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Online-Banking-Programm Hibiscus

05.01.2011 Jede Bank verwendet ihr eigenes Web-Frontend fürs Online-Banking. Wer mit mehreren Konten "jongliert", muss ständig umdenken. Dann hilft ein Banking-Programm wie Hibiscus, das auch unter Linux läuft.

Wollen Sie Ihre Bankgeschäfte mit mehreren Konten bequem und sicher über das Internet abwickeln, brauchen Sie ein Programm, das den Zugang zur Bank ohne Webbrowser ermöglicht – zum Beispiel Hibiscus (Abbildung 1). Wir stellen die unter der GPL stehende Anwendung vor und erläutern, worauf Sie achten müssen, um sich gegen Angriffe zu wappnen.

Hibiscus ist für Linux, Windows und Mac OS verfügbar und nutzt eine eigene Java-Arbeitsumgebung, das Jameica-Framework. Darin können Sie Erweiterungen (Plug-ins) wie Hibiscus und eine Finanzsoftware zu nutzen, die Daten aus Hibiscus ausgewertet.

Abbildung 1

Abbildung 1: Hibiscus: Online-Banking mit Hibiscus ist einfach und übersichtlich.

Hibiscus unterstützt die im elektronischen Bankenwesen übliche, standardisierte Schnittstelle HBCI unter Linux mit den Zugangssicherungsverfahren PIN/TAN, Schlüsseldiskette und Chipkarte.

Um Phishing-Versuche und bösartig veränderte Programmversionen auszuschließen, laden Sie das Programm von einer offiziellen Quelle herunter und prüfen anschließend die Unversehrtheit des Programmpakets. Diese Prüfung des mitgelieferten PGP-Schlüssels ist ausführlich im Hibiscus-Handbuch beschrieben. Wie Sie das Jameica-Framework und Hibiscus installieren, steht im Kasten Hibiscus installieren.

Hibiscus installieren

Die folgenden Abschnitte beschreiben die Einrichtung unter OpenSuse, Kubuntu und Mandriva. Vorab ein Hinweis zur Paketsignatur: Während der Installation fordert der Paketmanager Sie auf, einen GPG-Schlüssel zu importieren. Der GNU Privacy Guard (GPG) dient der Verschlüsselung von Daten sowie zum Erzeugen und Prüfen elektronischer Signaturen.

OpenSuse

Unter OpenSuse rufen Sie YaST auf. Geben Sie unter Software installieren oder löschen als Suchbegriffe jakarta-commons-collections, jameica und hibiscus ein. Außerdem benötigen Sie ein Softwarepaket für das von Ihnen genutzte Zugangsverfahren. Zur Auswahl stehen die Module hbci_passport_rdh (Schlüsseldiskette), hbci_passport_pintan (PIN-/TAN-Nummern) und hbci_passport_ddv (Chipkarte). Geben Sie entsprechend den jeweiligen Suchbegriff, z. B. hbci_passport_pintan ein, um dieses Modul später zu nutzen.

Sollte Ihre OpenSuse-Distribution die Installationspakete nicht finden, rufen Sie in YaST den Eintrag Software-Repositories auf und fügen die Repository-Adresse packman.iu-bremen.de/suse/11.3 hinzu.

Kubuntu

Kubuntu-Anwender tragen in KPackageKit in der Registerkarte Andere Software die Adresse ppa.launchpad.net/dennis-benndorf/ppa/ubuntu ein. Als Typ wählen Sie Binär und als Distribution Lucid (Version 10.04) oder Maverick (10.10). Der Eintrag im Feld Komponenten lautet Main. In der Softwareverwaltung geben Sie als Suchbegriff Hibiscus ein. Die Installationsroutine installiert Jameica und Hibiscus.

Mandriva

Bisher gibt es für die Distribution Mandriva kein Repository, das Jameica und Hibiscus bereitstellt. Installieren Sie beide aus den Paketen, die auf der Homepage des Entwicklers [1] angeboten werden. Im Download-Verzeichnis liegen dann jameica-linux.zip und hibiscus.zip. Öffnen Sie die Dateien im Dateimanager Dolphin, rufen Sie über die rechte Maustaste das Kontextmenü auf und wählen Sie den Menüpunkt Entpacken. Als Zielordner für Jameica geben Sie den Unterordner Jameica an. Aktivieren Sie die Option, die Pfade beim Entpacken beizubehalten. Die Daten für das Plug-in Hibiscus installieren Sie im Verzeichnis Jameica/plugins.

