AA_PO-20837-Fotolia-Marc_Chesneau_Fotolia-Auto.jpeg

© Marc Chesneau, Fotolia

Web-Flitzer

Google Chrome

07.07.2010
Google ist im Netz allgegenwärtig und erobert mit seinem Browser Chrome immer mehr Desktops – vielleicht auch Ihren. Chrome punktet mit Geschwindigkeit und einfacher Bedienung und lässt sich wie Firefox mit nützlichen Erweiterungen tunen.

Etwas zu "googeln", ist schon lange zum Synonym für eine Suche im Web geworden, und auch andere Dienste des Unternehmens wie Google Mail oder das Online-Office des Suchmaschinenanbieters sind populär. Mit Chrome hat Google auch einen Webbrowser im Angebot. Basis des Programms ist der quelloffene Chromium, der für die Darstellung von Websites die HTML-Rendering-Engine WebKit nutzt.

Google Chrome zeichnet sich vor allem durch leichte Bedienung und Geschwindigkeit aus. Letzteres macht sich vor allem bei Seiten bemerkbar, die viel JavaScript-Code enthalten. Eine weitere Besonderheit ist, dass für jeden geöffneten Tab ein eigener Browser-Prozess gestartet wird, der unabhängig von allen anderen läuft. Dadurch können fehlerhaft programmierte Seiten nicht den ganzen Browser in den Abgrund reißen. Stattdessen öffnet Chrome ein Fenster, in dem er den Benutzer über die nicht reagierenden Tabs informiert und anbietet, sie zu schließen. Wie Firefox können Sie auch Chrome mit Extensions um viele zusätzliche Funktionen erweitern. Ganz so riesig wie für Firefox ist das Angebot noch nicht, aber schon jetzt findet man zu vielen populären Firefox-Erweiterungen auch Chrome-Varianten.

Anfangs haben vor allem Linux-Nutzer Chrome misstrauisch beäugt, was unter anderem an der eindeutigen ID lag, die der Browser bei der Installation setzte, um sich eindeutig identifizierbar zu machen. Diese ID-Nummer erzeugt Chrome immer noch, löscht sie aber unmittelbar nach der Installation. Sie dient nur noch dazu, Google die erfolgreiche Installation des Browsers zu melden.

Chrome einspielen

Die Linux-Version von Chrome spielen Sie im Handumdrehen über die Google-Website [1] ein. Besuchen Sie diese Seite und klicken Sie auf die Schaltfläche Google Chrome herunterladen. Sollte die Seite bei Ihnen in englischer Sprache erscheinen, wählen Sie über das Drop-down-Menü oben rechts Deutsch als Sprache aus.

Auf der folgenden Seite können Sie nun zwischen einem RPM-Paket für OpenSuse oder Fedora und einem Debian-Paket für Ubuntu oder Debian wählen. Alle Pakete stehen sowohl in einer 32- als auch in einer 64-Bit-Variante zur Verfügung (Abbildung 1). Setzen Sie ein Häkchen für die passende Version und klicken Sie unten auf der Seite auf Akzeptieren und installieren.

Abbildung 1: Google bietet Chrome-Pakete für OpenSuse, Ubuntu, Fedora und Debian an.

Unter OpenSuse ruft das YaST, unter Ubuntu den Installationshelfer Gdebi auf den Plan. Dort müssen Sie dann nur noch die Installation bestätigen, danach richtet YaST bzw. Gdebi Chrome auf der Festplatte ein (Abbildung 2). Außerdem wird während der Installation das Chrome-Repository von Google in die Liste der Paketquellen eingetragen. Das stellt sicher, dass Sie regelmäßig Updates des Browsers erhalten.

Abbildung 2: Bei der Firefox-Nachfrage bietet der Browser automatisch an, das Chrome-Paket mit dem Installationstool der Distribution einzuspielen.

Oberfläche erkunden

Um Chrome das erste Mal zu starten, wählen Sie entweder seinen Eintrag in der Kategorie Internet des Startmenüs oder geben google-chrome in ein mit [Alt]+[F2] geöffnetes Schnellstartfenster ein. Zunächst öffnet sich ein Fenster, das anbietet, die Einstellungen von Firefox zu importieren. Hier können Sie auch Chrome zum Standardbrowser machen. Außerdem haben Sie dort die Möglichkeit, Chrome anzuweisen, Fehlerberichte und Nutzungsstatistiken an Google zu schicken. Haben Sie sich für den Import der Firefox-Daten entschieden, liest Chrome zunächst dessen Verlauf und die Lesezeichen ein. Falls Firefox gerade läuft, klappt das nicht, und Chrome weist darauf hin. Sie können Firefox dann schließen und mit einem Klick auf Weiter mit dem Importieren der Daten fortfahren.

Am auffälligsten ist Chromes Unauffälligkeit: Der Browser bringt keine klassische Menüleiste mit, und auch das von anderen Browsern bekannte Suchfeld fehlt (Abbildung 3). Bei Chrome sind die Adress- und Suchleiste identisch. Geben Sie eine Web-Adresse ein, steuert der Browser die entsprechende Seite an, handelt es sich nicht um eine gültige Adresse, interpretiert Chrome die Eingabe als Suchbegriff. Beim ersten Start erscheint direkt unter der Adressleiste ein Dialog, über den Sie die Standardsuchmaschine ändern können. Zur Auswahl stehen neben der natürlichen Vorgabe Google die Dienste von Ask, Bing und Yahoo.

