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Google Earth 6 im Test

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Als User sitzen Sie bei Google Earth – im übertragenen Sinne – in einer Art unsichtbarem Raumschiff. Darin fliegen Sie von Ort zu Ort, aber auch zum Mond, zu anderen Planeten oder Sie reisen in die Vergangenheit. Sie verändern Ihre Perspektive mit Hilfe der Maus. Halten Sie die linke Maustaste gedrückt, bewegen Sie die Landkarte darunter. Bewegen Sie die Maus in eine bestimmte Richtung und lassen Sie die Taste dabei wieder los, rollt die Karte in diese Richtung weiter. Ein Doppelklick auf einen Ort bringt Sie diesem stufenweise näher, wobei auf das Programm auf jeder Stufe immer mehr Details enthüllt. Die Daten lädt Google Earth dabei aus dem Internet nach, da das Kartenmaterial die Festplattenkapazitäten aktueller Heimrechner bei weitem überschreitet. Farbige Icons auf der Karte symbolisieren Restaurants, Clubs, Museen, Theater, aber auch U-Bahn- und S-Bahn-Stationen, Kirchen, Brunnen und so weiter. Klicken Sie auf ein Icon, erscheinen meist Fotos der Sehenswürdigkeit mit Hinweisen zu Webseiten und Adressen sowie erklärende Texte.

Wollen Sie sich der Oberfläche stufenlos nähern, halten Sie die rechte Maustaste gedrückt. Im Zentrum der Karte erscheint dann ein runder Kreis. Bewegen Sie den Mauszeiger in den Bereich oberhalb des Kreises, entfernen Sie sich von der Erdoberfläche, ziehen Sie ihn darunter, nähern Sie sich an. Ziehen Sie den Mauszeiger bei gedrückter rechter Maustaste nach rechts und links, geraten Sie in eine Drehbewegung. Das macht Sinn, um die Karte "einzunorden", was häufig die Orientierung erleichtert. Sie können sie zur besseren Ansicht auch kippen: Dazu drücken Sie [Umschalt]+[Pfeil hoch] bzw. [Umschalt]+[Pfeil runter] oder halten die mittlere Maustaste gedrückt, während Sie das Nagetier bewegen. Einen sehr netten Eindruck von Ihrem Standort erhalten Sie zum Beispiel, wenn Sie sich mit [Umschalt]+[Pfeil rechts] und [Umschalt]+[Pfeil links] um den eigenen Standort drehen. Über [Bild auf] und [Bild ab] zoomen Sie in die Karte hinein und aus ihr heraus.

Fliegen Sie auf die Erde zu, wird die Bewegung ruckartiger, bis Sie irgendwann mehr oder weniger sanft den Erdboden berühren und sich automatisch in die Fußgängerperspektive drehen. Oben rechts steht dann Bodenansicht beenden, links daneben sehen Sie ein kleines blaues Icon in Gestalt eines Männchens. Klicken Sie auf dieses, wechseln Sie direkt in die Street-View-Perspektive, in der Sie ein fotografisches 360-Grad-Panorama von Ihrem gegenwärtigen Standort erhalten. Das setzt voraus, dass Street View an Ihrem Standort existiert. Manchmal geraten Sie beim Abtauchen auch direkt in diesen Modus und schalten dann um in die Bodenansicht.

Was Sie auf dem Boden sehen, hängt von Ihren Einstellungen im Bereich Ebenen ab. Fehlt das Häkchen bei 3D-Gebäude, erscheinen weder 3-D-Modell der Häuser, noch der Bäume. Sie laufen quasi auf den platten Luft- und Satellitenbildern herum. Diese Ansicht eignet sich insbesondere für schwächere Geräte. Diese laden nicht so viele Daten aus dem Internet herunter und lasten die CPU weniger aus.

Setzen Sie das Häkchen für 3-D-Gebäude und stehen Sie einem gut dokumentierten Ort wie Berlin Mitte, finden Sie sich in der Bodenansicht inmitten von 3-D-Modellen der Häuser wieder, deren Fassaden Google Earth nach und nach mit Daten aus dem Internet verfeinert (Abbildung 3). Einige verfügen über Texturen, andere bleiben grau.

Mit den Pfeiltasten bewegen Sie sich dann in der Bodenansicht und in Street View durch die Welt. Das Ganze ruckelt oft recht stark, da die Menge der nachgeladenen Daten und deren Berechnung Ihren Computer recht ordentlich auslasten.

