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Ich glaub, ich steh im Wald

Google Earth 6 im Test

23.12.2010 Google hat in der neuen Version 6 des virtuellen Globus Google Earth rund 80 Millionen Bäume gepflanzt – virtuelle Bäume. Die verhindern aber nicht, dass Sie dank der Street-View-Integration beim Nachbarn über den Gartenzaun schauen.

"Ich glaub, ich steh im Wald" – das können Nutzer der aktuellen Version 6 von Google Earth nun mit Fug und Recht behaupten. Denn die bringt nicht nur vereinzelte Bäume mit, sondern gleich ganze Wälder. 80 Millionen Bäume sollen es sein, glaubt man jedenfalls dem Hersteller Google. In großen Städten wie San Francisco, Athen, New York – aber auch Berlin – können Sie jetzt zumindest virtuell an einigen Orten unter Bäumen lustwandeln. Das Titelbild zeigt die von Bäumen umringte Siegessäule in Berlin.

Wollen Sie in Google Earth lieber echte Bäume sehen, verwenden Sie hingegen Street View mit seinen 360-Grad-Aufnahmen internationaler Innenstädte und Landstraßen. Das gibt es seit diesem Herbst auch in 20 deutschen Städten und lässt sich entweder online über Google Maps nutzen oder eben aus Google Earth heraus. Eine Warnung im Voraus: Um Google Earth sinnvoll zu benutzen, sollten Sie über einen breitbandigen Internetanschluss verfügen und eine Grafikkarte, die 3-D-Beschleunigung beherrscht. Gegebenenfalls müssen Sie den 3-D-Treiber noch aktivieren.

Installation unter Kubuntu

Nutzen Sie bereits eine Version von Google Earth, sollten Sie diese vor dem Einspielen der neuen Version von der Festplatte entfernen. Dazu rufen Sie den Paketmanager auf, wenn Sie die Software über eine externe Paketquelle installiert haben. Unter Kubuntu tun Sie das über das K-Menü und den Eintrag Rechner / KPackageKit. Geben Sie googleearth in die Suchzeile ein, erscheint das bereits installierte Paket gleichen Namens. Klicken Sie nun rechts daneben auf die Schaltfläche Entfernen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Über den Paketmanager entfernen Sie zunächst eine ältere Google-Earth-Installation, bevor Sie eine neue installieren.

Haben Sie Google Earth direkt von der Webseite installiert – am Paketmanager vorbei – befindet sich die Software vermutlich im Ordner google-earth in Ihrem Home-Verzeichnis. Über [Alt]+[F2] und die Eingabe von konsole rufen Sie eine Kommandozeile auf und navigieren in dieses Verzeichnis (cd $HOME/google-earth). Dort rufen Sie über

./uninstall

ein Skript auf, dass die alte Google-Earth-Installation entfernt. Im nächsten Schritt starten Sie den Paketmanager erneut, um das aktuelle Google Earth 6 zu installieren. Sie suchen nach den Paketen googleearth-package und lsb-core und klicken jeweils rechts neben den Fundstücken auf die Schaltfläche Installieren. So spielen Sie die Software auf den Rechner. Benutzen Sie ein 64-Bit-System, benötigen Sie zusätzlich das Paket ia32-libs.

Nach erfolgreicher Installation der Software, rufen Sie über [Alt]+[F2] und die Eingabe von konsole eine Kommandozeile auf. In diese tippen Sie

make-googleearth-package --force

Der Befehl lädt nun Googles Software vom Server herunter und verwandelt sie in ein installierbares Debian-Paket, das die Endung DEB trägt. Das dauert einen Augenblick und benötigt ein paar MByte Speicherplatz auf der Festplatte. Das fertige Paket landet in Ihrem Home-Verzeichnis, wo Sie es aus Dolphin heraus mit einem Mausklick installieren. Sie finden danach einen Eintrag im Startmenü unter Anwendungen / Internet.

Installation für OpenSuse-Nutzer

Auch für OpenSuse 11.2/11.3 gilt: Entfernen Sie zunächst bereits installierte Google-Earth-Versionen. Nutzen Sie den Paketmanager, den Sie im Startmenü über Rechner / Software installieren aufrufen oder das für Kubuntu beschriebene Uninstall-Skript, wenn Sie die Version von Google verwenden.

Um das neue Google Earth 6 zu benutzen, kopieren Sie die BIN-Datei von der Heft-DVD auf Ihren Rechner. Dann installieren Sie auf beiden OpenSuse-Systemen jeweils das Paket lsb über den Paketmanager. Suchen Sie nach lsb, und kreuzen Sie das Kästchen links neben dem Eintrag an, um die Software einzuspielen. Wechseln Sie dann in das Verzeichnis mit dem kopierten Google-Earth-Paket und geben Sie

chmod u+x GoogleEarthLinux.bin
./GoogleEarthLinux.bin

ein. Das ruft den Installer auf den Plan, der Ihnen ein Fenster präsentiert (Abbildung 2). Entfernen Sie das Häkchen bei Installieren Sie einen symbolischen Link in den Pfad und klicken Sie auf Installation beginnen. Der Prozess nimmt ein wenig Zeit in Anspruch, am Ende erscheint ein Fenster mit einem Start-Button. Leider startet die Software mitunter nicht. In diesem Fall hilft der Sprung auf die Konsole. Wechseln Sie einfach ins Verzeichnis google-earth im Home-Verzeichnis und geben Sie ./googleearth ein.

Abbildung 2: Unter OpenSuse müssen Sie kein Paket bauen, sondern installieren direkt die Version von Googles Webseite.

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Kommentare
Google Earth 6 und aktuelle GPS-Position
Christian Schuglitsch, Montag, 27. Dezember 2010 20:14:03
Ein/Ausklappen

Mit blueman-applet habe ich meinen Jentro BT-GPS8 als serielles Gerät in /dev/rfcomm0 eingebunden. Der Jentro-Empfänger gibt jedoch nur SIRF Binary Daten aus. Mit socat nutze ich die Funktion von gpspipe, die SIRF-Daten in einen virtuellen NMEA-Empfänger mit 4800 boud umzuleiten. socat zeigt den Anschluss /dev/pts/x an, den man für den gegpsd braucht. Der gegpsd schreibt seine Daten nach /tmp/nmea.kml und wenn ich in Google Earth die Datei gps.kml öffne, erhalte ich regelmäßige Positionsaktualisierungen und die gegenwärtige Geschwindigkeit.

Vielleicht hat die Redaktion noch einen findigen Skript-Schreiber oder Leser, um weitere Funktionen zu integrieren.

apt-get install socat gpsd
gpsd -n -N -D3 /dev/rfcomm0
socat -d -d pty,raw,echo=0 "exec:gpspipe -r,pty,raw,echo=0"
python gegpsd-0.2.py -p /dev/pts/4 -b 4800 -f /tmp/nmea.kml
lgps.kml in googleearth öffnen
Spaß haben.

http://dl.google.com/earth/...t/current/GoogleEarthLinux.bin
http://www2.warwick.ac.uk/f...taff/jaroslaw_zachwieja/gegpsd
http://finchenfight.blogspo...gps-gpsd-and-google-earth.html




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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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