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Schöne Töne

MP3-Player aTunes

27.07.2010
aTunes ist ein komfortabler MP3-Player, den Sie unter Linux und Windows nutzen können: Als Java-Programm ist er plattformunabhängig. Neben der Medienwiedergabe unterstützt er Internetradio und Podcasts.

Mit aTunes lesen Sie Audio-CDs ein, abonnieren Podcasts und bearbeiten Metadaten (ID3-Tags) Ihrer Tracks. Sie verwalten das Musikarchiv, hören sich selbst zusammengestellte Wiedergabelisten an und synchronisieren die Sammlung mit Ihrem MP3-Player. Ist ein Liedtext schwer verständlich, blenden Sie diesen in Textform ein oder "normalisieren" den Song, um die Stimme des Sängers hervorzuheben. Gleichzeitig erhalten Sie Informationen zu Ihren Songs und zu den Künstlern.

Voraussetzungen

Nicht alle Linux-Distributionen liefern aTunes mit. Sie finden das Programm auf der Projektseite [1]. Damit das Programm funktioniert, benötigen Sie Java 1.6 – idealerweise das Original-Java von Sun, denn beim Einsatz von alternativen Java-Versionen gab es in unseren Tests Probleme mit den Schriften. Zusätzlich muss ein unterstützter Player installiert sein. Die Linux-Version akzeptiert mplayer und xine. Möchten Sie auch Audio-CDs auslesen und für einen MP3-Player konvertieren, installieren Sie den Ripper cdda2wav und die gewünschten Encoder. Hinweise zu den Musikdateiformaten finden Sie im Kasten Das richtige Format.

Das richtige Format

aTunes unterstützt Codecs für die Formate MP3, Ogg Vorbis (Endung .ogg), FLAC und ACC. Sie wählen je nach Einsatz das entsprechende Format aus:

  • MP3 ist das bekannteste Format, nach dem die Abspielgeräte benannt wurden. Aktuelle MP3-Player unterstützen oft auch andere Dateiformate.
  • Das Ogg-Vorbis-Format ist ein freies Format, das Anwender ohne Lizenzgebühr privat und auch im kommerziellen Umfeld verwenden dürfen. Die erzeugten Dateien sind etwas kleiner als qualitativ gleichwertige MP3-Dateien.
  • FLAC (Free Lossless Audio Codec) ist ein Format, das (anders als MP3 und Ogg Vorbis) keine Qualitätseinbußen verursacht, wie Ogg Vorbis oder MP3. Die Dateien sind dadurch größer als bei verlustbehafteten Formaten.
  • Die AAC-Encoder dürfen Anwender auch für kommerzielle Zwecke ohne Lizenzkosten nutzen. Sie erzeugen eine bessere Qualität als MP3. Das Format erlaubt Kopierschutzmechanismen und Tagging. FAAC ist ein Open-Source-Codec, den viele Distributionen mitliefern.

Vorarbeiten

Installieren Sie erst alle benötigten Codecs und Player sowie die Java-Umgebung. Je nach eingesetzter Distribution ist der Installationsaufruf etwas anders.

  • Bei OpenSuse finden Sie das Softwareverwaltung über Programme / System / Konfiguration / Install Software. Sie suchen zu installierende Programme über den Namen, in der Zusammenfassung, der Beschreibung, in RPM-Paketen und in der Liste der Abhängigkeiten. Geben Sie z. B. die zum Rippen benötigte Bibliothek cdda2wav als Suchbegriff an, erscheint diese als Bestandteil verschiedener Programme, wenn Sie alle Suchoptionen ausgewählt haben. Installieren Sie eines der angezeigten Programme.
  • Unter Kubuntu rufen Sie die Softwareverwaltung über Computer / System Settings / Add and Remove Software auf. Den MP3-Encoder Lame und den FLAC-Codec installieren Sie von der Distributions-DVD. Da der Ogg-Vorbis-Codec nicht anhand seines Namens gelistet ist, suchen Sie über den Button Find by description nach "ogg".
  • Mandriva bietet über den Menüpunkt Installieren und Entfernen von Software den Zugriff auf die DVD der Distribution. Installieren Sie das Paket mplayer-gui.

Möchten Sie das Ausgabeformat AAC mit dem Nero-Encoder erzeugen, laden Sie das Programm von der Nero-Webseite [3] herunter, was erst nach Eingabe einer E-Mail-Adresse möglich ist. Die Zip-Datei enthält Treiber für Windows und Linux.

Das Archiv enthält einen Ordner linux mit den drei Programmdateien neroAacDec, neroAacEnc und neroAacTag. Entpacken Sie diese Dateien (z. B. mit Ark), machen Sie sie über den Dateimanager ausführbar und verschieben Sie sie in ein Verzeichnis, in dem Linux nach Programmen sucht. Das könnte z. B. /usr/local/bin/ sein – für den letzten Schritt benötigen Sie Administratorrechte, starten Sie dazu etwa den Dateimanager Dolphin mit Root-Rechten.

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