Kompatibilität

Webstandard-Treue testen wir mit dem Acid-3-Test. 100 Punkte in diesem Test zu schaffen gehört für jeden Browserhersteller zum großen Ziel. Bei den hauptsächlich CSS-basierten Acid-Tests handelt es sich um Tests von vom Standard vorgeschriebenen Browser-Verhaltensweisen und Darstellungs-Vorgaben, die beim Zeitpunkt der Veröffentlichung noch kein Browser korrekt besteht. Der Sieger heißt hier Chrome 9, dicht gefolgt von Opera 11. Denn obwohl beide Browser 100 Punkte erreichen und die Darstellung wie gefordert pixelexakt zur Referenz ist, ist nur bei Chrome die Animation auch flüssig. Firefox 4 verfehlt mit 97 Punkten nur knapp das Ziel, ist jedoch immerhin 3 Punkte besser als die Vorgängerversion. Lediglich das fünfte Quadrat ist grau statt blau, außerdem blitzt kurz eine Grafik auf, die man gar nicht sehen sollte. Der große Gewinner in Sachen Kompatibilität ist allerdings Opera, denn Opera 9.64 erreichte in Acid 3 lediglich 85 Punkte.

Geschwindigkeit

Haupt-Benchmark ist der Peacekeeper-Benchmark des Benchmark-Spezialisten Futuremark [2]. Dieser prüft zahllose Aspekte eines Browsers, die sowohl die Grafik als auch interne Rechenaufgaben abdecken. Wir testen die Javascript-Geschwindigkeit mit dem Dromaeo-Benchmark [3] und dem Ants-Test des Mozilla-Projekts [4]. Die reine Seiten-Rendering-Geschwindigkeit testen wir mit GUImark 2 [5] in seiner HTML-5-Version. Für das noch sehr junge WebGL (siehe Kasten WebGL -- 3D im Browser) finden wir auf Google Code einen ersten Benchmark [6].

WebGL – 3D im Browser

Es hat lange gedauert und es gab viele (oft proprietäre) Ansätze, um 3D im Browser zu ermöglichen: VRML, Viewpoint, ExitReality, Metastream, Unity oder auch das Flash-basierte Papervision 3D. Mit WebGL steht nun endlich ein freier, offener, hardwarebeschleunigter und plattformübergreifender Standard zur Verfügung, hinter dem fast alle Browser-Hersteller stehen. Ursprünglich vom Mozilla-Projekt als Canvas 3D ins Leben gerufen, haben sich nun auch Apple mit Safari, Opera und Google mit Chrome (alles Mitglieder der OpenGL Dachorganisation Khronos Group) auf WebGL als 3D-Webstandard geeinigt – nur Microsofts Internet Explorer fehlt noch. WebGL basiert auf HTML 5 Canvas und OpenGL ES 2.0, was auch von den meisten Mobilgeräten unterstützt wird. Es unterstützt sogar Shader in Form von GLSL (GL Shader Language). Momentan beherrschen unter Linux nur Firefox ab Version 4 und Chrome ab Version 7 WebGL. Opera hat sich zwar dazu bekannt und ist deshalb der Khronos Group beigetreten, wann WebGL jedoch in Opera integriert wird steht noch nicht fest.

Es zeigt sich, dass sich die Machtverhältnisse erneut verschoben haben: War Chrome noch vor einem Jahr unschlagbar schnell in Vergleich zur Konkurrenz, hat Opera nun deutlich aufgeholt und Googles Browser teilweise sogar überholt. Auch Firefox wurde zwar deutlich schneller, der Geschwindigkeitsabstand zu Chrome und nun auch Opera ist allerdings immer noch dramatisch.

Im Peacekeeper-Benchmark behält Chrome die Führung, jedoch dicht gefolgt von Opera (5 Prozent langsamer), Dritter ist Firefox (41 Prozent langsamer). In Javascript hat Opera die Führung übernommen: Chrome ist 8 Prozenz langsamer und Firefox 9 Prozent in Dromaeo. Im Mozilla Ants-Benchmark ist Operas Vorsprung noch deutlicher, hier ist Chrome ein Drittel langsamer als die Norweger, Firefox ganze 55 Prozent.

Der GUImark 2 zeigt ein gemischtes Bild: Im Charting-Benchmark gewinnt Opera 11 klar, fast dreimal so schnell wie die Konkurrenz ist der Browser aus dem hohen Norden. Auch im Text-Benchmark ist Opera deutlich vor der Konkurrenz, im Gaming-Benchmark jedoch dominiert Chrome – insbesondere, wenn wir die Hardwarebeschleunigung aktiveren, was die Geschwindigkeit nahezu verdreifacht.

In Sachen WebGL hat Chrome eindeutig die Nase vor Firefox, er ist nicht nur 3,5 mal so schnell, er erreicht dies auch noch mit standardmäßig aktivierter Kantenglättung (Abbildung 7). Opera unterstützt noch kein WebGL.

Abbildung 7: WebGL mit Kantenglättung (Chrome 9) und ohne (Firefox 4).

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