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Virtuelle Schreibmaschine

Minimalistisch schreiben

05.01.2011 TextRoom ist ein Schreibmaschinen-Emulator. Die Software katapultiert Sie zurück in eine Zeit, als Menschen ihre Texte noch auf Schreibmaschinen verfassten. TextRoom holt das Gefühl nun auf den PC.

Schriftsteller zogen sich früher gern nur mit einer Schreibmaschine bewaffnet an ein einsames Örtchen zurück, um so ihre Geschichten und Romane zu verfassen. Das sprichwörtliche weiße Blatt Papier, vor dem der Autor sitzt, um nach langem Zaudern die ersten Worte einzugeben, gibt es heute nicht mehr. Vielmehr machen Ihnen Editoren und Textverarbeitungen permanent klar, dass Sie vor einem Rechner sitzen, indem sie mit Dutzenden von Knöpfchen und Menüs protzen.

Der Nachteil: Optisch lenken die Elemente einige Benutzer von der Arbeit ab. Auch der Vollbildmodus lässt Sie das Medium nicht vergessen. Wollen Sie sich voll auf den Text konzentrieren, bietet TextRoom mit seiner spartanischen Oberfläche eine adäquate Lösung (Abbildung 1) – und das ganz ohne Tipp-Ex. Anders als bei einer echten Schreibmaschine ändern Sie hier aber ohne weiteres die Größe der Schrift, die Hintergrundfarbe und noch viele weitere Dinge.

Abbildung 1: TextRoom emuliert auf Wunsch eine Schreibmaschine. Die Software startet im Vollbildmodus, den Schreibmaschinen-Font und den weißen Hintergrund stellen Sie im Nachhinein ein.

Volle Emulation voraus

Im in den Genuss der virtuellen Schreibmaschine zu gelangen, müssen Sie diese zunächst installieren. Unter OpenSuse 11.3 kopieren Sie die Software von der Heft-DVD auf Ihre Festplatte (textroom-0.6.4-installer.bin), alternativ finden Sie TextRoom im Internet unter [1]. Es handelt sich um eine Datei mit der Endung BIN, die einen eigenen Installer mitbringt – Sie spielen TextRoom also nicht über die Paketverwaltung auf den Rechner. Im Vorfeld müssen Sie allerdings noch ein anderes Paket installieren.

  1. Über das Register Rechner im K-Menü rufen Sie zunächst die Softwareverwaltung auf, indem Sie den Eintrag Software installieren/entfernen auswählen.
  2. Das ruft Yast2 auf den Plan. Im Register Suchen geben Sie libsdl_mixer ein und setzen dann ein Häkchen neben dem Eintrag libSDL_mixer-1_2-0 und klicken auf Akzeptieren.
  3. Nun navigieren Sie im Dateimanager Dolphin in das Verzeichnis, in dem der Installer liegt und drücken [F4], um eine Konsole aufzurufen.
  4. Über chmod u+x textroom-0.6.4-installer.bin machen Sie die heruntergeladene Datei ausführbar und installieren TextRoom dann über ./textroom-0.6.4-installer.bin.
  5. Nach der Installation starten Sie die Software, indem Sie den Eintrag unter Programme / Büroprogramme / Weitere Programme im K-Menü anklicken.

Während die Software unter OpenSuse 11.2 leider mit einem Speicherzugriffsfehler abstürzte, lässt sie sich unter Kubuntu noch etwas einfacher einrichten. Sie kopieren das entsprechende Paket mit der Endung DEB von der Heft-DVD auf Ihren Rechner und navigieren in Dolphin in das Verzeichnis mit der Software. Sie drücken [F4] und geben dann sudo gdebi-kde textroom_0.6.4-ubuntu-1_i386.deb ein. Ubuntu startet die Installationssoftware Gdebi, in der Sie einfach auf Installieren klicken, um TextRoom einzuspielen. Das nistet sich dann unter Programme / Büroprogramme ein.

Erste Tastenanschläge

Beim ersten Start erinnert TextRoom nur entfernt eine Schreibmaschine. Die Software startet im Vollbildmodus, wobei ein hellgrauer Cursor auf einer tiefschwarzen Oberfläche blinkt. Rechts und links neben der Arbeitsfläche bleiben breite Ränder, auf denen Sie unten links die Zahl der verwendeten Wörter und unten rechts die Uhrzeit ablesen.

Geben Sie nun etwas Text ein, ertönt ein Klappern aus den Lautsprechern, das an die Tastenanschläge einer Schreibmaschine erinnert. Drücken Sie [Eingabe], hören Sie das Geräusch, das ein Wagenrücklauf verursacht. Und wie bei der Schreibmaschine bietet TextRoom auch keine Rechtschreibprüfung an – naja – wenigstens nicht auf Deutsch. TextRoom prüft die Rechtschreibung bisher nur für englisch- und türkischsprachige Texte mit Hilfe von Hunspell. Im Zweifelsfall öffnen Sie das fertige Dokument mit LibreOffice und korrigieren die Rechtschreibung hier.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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