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Virtuelle Schreibmaschine

Minimalistisch schreiben

Im Kontrollraum

Natürlich gibt es Möglichkeiten der Konfiguration. Drücken Sie [Esc], um den Vollbildmodus zu verlassen und [F11], um ihn zu aktivieren. Aus dem Vollbild wechseln Sie über [Alt]+[Tab] zu anderen geöffneten Anwendungsfenstern. Wissen Sie nicht mehr weiter, rufen Sie über [F1] ein Hilfefenster auf. Sie erhalten eine Übersicht mit den wichtigsten Tastaturbefehlen (siehe Tabelle Tastaturkürzel in TextRoom). Das Fenster verrät etwa, dass Sie über [F6] einen Notizblock aktivieren, in den Sie kleine Notizen zum Text kritzeln, die Sie bei Bedarf ein- und ausblenden.

Ein neues Dokument öffnen Sie über [Strg]+[N], ein vorhandenes über [Strg]+[O]. Sie speichern es über [Strg]+[S] bzw. [Strg]+[Umschalt]+[S] – letzteres entspricht Speichern unter. Die Software bietet Ihnen an, das Dokument im TXT-, TXR- oder HTML-Format abzulegen, wobei TXR offenbar eine Programm-spezifische Erweiterung ist. Sie beenden Ihre Arbeit über [Strg]+[Q] und drucken – wie gewohnt – mit [Strg]+[P]. Auch im Copy-&-Paste-Bereich gelten die üblichen Konventionen, was Kürzel angeht: [Strg]+[C] dient zum Kopieren, [Strg]+[X] zum Ausschneiden und mit [Strg]+[V] fügen Sie die Texte wieder ein. Weitere Kürzel listet die Tabelle auf.

Tastaturkürzel in TextRoom

Kürzel

Funktion

[F1] Hilfe
[F2] Optionen
[F3] Infos
[F5] Rechtschreibprüfung aktivieren (engl./türk.)
[F6] Notizblock
[F11] Vollbildmodus
[Strg]+[N] Neues Dokument anlegen
[Strg]+[O] Vorhandenes Dokument öffnen
[Strg]+[S] Dokument speichern
[Strg]+[Umschalt]+[S] Dokument speichern unter
[Strg]+[Q] TextRoom beenden
[Esc] Vollbildmodus verlassen
[Strg]+[C] Text kopieren
[Strg]+[X] Text asschneiden
[Strg]+[V] Text einfügen
[Strg]+[A] Alles kopieren
[Strg]+[Z] Letzte Aktion rückgängig
[Strg]+[Umschalt]+[Z] Letzte Aktion wiederholen
[Strg]+[F] Text finden
[F4] Vorwärts suchen
[Strg]+[F4] Rückwärts suchen

Zugegeben: Das permanente Klappern mit der Tastatur kann auch lästig werden. Das lässt sich aber ebenso ändern wie die Farbgebung des Ganzen. Drücken Sie [F2], landen Sie direkt in den Optionen (Abbildung 2). Hier passen Sie die Software den eigenen Vorstellungen an.

Das Konfigurationsfenster bringt dazu drei Reiter mit, liegt aber bisher nur in englischer Sprache vor. Setzen Sie im Reiter Options ein Kreuzchen bei Load last document in startup, lädt TextRoom automatisch Ihr zuletzt bearbeitetes Dokument. Entfernen Sie das Kreuzchen bei Enable Sound, verschwinden die Tippgeräusche. Kreuzen Sie Auto Save an, speichert die Software Ihr Dokument in regelmäßigen Abständen – offen bleibt, in welchen. Enable Scrollbar blendet einen – nicht sehr hübschen – Scollbalken ein, sobald das Dokument eine bestimmte Länge erreicht. Entfernen Sie das Häkchen, wandern Sie einfach mit [Bild]+[auf] und [Bild]+[ab] durch längere Texte.

