Optik und Desktop-Action

Optisch fällt sofort Ubuntus neue Schriftart ins Auge: Canonical hat von einem Font-Designer eine eigene Schriftart entwickeln lassen, die nun in Kubuntu erstmals zum Einsatz kommt, zum Beispiel in Menüs, auf Anwendungselementen und in Titelleisten. Der Ubuntu Font wirkt dabei nicht nur technisch gut gemacht (das betrifft die Abstände der Buchstaben und Größen), sondern besticht auch durch eine gelungene Optik. Zudem dürfte er viele Inder erfreuen, da er auch das Zeichen für Indiens Währung – die Rupie – abbildet.

Ist auf Netbook-Displays schon recht wenig Platz vorhanden, wird es noch wesentlich enger, wenn es um tragbare Mobilgeräte und Telefone geht. Auch hierfür gibt es eine KDE-basierte Lösung. Kubuntu Mobile ist eine Technologievorschau und läuft als Oberfläche auf Geräten wie Nokias N900, die über kleine Displays verfügen.

Ansonsten sorgt seit neuestem die Software BlueDevil für gute Verbindungen zu Bluetooth-Geräten, während als Sound Server PulseAudio zum Einsatz kommt. Das steckt zwar schon länger in Ubuntu, wird unter Kubuntu aber erst jetzt standardmäßig aktiviert.

Und sonst?

Natürlich gibt es auch unter der Haube einige Dinge, die sich mit Kubuntu 10.10 ändern. So basiert die neue Distribution nun auf einem Kernel in Version 2.6.35.4, der über verbesserte Multitouch- und Firewire-Funktionen verfügt.

Am Code für das neu eingeführte Dateisystem Btrfs haben die Kernel-Entwickler ebenso gefeilt. Das fortgeschrittene Dateisystem wird wohl Ext4 irgendwann ablösen. Btrfs erlaubt es unter anderem, Schnappschüsse vom aktuellen Zustand des Dateisystems zu erstellen. So lässt sich der frühere Zustand später durch einfaches Mounten wiederherstellen, was hilft, wenn ein Softwareupdate den Rechner lahm legt. Dabei sichert Btrfs nur die Dateien, die sich seit dem letzten Schnappschuss verändert haben – Sie kennen diese Technologie womöglich von Virtualisierungssoftware wie Virtualbox oder Vmware.

Auch seinen Umgang mit dem antiquierten Windows-Dateisystem VFAT ändert Ubuntu ein wenig: Stecken Sie zum Beispiel einen VFAT-formatierten USB-Stick an Ihren Rechner, macht Ubuntu sämtliche dort gefundenen EXE-, COM- und BAT-Dateien ausführbar, lässt aber alle anderen Dateien – im Gegensatz zur bisherigen Vorgehensweise – unberührt.

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