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Frisch auf den Tisch

Kubuntu auf die Platte

05.01.2011 Dank eines überarbeiteten Installers funktioniert das Einspielen von Kubuntu 10.10 noch ein Stück einfacher. Allerdings gibt es Fallstricke und Bugs, die Sie kennen sollten.

Kubuntu 10.10 trägt den Codenamen "Maverick Meerkat" und befindet sich auf unserer Heft-DVD. Im Artikel erfahren Sie, wie Sie die KDE-Variante von Ubuntu auf Ihrem Rechner installieren. Laufen auf diesem bereits ein Windows oder eine andere Linux-Variante, richtet Kubuntu ein so genanntes Dualboot-System ein, was bedeutet, dass Sie direkt nach dem Start des Computers Ihr bevorzugtes Betriebssystem auswählen.

Doch zunächst stellen Sie sich sicher die Frage, wie das System auf Ihren Rechner gelangt oder vielmehr, wie Ihr Rechner das Betriebssystem findet und lädt. Nichts einfacher als das. Im Regelfall legen Sie die Heft-DVD so in Ihr DVD-Laufwerk, dass die Kubuntu-Beschriftung lesbar ist. Dann starten Sie den Rechner (neu) und landen automatisch im Bootmenü von Kubuntu (Abbildung 1).

Abbildung 1: Bootet Ihr Rechner die Kubuntu-DVD, begrüßen Sie erstmal zahlreiche Optionen – meist brauchen Sie nur die erste.

Bootreihenfolge ändern

Bootet der Rechner trotz eingelegter DVD weiterhin das bereits installierte Betriebssystem oder rührt sich gar nicht, sorgen Sie über das BIOS dafür, dass der Rechner direkt von der DVD bootet und nicht zuerst im Master Boot Record (MBR) der Festplatte nach einem Bootloader fahndet. Die Bootreihenfolge ändern Sie auf modernen Rechnern ohne weiteres: Nach dem Einschalten sucht der Rechner dann zunächst nach einer bootbaren CD/DVD und wendet sich erst nach einem Fehlschlag der Festplatte zu. Auch von USB-Sticks und externen Festplatten booten Sie auf diese Weise und können so Ihr Betriebssystem sogar auf einen USB-Stick verfrachten.

Unglücklicherweise gibt es keinen gemeinsamen Standard für den Aufbau des BIOS und keinen einheitlichen Weg, über den Sie dorthin gelangen. Meist drücken Sie direkt nach dem Einschalten des Rechners längere Zeit eine bestimmte Taste, in der Regel [Esc],[Entf],[F1],[F2] oder [Rückschritt]. Mit den Pfeiltasten navigieren Sie dann durch die Optionen und Register im BIOS und suchen nach einem Bereich, in dem das Wort Boot auftaucht. Jedes BIOS ist anders aufgebaut, das Handbuch zu Ihrem Rechner sollte Ihnen aber eine Orientierung bieten. Wie Sie einen Wert verändern und übernehmen, erfahren Sie ebenfalls im BIOS selbst: Mitunter geschieht das über [+] und [-], über [Bild]+[auf] und [Bild]+[ab] oder über [F5] und [F6]. Fehlt ein Handbuch zu Ihrem BIOS, werden Sie oft im Internet fündig.

Im Bootmenü

Stimmt die Bootreihenfolge, erscheint nach dem Einschalten des Rechners das eben gezeigte Bootmenü. Hier stehen mehrere Optionen zur Wahl. Anders als bei Ubuntu gibt es hier keine automatische Sprachauswahl. Drücken Sie [F2] und wählen Sie mit Hilfe der Pfeiltasten Deutsch als Sprache aus: Schon klingen einige der angezeigten Bootoptionen verständlicher.

Über Start Kubuntu laden Sie das Betriebssystem, das Sie nach ein paar Augenblicken vor die Wahl stellt, im Live-Modus zu arbeiten (Kubuntu testen) oder Kubuntu zu installieren. Entscheiden Sie sich für die erste Option, schaufelt Kubuntu die benötigten Daten lediglich in den Arbeitsspeicher und installiert gar nichts. Der Vorteil: Sie schauen sich den mitgelieferten KDE-Desktop in Ruhe an, probieren Programme aus oder surfen im Internet (Abbildung 2). Anschließend fahren Sie den Rechner wieder herunter, entnehmen die DVD, wenn eine Aufforderung dazu erscheint und schalten den Rechner aus. Das beseitigt alle Spuren von Kubuntu und Sie benutzen den Rechner wie gewohnt.

Abbildung 2: Starten Sie Kubuntu 10.10 in der Live-Version, schauen Sie sich die Distribution vor der Installation erstmal in Ruhe an und entscheiden dann, was Sie tun wollen.

Gefällt Ihnen Kubuntu so gut, dass Sie es direkt installieren wollen, klicken Sie einfach auf das Icon Install Kubuntu 10.10, das Sie auf der ansonsten leeren Arbeitsfläche vorfinden. Leider funktioniert diese Option nicht immer (siehe Kasten Alternative Installation).

Alternative Installation

Bei der Installation in der VirtualBox tauchte der grafische Installer Ubiquity beim Klick auf das Icon einfach nicht auf. Stattdessen landeten wir beim Login-Manager und meldeten uns erneut auf dem Desktop an (Benutzername ubuntu, kein Passwort). Anstatt nun das Spielchen erfolglos von vorn zu beginnen, entschieden wir uns für einen Neustart und dann die Auswahlmöglichkeit Kubuntu installieren (Abbildung 3). Nach ein paar Augenblicken erscheint wie gewünscht der Installer. Der Nachteil: Das Partitionierungswerkzeug spricht dann nur englisch, auch wenn Sie Deutsch als Sprache wählen. Auf einem anderen Rechner ließ sich die Installation hingegen problemlos aus der Live-Version heraus starten, nutzen Sie also – wenn möglich – diesen Weg.

Abbildung 3: Sie haben die Wahl: Nach dem Booten bietet Kubuntu an, die Distribution direkt im Live-Modus zu verwenden oder sie gleich zu installieren.

Aber zurück zum Bootmenü. Über den zweiten Eintrag können Sie Kubuntu im Textmodus installieren. Das ergibt Sinn, wenn es zum Beispiel Probleme mit der Grafikkarte gibt oder Sie einen Server aufsetzen wollen. Die Option kommt jedoch recht selten zum Einsatz.

Bricht die Installation ab, kann das darauf hindeuten, dass die CD/DVD beschädigt ist (sowas kommt vor). Um das zu prüfen, wählen Sie die Option CD/DVD auf Fehler prüfen. Eine Software testet dann, ob das Medium beschädigt ist. Auch den Arbeitsspeicher testen Sie hier: Ist dieser angeschlagen, äußert sich das unter Umständen in unregelmäßigen Systemabstürzen.

Der Eintrag Von der ersten Festplatte starten hilft meist dann, wenn Sie die DVD nach der Installation im Laufwerk vergessen, Sie aber das installierte System starten wollen. Last but not least booten Sie über die Option Ein beschädigtes System reparieren in einen Rettungsmodus. Aus diesem heraus haben Sie die Möglichkeit, das System über die Kommandozeile zu reparieren, die wichtigsten Dateien zu sichern und den Bootloader Grub zu reparieren (Abbildung 4).

Abbildung 4: Läuft bei der Installation etwas schief und verschwindet zum Beispiel der Bootloader, benutzen Sie die Kubuntu-DVD, um in den Rettungsmodus zu booten.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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