Nach dem Entpacken legen Sie im Startmenü eine Verknüpfung an: Starten Sie per Rechtsklick auf das Startmenü und Auswahl von Menüeditor das Tool zur Verwaltung des Startmenüs und fügen Sie unter Büroprogramme einen neuen Eintrag mit dem Namen Hibiscus hinzu. Als Befehl geben Sie den vollen Pfad zur auszuführenden Datei jameica.sh an.

Konfiguration von Jameica und Hibiscus

Bei OpenSuse starten Sie Hibiscus über Programme / Hibiscus und bei Kubuntu oder Mandriva über Programme / Büroprogramme / Hibiscus. Beim ersten Aufruf der Arbeitsumgebung legen Sie ein Passwort für alle künftigen Programmstarts fest. Hibiscus erkennt, dass Sie das Programm das erste Mal starten und bietet Ihnen das Konfigurationsmenü an. Hier richten Sie das Sicherheitsmedium ein. Wählen Sie das für Sie relevante Modul, z. B. hbci_passport_pintan. Legen Sie eine neue Konfiguration an. Wenn Sie bei den Angaben unsicher sind, schauen Sie im Internet nach Verbindungsparametern verschiedener Banken [2]. Geben Sie eine beliebige Benutzerkennung, Ihre Kundenkennung und die Bankleitzahl an. Durch die Bankleitzahl ermittelt Hibiscus selbstständig die erforderliche Angaben für die Verbindung zu Ihrer Bank. Für die Datenübertragung ist je nach Bank ein Filter anzugeben. Die eingesetzte HBCI-Version findet Hibiscus über das Sicherheitsmedium. Nach der Einstellung testen Sie die Konfiguration. Beantworten Sie die Frage nach Ihrem Kundenkonto und geben Sie Ihre PIN ein. Nach regem Austausch von Daten, die im Log protokolliert werden, erhalten Sie die Meldung, dass das Sicherheitsmedium erfolgreich getestet ist. Speichern Sie die Einstellungen.

Hibiscus unterstützt als Sicherheitsmedium Kartenleser mit CTAPI-Treiber. Im Internet ist eine Liste mit getesteten Kartenlesern verfügbar [3]. Nutzen Sie eine Chipkarte, geben Sie den Port an, an dem Sie den Kartenleser betreiben. Geben Sie den CTAPI-Treiber, den Index des Lesegerätes, den Index des HBCI-Zugangs und die von der Bank verwendete HBCI-Version an. Wählen Sie aus, ob Sie biometrische Verfahren und die Tastatur des PCs zur PIN-Eingabe verwenden. Achtung: Die automatische Suche des Kartenlesers überschreibt alle getätigten Einstellungen. Auch hier testen Sie als Abschluss die Konfiguration.

Erste Hilfe bei Fehlern

Die Logmeldung nach einem erfolgreichen Test des Sicherheitsmediums sehen Sie in Abbildung 2. Trotz funktionierender Anmeldung bei der Bank und funktionierendem Kontenabruf zeigt das Log die Meldungen Fehler beim Empfangen der Daten vom HBCI-Server und Server returned HTTP response code: 400. Der HTTP-Fehlercode 400 deutet eigentlich darauf hin, dass die Anfrage fehlerhaft ist [4]. Wenn der Status Sicherheitsmedium erfolgreich getestet anzeigt, ignorieren Sie solche Hinweise im Log.

Abbildung 2

Abbildung 2: Diese Meldung nach dem Test des Sicherheitsmediums ist zweideutig.

Zeigt das Statusfenster hingegen die Meldung Fehler beim Testen des Sicherheits-Mediums an, steht im Log z. B. die Fehlermeldung Fehler beim Erzeugen eines HBCIHandler Objektes. Denkbar ist, dass Sie bei der Konfiguration eine falsche Versionsnummer für das HBCI-Protokoll angegeben haben. Fragen Sie dann bei Ihrer Bank nach aktuellen Parametern für das Online-Banking, falls Sie im Internet [2] nicht fündig werden.

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