Virtuelle Maschinen einrichten

Um eine neue virtuelle Maschine anzulegen klicken Sie im Hauptfenster auf das Icon Neu. Daraufhin öffnet sich ein Dialog, in dem Sie den Namen sowie das Betriebssystem eingeben, das Sie darin installieren möchten. Im nächsten Schritt weisen Sie dem System den Hauptspeicher zu, den es belegen darf (Abbildung 3). Beachten Sie dabei dass VirtualBox, anders als beispielsweise VMware, beim Start des Gasts stets den kompletten Speicher in Beschlag nimmt. Achten Sie deswegen darauf, dass für das Gastsystem noch genug übrig bleibt. 512 MByte reicht den meisten Gastsystemen für einen flüssigen Betrieb.

Abbildung 3: Per Schieberegler weisen Sie der virtuellen Maschine den Hauptspeicher zu, den sie verwenden darf.

Im darauffolgenden Fenster legen Sie fest, ob die Software für Sie eine neue virtuelle Festplatte erstellen (Festplatte erzeugen) oder eine bestehende einbinden soll. Im Regelfall erzeugen Sie diese. Es folgt die Abfrage, ob Sie ein Dynamisch wachsendes Medium oder ein Medium mit fester Größe bevorzugen. Um Platz auf der realen Platte zu sparen, wählen Sie hier die erste Option, da die virtuelle Festplatte damit stets nur so groß wie der tatsächlich belegte Platz ist. Danach folgt die Benennung der virtuellen Platte sowie deren Größenangabe. In der Regel schlägt VirtualBox bereits sinnvolle Werte vor. Als Richtline gilt: Um Reserven einzurechnen, darf es ruhig etwas mehr sein. So kommt beispielsweise OpenSuse und Windows XP gut mit 10 GByte aus, sehen Sie vor, Windows 7 zu installieren, sollten Sie jedoch mindestens 20 GByte reservieren.

Feintuning

Nach dem grundlegenden Einrichten der virtuellen Maschine erscheint diese als Eintrag in der linken Tabelle. Ein Klick darauf zeigt rechts daneben deren Details an. Wie der Name suggeriert, stellen Sie darin die Einzelheiten des Gastsystems ein und verändern bereits vorgenommene Einstellungen, etwa die Speichergröße. Beim Klick auf einen Eintrag erscheint ein neuer Dialog (Abbildung 4), in der linken Spalte sehen Sie darin die Kategorien, rechts deren Konfiguration. Klicken Sie darin auf Massenspeicher, erscheint die Belegung des IDE- und SATA-Controllers mit den verschiedenen Speichermedien. Klicken Sie unter IDE-Controller auf das CD-Icon leer, erscheint rechts daneben die Zuordnung, in der Grundeinstellung Sekundärer Master, und darunter, welches CD/DVD-Medium es in der virtuellen Maschine bereitstellt.

Abbildung 4: Das Konfigurationsfenster der virtuellen Maschinen erlaubt Ihnen das präzise Einstellen der virtuellen Hardwareumgebung.

Möchten Sie Ihr Gastsystem von einer realen CD/DVD installieren oder booten, wählen Sie im Drop-down-Menü Hostlaufwerk. Aktivieren Sie die Checkbox Passtrough, reicht die Software ATAPI-Kommandos direkt an das reale CD/DVD-Laufwerk weiter und ermöglicht Ihnen damit beispielsweise, CDs oder DVDs aus dem Gastsystem heraus zu brennen. Bevorzugen Sie für die Installation ein ISO-Image, wählen Sie dieses hier aus. In der Liste erscheinen jedoch nur Abbilder, die Sie zuvor im Manager für virtuelle Medien (siehe Abschnitt "Der Festplattenmanager") eingerichtet haben. Diesen öffnen Sie mit einem Klick auf das Ordner-Icon mit dem nach oben gerichteten grünen Pfeil.

Im Abschnitt System stellen Sie Details zur CPU, dem Hauptspeicher sowie der Bootreihenfolge der Laufwerke ein. Verwenden Sie einen Rechner mit Mehrkernprozessor, lohnt es sich, einen Blick in den Abschnitt Prozessor zu werfen. Darin stellen Sie nämlich ein, wie viele Kerne das Gastsystem verwenden darf. Das führt zuweilen zu erheblichen Performanceverbesserungen des Gastsystems. Allerdings funktioniert das nur bei Rechnern, die eine Hardware-Virtualisierung unterstützen. In der Rubrik Hauptplatine justieren Sie gegebenenfalls den zugewiesenen Speicher nach und ändern die Boot-Reihenfolge. Klicken Sie dafür auf einen Eintrag aus der Liste und danach auf einen der Pfeil-Icons daneben, um ihn nach oben oder unten zu verschieben.

Unter Anzeige stellen Sie unter anderem die grafische Umgebung der virtuellen Maschine ein. Unter anderem weisen Sie der Grafikkarte darin mittels Schieberegler Arbeitsspeicher von bis zu 128 MByte zu und aktivieren die 2/3D-Beschleunigung. In der Rubrik etwas deplatziert wirkt der Eintrag Fernsteuerung. Darin aktivieren Sie den Zugriff übers Netz via RDP auf die virtuelle Maschine. Dafür eignet sich unter anderem das KDE-Tool KRDC.

Wünschen Sie einen Dateiaustausch zwischen Gast und Wirt, wechseln Sie in die Rubrik Gemeinsame Ordner. Ein Klick auf das Ordnersymbol mit dem grünen Plus-Zeichen öffnet den Dialog, in dem Sie den Ordnerpfad- und Namen eintragen. Dieser erscheint später in den Netzwerkfreigaben des Gastsystems.

Um das Netzwerk der virtuellen Maschine zu konfigurieren klicken Sie auf die gleichnamige Rubrik. VirtualBox bietet insgesamt vier Karten zur Integration ins System an, die Sie mit der Checkbox neben Netzwerkadapter aktivieren ein- oder ausschalten. In der Grundeinstellung verwendet die Software die Anschlussmethode NAT. In diesem Fall teilt der in die Software integrierte DHCP-Server dem Gastsystem die IP-Adresse, das default Gateway sowie den DNS mit. Nachteil dieser Methode ist, dass es damit nicht über das Netz erreichbar ist. Alternativ verwenden Sie Netzwerkbrücke als Anschlussmethode, welche das Device an die Netzwerkkarte des Wirtsystems bindet. Befindet sich in Ihrem Netz ein DHCP-Server, bezieht das Gastsystem die Netzwerkinformationen von diesem.

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