches am besten passt. Klicken Sie auf Details und übertragen Sie die Informationen neben Disc-ID in das Kover-Dialogfenster (Abbildung 4). Darauf basierend fahndet Kover nach den Titeln auf der Platte und schreibt diese in das Feld Contents. Es gibt zudem noch die Option, die Titel abzurufen, indem Sie über Kover den CD-Text auslesen. Längst nicht alle kommerziellen CDs bringen diesen Text mit, den Sie über den Menüpunkt Kover / Read CD-TEXT auslesen lassen. Taucht die CD in keiner Datenbank auf, bleibt natürlich auch immer noch der etwas umständliche manuelle Weg.

Abbildung 3: Um ohne eine vorhandene Audio-CD eine Liste von Stücken automatisch anzulegen, benötigt Kover zwei Informationshäppchen von Ihnen.
Abbildung 4: Die Informationen finden Sie auf der FreeDB.org-Webseite, wo Sie in die Suchleiste den Namen und Interpreten eines Albums eingeben.

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