Tipp: Gnome-Desktop mit dem Android-Handy fernsteuern

Dank VNC (Virtual Network Computing) steuern Sie den Bildschirminhalt eines entfernten Rechners über einen anderen Computer. Auf der einen Seite läuft dazu ein VNC-Server (das ist der Rechner, auf den Sie zugreifen möchten), auf der anderen Seite ein VNC-Client (das ist der Rechner, der auf den entfernten Rechner zugreift).

Der Gnome-Desktop hat einen eigenen VNC-Server namens Vino im Angebot, ein komfortables Werkzeug, um den eigenen Desktop über VNC freizugeben. Die von EasyLinux unterstützten Distributionen bringen Vino alle standardmäßig mit; falls noch nicht vorhanden, installieren Sie das gleichnamige Paket über Ihren Paketmanager. Auf Clientseite benötigen Sie einen entsprechenden Viewer. Der Market bringt jede Menge Apps – einige kostenlose, einige kostenpflichtige – mit. Im Test verwendeten wir android-vnc-viewer [2]. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie Sie die Fernsteuerung einrichten:

  1. Rufen Sie auf dem Gnome-Desktop die Servereinrichtung über System / Einstellungen / Entfernter Desktop auf.
  2. Klicken Sie in die Checkbox vor Anderen Benutzern erlauben, Ihren Bildschirm anzuzeigen und optional darunter in Anderen Benutzern erlauben, Ihren Bildschirm zu steuern (um vom Client aus auch die Maus und die Tastatur zu kontrollieren).
  3. Im Bereich Sicherheit sollten Sie mindestens eine der beiden Optionen (Jeder Zugriff auf diesen Rechner muss bestätigt werden bzw. Der Benutzer muss folgendes Passwort eingeben) aktivieren. Setzen Sie ebenfalls ein Häkchen bei Netzwerkeinstellungen so ändern, dass Verbindungen akzeptiert werden. Über einen Klick auf Schließen beenden Sie die Einrichtung des Servers.
  4. Starten Sie den Client auf dem Telefon. In der getesteten App android-vnc-viewer vergeben Sie einen Namen für die Verbindung (Feld Nickname), tragen das Passwort ein und setzen optional ein Häkchen bei Keep, wenn sich das Gerät das Kennwort merken soll. Ins Feld Address gehört die IP-Adresse des Linux-Rechners, die der Vino-Einrichtungsdialog im oberen Bereich anzeigt.

    Die Voreinstellung für den Port (5900) übernehmen Sie. Aus dem Drop-down-Menü darunter (Color Format) wählen Sie die Auflösung aus. Abschließend klicken Sie auf Connect, um die Verbindung aufzubauen.

  5. Wenn Sie bei den Sicherheitseinstellungen die Option Jeder Zugriff auf diesen Rechner muss bestätigt werden aktiviert haben, fragt nach dem Handshake ein Dialogfenster auf dem Gnome-Desktop nach, ob Sie die Verbindung abweisen oder erlauben.

    Nachdem Sie auf Erlauben geklickt haben, sehen Sie auf dem Handy-Bildschirm den Gnome-Desktop (Abbildung 3).

    Abbildung 3: Dank eines VNC-Servers und des zugehörigen Clients steuern Sie den Gnome-Desktop über Ihr Android-Handy komfortabel von der Couch aus.

Tipp: Vino: Automatisch oder von Hand starten?

Der im vorigen Tipp vorgestellte VNC-Server für den Gnome-Desktop nimmt in der Voreinstellung nach der Installation bei jeder Anmeldung an der grafischen Oberfläche seinen Dienst auf. Geregelt ist das durch einen entsprechenden Eintrag bei den Startprogrammen. Möchten Sie den Server lieber von Hand starten und damit die volle Kontrolle über den Dienst behalten, schalten Sie den automatischen Start einfach ab.

Gehen Sie dazu im Menü System / Einstellungen auf Startprogramme. Blättern Sie in der Liste bis zum Eintrag Entfernter Bildschirm (GNOME-Dienst für entfernte Bildschirme) und klicken Sie in die Checkbox davor, um den Start zu deaktivieren. Um den Eintrag ganz aus der Liste zu löschen, klicken Sie hingegen rechts auf die Schaltfläche Entfernen.

Um den Server nur dann zu starten, wenn Sie ihn wirklich brauchen, geben Sie den folgenden Befehl in ein Schnellstart- oder Terminalfenster ein:

/usr/lib/vino/vino-server

Verwenden Sie dazu den [Alt]+[F2]-Schnellstarter, achten Sie darauf, im Dialogfenster die Checkbox Im Terminal ausführen anzukreuzen. Um einen auf diese Weise ins Leben gerufenen VNC-Dienst zu beenden, schließen Sie entweder das Terminal oder drücken [Strg]+[C].

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