Das Drumherum

Zusätzlich zu Kerndiensten enthält XFCE einige weitere Tools und Werkzeuge. Thunar ist eines davon: Es handelt sich um den offiziellen Dateimanager von XFCE. Seine Autoren beschreiben ihn als "schnell und effizient"; verglichen mit KDEs Dolphin oder Nautilus von Gnome ist Thunar tatsächlich sehr fix. Optisch wirkt das Programm aber eher nüchtern. Auch bietet es nicht besonders viele Möglichkeiten, die äußere Erscheinung anzupassen.

Zu XFCE gehört auch ein eigener Kalender namens Orage. Er wirkt sehr unscheinbar – starten Sie das Programm, sehen Sie zunächst nur eine Übersicht des aktuellen Monats. Der XFCE-eigene Media-Player heißt Xfmedia (Abbildung 5). Das Programm setzt auf der Xine-Bibliothek auf und erweitert diese um eine grafische Oberfläche, die zur XFCE-Optik passt. Seit ein paar Monaten hat Xfmedia mit Parole sogar einen direkten Konkurrenten, der ebenfalls speziell für XFCE entwickelt wurde.

Abbildung 5: XFCE bringt ein integriertes Werkzeug für die Konfiguration des Desktops mit.

Auch ein Webbrowser ist Teil der Desktop-Umgebung: Midori setzt genauso wie KDEs Konqueror auf die HTML-Bibliothek WebKit, passt optisch zu XFCE und unterscheidet sich vom Platzhirsch Firefox vor allem dadurch, dass er weniger Ballast mit sich herumschleppt und flinker arbeitet. Allerdings fehlen viele beliebte Firefox-Features, das Angebot an Plug-ins und Add-ons ist auch sehr übersichtlich.

Mittlerweile hat XFCE ein eigenes Werkzeug zum Erstellen und Brennen von CDs und DVDs. Es heißt Xfburn und bietet die üblichen Features. Wie fast alle Frontends zum Erstellen und Brennen optischer Medien nutzt auch Xfburn im Hintergrund die Kommandozeilentools mkisofs und wodim.

Flankiert werden all diese Werkzeuge von kleinen Hilfsapplikationen, darunter zwei unterschiedliche Terminal-Emulatoren sowie ein Bildbetrachter. Auch ein kleiner Text-Editor ist enthalten; er baut auf Gnomes Gedit.

Seit Version 4 hat XFCE auch einen eigenen Display-Manager; das Tool heißt XFCE4-Sessionmanager und gehört zum Standardumfang einer XFCE-Installation.

Das Ziel ist Performance

Zusammengefasst ergeben die XFCE-Programme eine umfassende Desktop-Umgebung. Im Fokus der Entwickler stand stets die Performance des Desktops: Fast alle vorgestellten Tools brüsten sich damit, besonders performant zu sein. Midori ist ein sehr gutes Beispiel – während Firefox noch startet, hat Midori schon die erste Seite geöffnet. Der Dateimanager Thunar hat gegenüber seinen KDE- oder Gnome-Pendants gerade beim Anzeigen von Ordnern mit vielen Dateien klar die Nase vorn. Der gesamte XFCE-Desktop mit allen wichtigen Komponenten braucht für den Start nur wenige Sekunden, und das sogar dann, wenn der Rechner keine eigene Festplatte hat, sondern sein System über das Netzwerk bootet.

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Kommentare
XFCE unter Debian
Michael (unangemeldet), Montag, 21. November 2011 22:24:22
Ein/Ausklappen

Hey also ich kann mich mit Gnome 3 nicht anfreunden.

Wer so wie ich lieber eine schlanke, produktive Oberfläche sucht, hat mit XFCE vielleicht mehr Glück.

Hier eine kleine Anleitung um Gnome gegen XFCE unter Debian zu tauschen:

http://www.webstimme.de/201...fce-unter-debian-installieren/

Bis denn,

Euer Michael


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