Abbildung 3: Schlicht und funktional: Chrome verzichtet auf eine Menüleiste und räumt so den Inhalten den meisten Platz ein.

Links neben der kombinierten Adress- und Suchleiste befinden aich die Buttons zum Zurück- und Vorblättern sowie eine Schaltfläche, über die Sie die aktuelle Seite neu laden. Im Bereich rechts neben der Suchleiste gibt es zwei weitere Schaltflächen. Über die rechte haben Sie u. a. Zugriff auf die Chrome-Einstellungen, den Lesezeichen-Manager und Downloads; bei einem Klick auf die linke öffnet sich ein Menü, das dem Datei-Menü anderer Browser im Wesentlichen entspricht. Sie können dort den markierten Text kopieren, die Seite speichern oder drucken und hinein oder heraus zoomen. Für diese Aufgaben bevorzugen viele Anwender Tastenkombinationen, und wer diese von Firefox bereits kennt, muss sich bei Chrome nicht umgewöhnen: Mit [Strg]+[F] starten Sie eine Suche auf der aktuellen Seite, [Strg]+[S] öffnet den Dialog zum Speichern, und [Strg]+[T] erzeugt einen neuen Tab.

Auf jedem neuen Tab zeigt Chrome eine Vorschau Ihrer Lieblingsseiten an. Diese ermittelt der Browser zum einen aus den Lesezeichen, zum anderen aus Ihrem Surfverhalten. Steuern Sie regelmäßig die EasyLinux-Homepage an, dauert es nicht lange, bis auf neuen Tabs eine Vorschau davon auftaucht. Ein Klick auf eines der Vorschaubildchen bringt Sie direkt zu der Seite. Unter den Vorschaubildern können Sie über einen Klick auf Vollständigen Verlauf anzeigen alle kürzlich besuchten Seiten betrachten. Klicken Sie in dieser Listenansicht auf Elemente bearbeiten, erscheint vor jedem Eintrag eine Checkbox (Abbildung 4). Mit einem Häkchen und einem Klick auf Ausgewählte Elemente entfernen löschen Sie die ausgewählten Seiten aus der History. Steht stattdessen eine große Aufräumaktion an, tilgt ein Klick auf Alle Internetdaten löschen sämtliche Surfspuren.

Abbildung 4: Einzelne Seiten können Sie direkt in der Verlaufsansicht löschen.

Wollen Sie nur bei einer Sitzung keinerlei Spuren auf der Festplatte hinterlassen, öffnen Sie dafür ein so genanntes Inkognito-Fenster. Das geht entweder über den Eintrag Neues Inkognito-Fenster im Einrichtungsmenü ganz rechts neben der Adressleiste oder über mit [Strg]+[Umschalt]+[N]. In einer solchen Sitzung landen die besuchten Seiten nicht im Verlauf, und auch dort getätigte Suchen speichert Chrome nicht. Zudem löscht Chrome automatisch alle Cookies, die während dieser Sitzung gesetzt werden, sobald Sie das Fenster schließen. Das einzige, was von einer Inkognito-Sitzung übrig bleibt, sind dort angelegte Lesezeichen und heruntergeladene Dateien.

Eine besonders praktische Funktion bemerkt man erst, wenn man eine Seite ansteuert, die nicht in deutscher Sprache verfasst ist. Dann erscheint unmittelbar unter der Adressleiste ein Übersetzungsdialog. Chrome hat Googles Übersetzungsdienst in den Browser integriert, so dass Sie jede Seite bequem über den diesen Dialog übersetzen können. Um welche Sprache es sich auf der Seite handelt, ermittelt die Autoerkennung, die eine recht gute Trefferrate hat. Liegt sie falsch, wählen Sie aus der Drop-down-Box die richtige Sprache aus. Ein Klick auf Übersetzen übersetzt die Seite ins Deutsche. Die Zielsprache entspricht dabei immer der Sprachversion von Chrome. Sobald die Seite übersetzt wurde, erscheint eine zweite Drop-down-Box, in der Sie eine andere Zielsprache auswählen können. Falls Sie Englisch sprechen, ist das ratsam: Google Translate liefert bei Übersetzungen ins Englische wesentlich bessere Ergebnisse als bei Übersetzungen ins Deutsche. Über die Schaltfläche Optionen in der Übersetzungsleiste können Sie die Funktion gezielt für einzelne Sprachen oder Websites deaktivieren. Stört Sie die Leiste, ist das Einstellungsmenü des Browsers der richtige Ort, um die Funktion abzuschalten.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

title_2014_03

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet EUR 9,80. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der EasyLinux-Homepage.

Das EasyLinux-Jahresabo mit Prämie kostet ab EUR 33,30. Details zum EasyLinux-Jahresabo finden Sie im Medialinx-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...
o2 surfstick software für ubuntu?
daniel soltek, 15.07.2014 18:27, 1 Antworten
hallo zusammen, habe mir einen o2 surfstick huawei bestellt und gerade festgestellt, das der nic...
Öhm - wozu Benutzername, wenn man dann hier mit Klarnamen angezeigt wird?
Thomas Kallay, 03.07.2014 20:30, 1 Antworten
Hallo Team von Linux-Community, kleine Zwischenfrage: warum muß man beim Registrieren einen Us...