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© Sergey Galushko, 123RF

Arbeiten mit CD- und DVD-Abbildern

CDs und DVDs in der Shell

ISO-Images mit Linux-Distributionen, die Sie aus dem Internet herunterladen, brennen Sie mit K3b oder einem anderen Brennprogramm auf einen DVD-Rohling. Doch Sie können auch mit Shell-Befehlen auf die Images zugreifen und eigene erstellen.

ISO-Images sind Abbilddateien von CDs oder DVDs: Ihren Namen haben sie vom Dateisystem ISO-9660, in dem diese Scheiben "formatiert" sind. Darum tragen Image-Dateien auch meist die Dateiendung .iso. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, wie Sie mit den Kommandozeilenbefehlen mount auf die Images zugreifen, mit mkisofs selbst welche erzeugen und mit isoinfo Informationen über ein Image ausgeben.

Image einbinden

Wenn Sie eine hypothetische Image-Datei easylinux.iso aus dem Internet heruntergeladen haben, müssen Sie diese nicht extra auf einen Rohling brennen, um einen Blick auf den Inhalt zu werfen: Ein einziger Kommandozeilenbefehl reicht aus, um die im Image gespeicherten Dateien in das Linux-Dateisystem einzubinden. Sie benötigen dazu Administratorrechte.

Für den folgenden Befehl gehen wir davon aus, dass es auf Ihrem Rechner das Verzeichnis /mnt gibt und dort kein anderes Medium eingebunden ist. Wenn die Datei easylinux.iso direkt in Ihrem Home-Verzeichnis (/home/benutzername/) liegt, öffnen Sie mit [Alt]+[F2] und Eingabe von konsole ein Terminalfenster und geben darin den folgenden Befehl ein:

sudo mount -o loop easylinux.iso /mnt

Liegt die ISO-Datei an einem anderen Ort, geben Sie den vollen Pfad an, z. B. /tmp/easylinux.iso. Das war es schon: Ab sofort können Sie über den Pfad /mnt/ auf die Dateien aus dem Image zugreifen – eine Datei index.html, die sich im Wurzelverzeichnis des Images befindet, würden Sie dann z. B. über /mnt/index.html erreichen. Sie können auch einen grafischen Dateimanager wie Dolphin verwenden, um in diesen Ordner zu schauen.

Solange das ISO-Image auf diese Weise eingebunden ist, können Sie auch Dateien vom Image herunter ins normale Dateisystem (also meist in Ihr Home-Verzeichnis) kopieren. Was nicht möglich ist, ist das Löschen von Dateien im Image: Der Zugriff ist nur lesend. Wollen Sie ein Image verändern, haben Sie nur die Möglichkeit, zunächst alle Dateien in einen neuen Ordner zu kopieren, dort die Änderungen vorzunehmen und schließlich ein neues Image zu erstellen.

Wollen Sie die Einbindung des Images wieder aufheben, geben Sie den Befehl

sudo umount /mnt

ein – das setzt voraus, dass Sie beim Einhängen das Verzeichnis /mnt/ als Mountpoint verwendet haben.

ISO-Image erstellen

Das Programm, mit dem Sie auf der Kommandozeile neue Images bauen können, heißt – je nach Linux-Distribution – entweder mkisofs oder genisoimage; wir gehen hier davon aus, dass Sie das Tool über den Namen mkisofs erreichen können. Beide Tools verwenden dieselben Optionen.

Haben Sie in einem Unterordner Ihres Home-Verzeichnisses die Dateien (und Unterverzeichnisse) versammelt, die in das Image wandern sollen, erzeugt das folgende Kommando ein ISO-Image:

mkisofs -J -r -o Dateiname.iso Ordner

Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie ein CD- oder ein DVD-Image erzeugen möchten; beide Datenträgertypen verwenden dasselbe Dateiformat namens ISO-9660. Im DVD-Umfeld gibt es außerdem noch das UDF-Format (Universal Disk Format), das Sie aber für Daten-DVDs nicht benötigen; Video-DVDs sind UDF-formatiert.

Was bedeuten die Optionen im Detail?

  • Mit -o Dateiname.iso legen Sie den Namen für die Ausgabedatei fest. Sie können hier auch einen vollen Pfad angeben, wenn Sie das Image z. B. im Ordner /tmp/ speichern möchten.
  • Über -r weisen Sie das Programm an, so genannte RockRidge-Extensions zu erzeugen. Das ist u. a. nötig, damit Sie unter Linux die Dateinamen in voller Länge sehen. Es gibt noch eine groß geschriebene Variante (-R), die Sie alternativ zu -r nutzen können: Das ist dann sinnvoll, wenn Sie Dateien archivieren möchten. Bei -R bleiben Zugriffsrechte und die "Besitzverhältnisse" der Dateien erhalten, während -r diese so anpasst, dass das Image (oder die damit gebrannte DVD) auf jedem Rechner lesbar ist.
  • Mit -J erzeugen Sie schließlich die so genannten Joliet-Extensions. Sie haben eine ähnliche Aufgabe wie die RockRidge-Extensions, sind aber für Windows-Systeme gedacht. Wenn Sie wissen, dass Sie das Image nur auf Linux-PCs nutzen werden, können Sie diese Option weglassen.

Das Programm mkisofs erzeugt sehr viele Ausgaben, u. a. listet es sämtliche Dateien, bei denen es Anpassungen an den Dateinamen vorgenommen hat: Das liegt daran, dass das ISO-9660-Dateisystem nur kurze Dateinamen unterstützt (eine Einschränkung, welche die Joliet- und RockRidge-Extensions aufheben); aus Kompatibilitätsgründen wird aber für jede Datei auch ein Kurzname erzeugt. Außerdem sehen Sie den Fortschritt in Prozent. Am Ende gibt das Tool eine Zusammenfassung aus:

[...]
 99.03% done, estimate finish Thu Mar 17 23:48:31 2011
Total translation table size: 0
Total rockridge attributes bytes: 6598
Total directory bytes: 0
Path table size(bytes): 10
Max brk space used 0
45448 extents written (88 MB)

Die letzte Zeile verrät dabei die Größe des erstellten Images.

Ein so erzeugtes Image können Sie mit K3b (über den Menüpunkt Extras / ISO-Abbild brennen) auf eine CD oder DVD brennen, oder Sie können das Image auf einen Webserver hochladen und anderen Personen zur Verfügung stellen.

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