Klicken Sie nun in der Menüleiste auf Ansicht / Historisches Bildmaterial, kommt noch eine historische Perspektive ins Spiel: Am oberen Bildschirmrand erscheint mitunter eine Zeitleiste. Über diese gelangen Sie an historische Luftaufnahmen des aktuellen Ortes, oft auch in schwarz-weiß. Da weht mitunter ein Hauch von Geschichte, wenn Sie etwa Luftaufnahmen von Berlin zwischen 1943 (Abbildung 4) und 1953 (Abbildung 5) vergleichen.

Abbildung 4

Abbildung 4: Alte Aufnahme mitten aus dem zweiten Weltkrieg zeigen ein gewöhnliches Berliner Viertel aus der Vogelperspektive.

Abbildung 5

Abbildung 5: Berlin wurde im Zuge der Befreiung 1945 stark zerstört. Noch 1953 erscheinen die daraus resultierenden Lücken im Stadtbild auf der Luftaufnahme.

Vieles mehr

Es gibt aber noch sehr viel mehr in Google Earth zu entdecken. Da wäre zum Beispiel die Möglichkeit, im Bereich Orte Sightseeing-Touren zu veranstalten. Klappen Sie den Eintrag über das Pluszeichen auf und klicken Sie dann auf Tour hier starten, um alle mit einem Kreuzchen markierten Sehenswürdigkeiten zu betrachten. Die Tour klappert diese nacheinander ab, und Sie müssen das Häkchen bei 3D-Gebäude setzen.

Aktivieren Sie im Reiter Ebenen die Einträge Globales Denken und Galerie, gelangen Sie zu weiteren Sehenswürdigkeiten, aber auch zu Informationen, die Umweltorganisationen wie Greenpeace und andere NGOs ins Netz stellen. Per Doppelklick fliegen Sie direkt an die jeweiligen Orte auf dem Globus und können sich dort informieren.

Trotz des Namens macht Google Earth auch vor dem Mond nicht halt. Klicken Sie auf Ansicht / Erkunden / Mond, beginnt eine Reise ins Weltall (Abbildung 6), die vor der Mondoberfläche endet. Hier finden Sie (noch) keine Restaurants und Hotelketten, dafür aber die Landeplätze der bekannten Mondmissionen. Im Ordner Ebenen stoßen Sie unter anderem auf tolle Panoramafotos mit Aufnahmen vom Mond am Landeplatz der Apollo 11.

Nicht zuletzt haben Hobbypiloten die Chance, in einem integrierten Flugsimulator über die Erdoberfläche zu fliegen. Es gibt verschiedene Flugplätze, um zu starten. Wie Sie die Maschine steuern, lesen Sie unter [1]. Was es in Google Earth noch alles gibt, verrät die Onlinehilfe zur Software [2]. Im Test stürzte die Software gelegentlich ab – einige Fehler scheint es noch zu geben. Vermutlich bringt Google aber bald ein Update mit ersten Korrekturen heraus.

Abbildung 6

Abbildung 6: Ziemlich beeindruckend: Auf dem Mond gibt es mehrere 360-Grad-Panoramen der Apollo-Missionen zu bewundern, hier etwa mit der Mondfähre "Eagle" der Apollo-11-Mission.

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Kommentare
Google Earth 6 und aktuelle GPS-Position
Christian Schuglitsch, Montag, 27. Dezember 2010 20:14:03
Ein/Ausklappen

Mit blueman-applet habe ich meinen Jentro BT-GPS8 als serielles Gerät in /dev/rfcomm0 eingebunden. Der Jentro-Empfänger gibt jedoch nur SIRF Binary Daten aus. Mit socat nutze ich die Funktion von gpspipe, die SIRF-Daten in einen virtuellen NMEA-Empfänger mit 4800 boud umzuleiten. socat zeigt den Anschluss /dev/pts/x an, den man für den gegpsd braucht. Der gegpsd schreibt seine Daten nach /tmp/nmea.kml und wenn ich in Google Earth die Datei gps.kml öffne, erhalte ich regelmäßige Positionsaktualisierungen und die gegenwärtige Geschwindigkeit.

Vielleicht hat die Redaktion noch einen findigen Skript-Schreiber oder Leser, um weitere Funktionen zu integrieren.

apt-get install socat gpsd
gpsd -n -N -D3 /dev/rfcomm0
socat -d -d pty,raw,echo=0 "exec:gpspipe -r,pty,raw,echo=0"
python gegpsd-0.2.py -p /dev/pts/4 -b 4800 -f /tmp/nmea.kml
lgps.kml in googleearth öffnen
Spaß haben.

http://dl.google.com/earth/...t/current/GoogleEarthLinux.bin
http://www2.warwick.ac.uk/f...taff/jaroslaw_zachwieja/gegpsd
http://finchenfight.blogspo...gps-gpsd-and-google-earth.html




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