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Zurückgedreht

Daten sichern und wiederherstellen mit Back in Time

21.12.2010
Der Ausfall der Festplatte zählt mit Abstand zu den häufigsten PC-Defekten. Glücklich ist, wer ein Backup besitzt und so nach dem Crash schnell wieder an seine Daten kommt. Back in Time hilft Ihnen dabei auf elegante und einfache Weise.

Statistiken zum Thema Hardware-Ausfälle verraten, dass Ausfälle von Festplatten mit großem Abstand die Hitliste der Hardwaredefekte anführen. Kein Wunder, denn in modernen Platten drehen sich mehrere Metallplatten, so genannte Platter, mit einer Geschwindigkti von bis zu 10000 Umdrehungen pro Minute um die eigene Achse. Hält das Material diesem Härtetest nicht mehr stand, verabschiedet sich der Speicher des Computers gerne mit einem hässlichen Kreischen: "Head-crash" nennt das der Fachmann.

Für Datenverlust ist aber nicht immer der Ausfall der Hardware verantwortlich. Versehentliches Löschen ist mindestens ebenso oft verantwortlich. Durch den zunehmenden Einsatz mobiler Geräte zählt zwischenzeitlich auch das Abhandenkommen des Laptops zu einer häufigen Verlustquelle von Daten. Oft sind die Daten wertvoller als der Computer, auf dem sie gespeichert sind.

Datensicherung

Die Lösung des Problems ist bekannt: Backups. Trotzdem staunen Computerexperten immer wieder darüber, wie wenige Heimanwender ihre Daten tatsächlich sichern. Woher kommt die Unlust zur eigentlich so wichtigen Sicherung der eigenen Daten?

Backups anzulegen, ist noch immer ziemlich mühsam. Wem der Platz fehlt, um Sicherungen all seiner Dateien anzulegen, der muss manuell Wichtiges von weniger Wichtigem trennen – dabei geht viel Zeit verloren. Das Ergebnis dieser Sortiererei ist oft auch noch unbefriedigend – ein USB-Stick, auf dem viele Versionen derselben Datei unsortiert liegen, hilft im Schadensfall wenig.

Apple als Vorbild

Die Apple-Entwickler nahmen sich dieses Themas schon vor Jahren an und dachten darüber nach, wie sich das Erstellen von Backups für den Benutzer möglichst angenehm gestalten lässt. Als Lösung präsentierte das Unternehmen schließlich die TimeCapsule und das passende Backup-Werkzeug TimeMachine [1]. Einmal eingerichtet, erstellt das Programm in festgelegten Intervallen Sicherungen sämtlicher Daten des Anwenders.

TimeMachine setzt sinnvollerweise auf inkrementelle Datensicherung. Das heißt, dass das Programm beim ersten Backup tatsächlich den kompletten Inhalt der gewählten Verzeichnisse auf das Backup-Medium kopiert, bei folgenden Durchläufen aber nur noch die Dateien, die sich seit der letzten Sicherung verändert haben. Identische Dateien ignoriert das Programm. Das schont nicht nur den Speicherplatz auf dem Backup-Medium, sondern sorgt auch für eine flotte Ausführung der Sicherungsläufe.

Findige Entwickler rund um Dan Oprea portierten die Idee von TimeMachine auf Linux und versahen es mit dem vielversprechenden Namen Back in Time [2].

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Kommentare
Was passiert mit versteckten Dateien?
Guido Scholz (unangemeldet), Dienstag, 28. Dezember 2010 15:59:48
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Interessant wäre es, zu erfahren, wie das System mit versteckten Dateien umgeht. Speziell betrifft das die Dateien und Ordner im Heimatverzeichnis, in denen diverse Programme z.B. die persönlichen Einstellungen hinterlegen.

Benötigen die eine Sonderbehandlung, oder werden die einfach so mitgesichert?

Gruß
Guido


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Re: Was passiert mit versteckten Dateien?
Mike (unangemeldet), Samstag, 01. Januar 2011 22:29:27
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Versteckte Dateien werden normalerweise nicht mitgesichert. Wenn man dies ändern möchte, entfernt man den Eintrag .* in der Ausschließen-Liste. Mein Problem ist jetzt allerdings: Wie bekomme ich die versteckten Ordner wieder zurückgesichert, wenn back in time sie nicht anzeigt? Strg+H funktioniert nicht, ich finde auch keinen anklickbaren Menueintrag? Manuell über Nautilus kommt man allerdings an die Daten ran, d.h. sie WURDEN mitgesichert.


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Danke, aber FAT32 ist unsinn!
P. F., Mittwoch, 22. Dezember 2010 13:22:20
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Danke für den im Prinzip sehr hilfreichen Artikel zu Back in Time!

Leider ist gerade die Empfehlung des Dateisystems FAT32 ziemlicher Unsinn, weil damit die geniale Funktion der Hardlinks im Programm nicht genutzt werden kann: FAT32 unterstützt keine Hardlinks!
Diese Info steht auch explizit auf der Doku-Seite des Herstellers (letzter Satz auf http://backintime.le-web.org/documentation/)

Dann kann man mit Linux-FSs auch fast 180 Jahre lang tägliche Backups anlegen, ohne dass die Hardlinks von Linux zum begrenzenden Faktor werden, bei NTFS als Ziel geht es wenigstens für gut zweieinhalb Jahre (NTFS kann nur gut 1000 Hardlinks je Datei, richtige FSs können über 65000)

Da die Hardlinks quasi keine Plattenplatz beanspruchen, ist auch ein Backup für mehrere Jahre sinnvoll und problemlos möglich. So kann man versehentlich gelöschte Daten auch noch nach Monaten und Jahren wiederholen.

Ansonsten kann ich Back in Time nur empfehlen, wobei man auf jeden Fall ein physikalisch vom Hauptmedium unterschiedliches Medium nehmen sollte (und nicht z.B. zwei Partitionen auf einer Platte). Zum einen sollte das bzgl. des Backup-Gedankens eh klar sein, zum anderen kann Back in Time nur dann wirklich schnell sein, wenn es beim Backup nicht dauernd auf einem Gerät hin und her springt.




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