Beim Indent value handelt es sich um die Größe des Einzuges: Erzeugen Sie mit [Eingabe] einen Absatz, rückt TextRoom das erste Wort ein – das lässt sich hier verändern oder ganz abstellen.

250 Wörter betrachtet TextRoom als eine Seite Text und zählt dann so die Seiten – auch diesen Wert passen Sie bei Bedarf an. Mögen Sie es noch genauer, wählen Sie Show Character count und lassen die Buchstaben zählen. Über Restore Everything to Defaults setzen Sie alle Einstellungen auf den Ursprungswert zurück. Damit das wirkt, müssen Sie den Browser neu starten.

Abbildung 2: Über [F2] gelangen Sie zu den Optionen von TextRoom. Hier schalten Sie den Schreibmaschinen-Sound aus, aktivieren das automatische Speichern und schalten die Einzüge aus.

Im Register Appearance sorgen Sie nun endlich dafür, dass die Oberfläche von TextRoom auch das Look&Feel einer Schreibmaschinenseite erhält. In den Zeilen daneben stellen Sie die Breite des Schreibareals ein sowie den oberen (Top Space) und unteren Rand (Bottom Space). Beim Statusbar Font handelt es sich um die Schrift am unteren Bildschirmrand, welche die gezählten Wörter und die Uhrzeit anzeigt. Klicken Sie auf das Farbfeld, um den eingestellten Farbwert zu ändern, rechts daneben beeinflussen Sie die Schriftart und -größe.

Klicken Sie auf das Farbfeld neben Background und wählen Sie weiß als Farbe, sieht das Ganze schon eher nach Schreibmaschine aus. Den Default Font, also die Hauptschriftart, färben Sie schwarz und ändern den Schrifttyp zu Courier 10 Pitch, wenn Sie es noch etwas authentischer mögen. Zugleich vergrößern Sie die Schrift hier etwas. Damit diese Änderung greift, drücken Sie [Strg]+[Q] und starten TextRoom neu – nun sitzen Sie vor Ihrer virtuellen Schreibmaschine.

Abbildung 3: TextRoom startet mit einem schwarzen Hintergrund. Damit die Software wie eine Schreibmaschine erscheint, ändern Sie in den Voreinstellungen die Farben und Schrifttypen.

Für Lohnschreiber, bei denen jedes Wort zählt bzw. die benötigte Zeit, gibt es in den Optionen den Reiter Target. Hier setzen Sie sich Schreibziele. Unter Target Word Count tragen Sie eine Anzahl von Worten ein, die Sie erreichen müssen. Durchlaufen Sie die Zielgeraden, informiert Sie die Software. Ähnlich funktioniert auch die Zeitbegrenzung (Timed Writing): Haben Sie nur ein paar Minuten Zeit zum Schreiben, stellen Sie den Wert hier ein. Nach Ablauf der Frist informiert Sie TextRoom über ein Pop-up davon. Nicht zuletzt tragen Sie in den Kalender auf der rechten Seite ein Abschlussdatum (Deadline) für die Arbeit an Ihrem Text ein.

Fazit

Als Minimalist macht TextRoom neben umfassenden Textverarbeitungen wie Abiword und LibreOffice eine gute Figur und wirkt dabei durchdacht. Sieht man einmal von der fehlenden deutschen Rechtschreibprüfung ab, bringt das Programm alle grundlegenden Funktionen mit. Die Entwickler sollten sich lediglich an einigen Stellen um kleine Fehler kümmern. So müssen Sie TextRoom häufig neu starten, damit die Software eine neu eingestellte Option übernimmt. Auch der Scrollbalken wirkt nicht wirklich hübsch – aber das sind Feinheiten. Wer seine Schreibmaschine vermisst und sich ganz auf das Schreiben konzentrieren will, sollte TextRoom ausprobieren.

Infos

[1] TextRoom: http://textroom.sf.net/

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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