Gute Wahl

Bei der Hardware-Unterstützung gab sich die Distribution aus Nürnberg im Test auf dem Eee-PC R101 von Asus, einem aktuellen gängigen Netbook, keine Blöße: Der Rechner erwacht zuverlässig aus dem Bereitschaftsmodus. Alle Eee-PC-spezifischen Funktionstasten für Bildschirm-Helligkeit, Lautstärke oder WLAN (ein- oder ausschalten) funktionieren. Wer einen Huawei-USB-UMTS-Stick besitzt, zum Beispiel von T-Online oder O2, genießt eine mobile Internetverbindung.

Nach dem Booten belegt das System etwa 145 MByte Arbeitsspeicher und lässt damit genug Luft für Anwendungen. Im Leerlauf zweigt das System etwa 1--2 % der Leistung des Atom-Prozessors mit 1,66 GHz ab. Die Standardinstallation belegt etwa 3 GByte Plattenplatz. Auch die Softwareverwaltung, unter OpenSuse einst schon auf Desktop-Rechnern eine Geduldsprobe, arbeitet nun sogar auf der schwachbrüstigen Hardware zügig.

Alles in allem ist OpenSuse 11.3 für Netbooks keine schlechte Wahl. Zwar gefiel KDEs Netbook-Modus (Abbildung 4) im Test nicht ganz so gut wie die für kleine Schirme maßgeschneiderte Ubuntu-Lösung. Doch auch für Netbooks bietet OpenSuse eine technisch solide Basis für die unzähligen Anwendungen aus den prall gefüllten Software-Repositories, und das in deutscher Sprachversion. MP3-Unterstützung und Adobes Flash-Plug-in sind vorinstalliert. Wer die Distribution gewohnt ist, kann sich den Umstieg zu Ubuntu auf dem Netbook sparen.

Abbildung 4: Der Netbook-Modus von OpenSuse 11.3.

Jolicloud

Jolicloud [7] basiert auf Ubuntu 9.04, doch bei der Benutzeroberfläche und Bedienung könnte der Unterschied nicht größer sein: Beim so genannten Cloud Computing, auf das Jolicloud im Namen anspielt, erfüllt der Rechner, vor dem der Benutzer sitzt, bloß noch die Rolle eines Anzeigegeräts. Alle Anwendungen sind auf einem Serververbund installiert.

Den Softwarebestand mehrerer mit einem Account auf dem Server verknüpften Rechner synchronisiert das System automatisch. Sie können Jolicloud also parallel auf Ihrem Desktop installieren und dort an der bequemen Tastatur und dem großen Bildschirm die gewünschten Programme auswählen.

Abbildung 5: Software-Installation à la Cloud: Verbindet sich eine frisch installierte Jolicloud-Maschine mit einem bestehenden Server-Account, so installiert das System automatisch alle dort gewählten Anwendungen.

Bei den unter Jolicloud verfügbaren Anwendungen kommen zur Ubuntu-Softwareauswahl viele Webdienste wie Facebook, Twitter, Flickr oder LinkedIn hinzu, die genau wie gewöhnliche Anwendungen als Startbutton im Starter erscheinen. Bei den restlichen Programmen schränkt Jolicloud das Angebot stark ein: Das Grafikprogramm Gimp ist beispielsweise dabei, Inkscape aber nicht. Flash und MP3 dagegen sind unterstützt.

Abbildung 6: Eine der Stärken von Jolicloud ist die Vielzahl der mit einem Mausklick abonnierbaren Webdienste.

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