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Shell-Tipps

Know-how für die Kommandozeile

Tipp: Case sensitivity abschalten

Viele Kommandozeilenprogramme bringen eine Option namens -i mit, die dafür sorgt, dass das Tool nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterscheidet. Das sind im Wesentlichen Befehle, die mit Textdateien arbeiten. Verwenden Sie den Parameter bei diff (siehe voriger Tipp), behandelt das Programm Worte wie etwa "Huhn", "HUHN" oder "huhn" als dieselbe Zeichenkette und zeigt die diversen Schreibweisen nicht als gefunde Unterschiede an. Auch grep [3] bringt einen solchen Schalter mit: Verwenden Sie

grep -i <I>begriff<I> <I>datei.txt<I>

achtet grep bei der Suche nicht auf Groß- und Kleinschreibung.

Der Befehl locate dateiname durchforstet das System nach Dateinamen, welche die genannte Zeichenfolge im Pfad oder im Namen selbst haben. Wissen Sie nicht genau, ob die Datei große oder kleine Buchstaben im Namen trägt, verwenden Sie locate -i dateiname.

Der Pager less bietet gleich zwei Optionen für die Behandlung von Groß- und Kleinschreibung in Textdateien. Rufen Sie das Programm über less -i datei.txt auf und suchen mit der Tastenkombination [Umschalt]+[7] (also /) nach einem Begriff, ignoriert less zunächst die Schreibweise. So findet /huhn wieder alle Schreibweisen: "Huhn", "HUHN" oder "huhn". Anders sieht es aus, wenn die Suchanfrage einen Großbuchstaben enthält. Tippen Sie /HUHN, zeigt der Pager nur das Wort "HUHN" als Treffer an. Um die Case sensitivity für less komplett abzuschalten, rufen Sie das Tool mit der Option -I auf: Dann gibt es beim Suchen gar keine Unterschiede mehr.

Tipp: Bash-Prompt mit Uhrzeit (24-Stunden-Format)

Die Eingabeaufforderung der Shell können Sie ganz an Ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse anpassen. Für das Aussehen des Prompts ist die Umgebungsvariable PS1 zuständig (siehe Tipp ##). Der Standardprompt enthält in der Regel den Benutzer- und den Rechnernamen, gefolgt vom aktuellen Arbeitsverzeichnis, also z. B.:

huhn@ubuntu10:~$

Möchten Sie zusätzlich die aktuelle Uhrzeit im 24-Stunden-Format vor der Eingabeaufforderung sehen, geben Sie den folgenden Befehl ein:

export PS1="[\t] \u@\h:\w$ "

Bei den Angaben \t, \u, \h und \w handelt es sich um so genannte Escape-Sequenzen. Dabei steht \t für die Uhrzeit im 24-Stunden-Format, \u für den Namen des angemeldeten Benutzers, \h für den Hostnamen bis zum ersten Punkt und \w für das aktuelle Arbeitsverzeichnis. Abbildung 3 zeigt, wie der neue Prompt dann aussieht.

Abbildung 3: Den Shell-Prompt können Sie ganz individuell gestalten. Zuständig für das Aussehen ist die Variable "PS1".

Glossar

Tab-Completion

Die Tabulatortaste spart beim Arbeiten auf der Shell Tipparbeit, da sie Ihre Eingaben ergänzt, sobald etwas eindeutig ist: Um mit dem Befehl ls ins Verzeichnis /etc/X11/ hineinzuschauen, reicht in der Regel ls /e, und dann drücken Sie [Tab]. Die Bash vervollständigt den Namen zu "/etc/". Gibt es mehrere Treffer, piept es beim Drücken der Tabulatortaste; wenn Sie diese danach noch einmal betätigen, sehen Sie alle möglichen Treffer.

Infos

[1] Guru-Training zur Prozesskontrolle: Heike Jurzik, "Prozessen mit der Axt kommen", EasyLinux 09/2006, S. 127 ff., http://www.easylinux.de/2006/09/127-guru-kill/

[2] Artikel zu Umgebungsvariablen: Heike Jurzik, "Bequem eingerichtet", LinuxUser 05/2007, S. 88 ff., http://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Print-Artikel/LinuxUser/2007/05/Bequem-eingerichtet

[3] Artikel zu grep: Elisabeth Bauer, "Text fischen", EasyLinux 10/2004, S.74 ff., http://www.easylinux.de/2003/10/074-grep/

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