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© Franz Pfluegl, fotolia.com

Software nachinstallieren

"Das gibts im Repository"

Software installieren Sie unter Linux nicht mit einer "Setup.exe"-Datei, sondern über die Paketverwaltung. Wenn Sie dort die benötigten Programme nicht finden, ergänzen Sie weitere Paketquellen: die Repositories.

Noch vor ein paar Jahren begannen viele Beschreibungen eines Programmes ungefähr so: "Laden Sie sich das Quelltextarchiv von der Projekt-Homepage herunter, entpacken Sie es, wechseln Sie in der Shell in das neu erzeugte Unterverzeichnis und kompilieren Sie die Quellen mit Root-Rechten und dem üblichen Dreisatz aus configure, make und make install." Das ist immer noch möglich, aber nicht mehr nötig – zum Glück: Neue Programme spielen Sie heute bequem über die Paketverwaltung Ihrer Linux-Distribution ein. Dabei nutzen Sie so genannte Paket-Repositories: Auf Deutsch bedeutet "Repository" schlicht Depot, Lager oder Ablage; speziell unter Linux spricht man auch von "Paketquellen", das englische Wort klingt aber spannender und technischer. Letzten Endes handelt es sich aber nur um eine (wenn auch intelligente) Ablage: In einem Repository finden Sie eine Sammlung von Software-Paketen, welche genau für Ihre Distributionsversion erstellt wurden. Anwender von OpenSuse 11.3 benötigen also andere Repositories als OpenSuse-11.2-Benutzer und erst recht andere als Nutzer einer Ubuntu-Version.

Alle Repositories, egal für welche Linux-Variante, teilen sich aber eine Eigenschaft: Sie enthalten nicht nur die Programmpakete, sondern auch Informationen über die Abhängigkeiten, welche zwischen den Paketen bestehen. So kann oft ein bestimmtes Programm nur installiert werden, wenn sich zusätzlich verschiedene Bibliotheken auf dem Rechner befinden, die in separaten Paketen lagern. Wenn Sie nun versuchen, aus dem Repository das Programmpaket zu installieren, erkennt Ihre Paketverwaltung automatisch, dass noch andere Pakete nötig sind, und installiert diese gleich mit.

Nun gibt es für jedes Linux ein paar Standard-Repositories. Wenn Sie z. B. OpenSuse von DVD installieren, finden Sie darauf die Software, die es auch im Online-Repository des OpenSuse-Projekts gibt. Viele interessante Programme gehören aber nicht zum Standardumfang und tauchen darum auch nicht im Standard-Repository auf. Darum gibt es eine Reihe von zusätzlichen Paketquellen, die Sie zunächst manuell in das System einbinden müssen. Danach stehen dann in der Paketverwaltung weitere Anwendungen zur Installation bereit.

Multimedia

Vor allem für den Multimedia-Bereich sind Zusatz-Repositories sehr wichtig: Die Standardpakete mit MP3- und Video-Playern enthalten wegen unklarer Patent- und Rechtslage beschränkte Versionen der Programme. Im Ergebnis kann dann der MP3-Player keine MP3-Dateien (sondern nur welche, die mit dem alternativen Ogg-Vorbis-Codec kodiert wurden) abspielen, und die DVD-Player-Anwendung spielt keine DVDs ab (es sei denn, Sie haben eine von den seltenen Kauf-DVDs erwischt, die auf den Abspielschutz CSS verzichten). "Aufgebohrte" Programmpakete, welche die ursprüngliche (volle) Funktionalität wiederherstellen, beziehen Sie über die Repositories in Form eines Paket-Updates.

OpenSuse: Einfache Repo-Einrichtung

Besonders leicht integrieren Sie unter OpenSuse neue Repositories: YaST bietet dafür ein eigenes Verwaltungsmodul. Starten Sie YaST und rufen Sie darin den Punkt Software / Software-Repositories auf. Sie sehen dann eine Liste aller bereits eingerichteten Paketquellen. Klicken Sie links unten auf Hinzufügen, wählen Sie aus der Liste der Möglichkeiten die Option Community/Gemeinschafts-Repositories und klicken Sie auf Weiter.

Es erscheint eine Liste mit verfügbaren Repositories. Die wichtigsten Quellen für vollwertige Multimedia-Anwendungen sind das Packman Repository, das VideoLan Repository und das Main Repository (Contrib). Kreuzen Sie die Paketquellen an, die Sie aktivieren wollen, und bestätigen Sie mit OK (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die OpenSuse-Paketquellen "Packman", "Videolan" und "Main Repository (Contrib)" sollten Sie aktivieren, wenn Sie aktuelle Multimedia-Software suchen.

Es erscheinen dann einige Fenster, die Sie auffordern, GPG-Schlüssel für die Quellen zu akzeptieren. Bestätigen Sie jeweils mit Importieren: Damit werden ab sofort Pakete aus diesen Quellen ohne weitere Rückfragen akzeptiert.

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