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Audacity-Workshop

Audiodaten digitalisieren

Musik- und Sprachaufnahmen erstellen, schneiden und bearbeiten ist unter Linux das Spezialgebiet von Audacity. Hat man Audacity erst mal mit den passenden Einstellungen zum Aufnahmeleiter befördert, kann die Arbeit im eigenen Tonstudio beginnen.

Office-Dokumenten rückt man mit Writer und Calc zu Leibe, einfache Texte bearbeitet man mit Kate oder Kwrite, und um Grafiken kümmert sich Gimp – wozu soll man aber greifen, wenn man eigene Audioaufnahmen erstellen und schneiden will? Auch dafür liegt im riesigen Software-Fundus der Distributionen die passende Lösung bereit, die allerdings nicht standardmäßig auf der Festplatte landet.

Das Audioschnittprogramm Audacity, das es übrigens auch in einer Windows-Version gibt, kann Musik von der Soundkarte aufnehmen, die Tracks in mehreren Spuren anordnen und bringt leistungsfähige Werkzeuge zum Bearbeiten der Aufnahmen mit. Reichen die Standardfunktionen nicht aus, lässt sich die Software mit Plug-ins erweitern. Dieser Artikel beschreibt nicht nur, wie Sie Audiodaten von der Soundkarte aufnehmen, sondern auch, wie Sie die Aufnahmen bearbeiten.

In den meisten Fällen reicht für Audioaufnahmen mit Audacity der in vielen Computern verbaute, auf dem Mainboard liegende Soundchip qualitativ aus. Erst wenn Sie höherwertiges Material erstellen möchten, benötigen Sie eine Soundkarte mit integriertem Vorverstärker und geringer Latenz. Eine von Linux unterstützte Auswahl an Soundkarten finden Sie unter [1]. Wir haben Audacity auf drei PCs getestet. Zudem haben wir in einen Rechner drei Soundkarten eingebaut, um zu überprüfen, wie Audacity mit mehreren Klangquellen umgeht. Je nach Bedarf haben wir die Eingangsquelle und den Ausgang von einer Soundblaster-Karte, einer USB-Soundkarte oder vom auf dem Mainboard integrierten Soundchip genutzt.

Hardwareeinstellungen

Audioaufnahmen gelangen in der Regel über den Mikrofoneingang auf den Rechner. Diesen erkennen Sie – je nach Hersteller – an einem Mikrofonsymbol oder der Farbbelegung (Abbildung 1). Eine Übersicht der gebräuchlichen Farbcodes sehen Sie in der Tabelle Bezeichnungen an der Soundkarte. Finden Sie bei Ihrem PC keine Kennzeichnung der Ein- und Ausgänge, hilft das Handbuch des Mainboards oder das der Soundkarte weiter. Es befindet sich meistens im PDF-Format auf der Treiber-CD, steht aber in der Regel auch online auf den Support-Seiten des jeweiligen Herstellers zum Download bereit.

Abbildung 1: Hier sind die Anschlüsse der Soundkarte sowohl beschriftet als auch mit Farbcodes gekennzeichnet, links unten in rosa sehen Sie den Mikrofoneingang.

Viele On-board-Soundkarten stellen nur einen Monoeingang für ein einfaches Mikrofon bereit. Line-in-Eingänge von Soundkarten sind dagegen für Geräte gedacht, die Signale mit einer hohen Signalstärke (ab 500 mV) bereitstellen, wie CD- und DVD-Player, Radios, eine andere Soundkarte oder eine elektrische Gitarre. Handelsübliche Mikrofone oder den Ausgang eines MP3-Players können Sie gefahrlos am Mikrofoneingang betreiben. Ebenso können Sie den Kopfhörerausgang eines beliebigen Gerätes mit analog-geschaltetem Klinkenstecker (3,5 mm) problemlos an eine Soundkarte anschließen.

Bezeichnungen an der Soundkarte

Farbe Symbol Anschluss
Rosa Monomikrofon
Blau Line-in für Stereosignale
Grün Stereolautsprecher
schwarz Lautsprecher hinten
silber Lautsprecher seitlich
orange S/PDIF-Ausgang

Alternativ zum Anschluss an die Soundkarte können Sie auch USB-Audio-Geräte für Aufnahmen verwenden. So findet man im Handel beispielsweise USB-Plattenspieler, USB-Mikrofone, Headsets und externe Soundkarten. Der USB-Anschluss ist abwärtskompatibel – auch ein Gerät nach dem aktuellen USB-Standard 3 wird daher an einem PC laufen, der nur über USB-2.0-Anschlüsse verfügt.

Wo Sie die Einstellungen eines USB-Audiogeräts finden, hängt von der verwendeten Distribution ab. Der Kasten Einstellungen für USB-Audio-Geräte erklärt, welche Besonderheiten es bei OpenSuse, Kubuntu und Mandriva gibt.

Einstellungen für USB-Audio-Geräte

  • Kubuntu: Unter Kubuntu starten Sie über ein mit [Alt]+[F2] geöffnetes Schnellstartfenster und den Befehl systemsettings das KDE-Kontrollzentrum. Wechseln Sie im Abschnitt Systemverwaltung zum Eintrag Multimedia. Eine externe Soundkarte zeigte Kubuntu als USB Audio und einen Kopfhörer mit Mikrofon als Logitech USB Headset (USB Audio) an. Markieren Sie das Gerät in der Liste rechts im Fenster und klicken Sie auf Test, um eine Melodie abzuspielen (Abbildung 2).
Abbildung 2: Das "Multimedia"-Modul im KDE-Kontrollzentrum zeigt alle Audiogeräte an.
  • OpenSuse: Nach dem Einstecken einer externen Soundkarte startet OpenSuse eine Systemaktualisierung und verlangt nach einem Neustart des Systems. Nach dem Reboot zeigte YaST weder das Logitech Headset noch die USB-Audiokarte Hardware / Sound an, beide funktionierten aber problemlos.
  • Mandriva: Im Kontrollzentrum tauchte lediglich die externe Soundkarte als Audio Headset Analog Stereo auf.

Erste Hilfe

Hören Sie keinen Ton, obwohl in der Systemsteuerung die Soundkarte sichtbar ist, klicken Sie das Lautsprechersymbol auf dem Desktop an und starten dort den Mixer. Oft liegt das Problem darin, dass der Mikrofoneingang standardmäßig stumm geschaltet ist. Stellen Sie sicher, dass die Einstellung Stumm deaktiviert ist, und setzen Sie ein Häkchen vor Aufnehmen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Im Audio-Mixer regeln Sie die Lautstärke aller Kanäle, auch die der Aufnahmequelle.

Finden Sie das Aufnahmegerät nicht im Mixer, ist der Kanal wahrscheinlich nur ausgeblendet. Welche Kanäle der Mixer anzeigt, legen Sie über den Menüpunkt Einstellungen / Kanäle einrichten fest (Abbildung 4).

Abbildung 4: In diesem Dialog wählen Sie die Kanäle aus, die der KDE-Mixer anzeigt.

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