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Malen nach Zahlen

Gimp-Video-Training im Test

30.07.2010 Gimp wird oft als Photoshop-Alternative bezeichnet. Was das Programm zu leisten vermag, findet man durch Ausprobieren nur mühsam heraus. Den richtigen Überblick verschafft nur ein langes Buch – oder ein Video-Training, das man bequem am Rechner anschaut. Wir haben uns ein solches Training angesehen.

Wer Gimp wirklich beherrschen will, kommt mit ein paar Stunden Übung und ohne weitere Hilfen nicht sehr weit: In unseren Gimp-Tipps zeigen wir zwar regelmäßig praktische Techniken in Gimp, für den professionellen Zugang ist aber intensiveres Arbeiten mit dem Programm nötig. Dabei hilft entweder ein gutes Gimp-Buch oder ein Videotraining. Letzteres bietet den Vorteil, dass Sie einem Gimp-Profi live bei der Arbeit zuschauen können, inklusive allen Mausklicks, Drag & Drop-Aktionen und anderen Aktivitäten, die ein Screenshot im Buch nicht brauchbar darstellen kann.

Wir haben uns das Videotraining von Galileo Design angesehen, das für knapp 40 Euro 13 Stunden Videomaterial bietet. Der Trainer Bernhard Stockmann betreibt auch das Portal http://gimpusers.de.

Bedienung

Das Videotraining ist eine Flash-basierte Anwendung, die komplett im Webbrowser läuft. Die Oberfläche ist sehr gut gelungen: Mit wenigen Mausklicks kommt man zum Hauptmenü und den einzelnen Kapiteln und Unterkapiteln (die hier Lektionen heißen). Bei Auswahl eines Kapitels bleibt die Gesamt-Kapitelliste stets sichtbar, so dass beim Sprung zum "falschen" Kapitel kein zusätzlicher Klick nötig ist, um zur Übersicht zurückzukehren (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Hauptmenü zeigt immer alle Kapitel und die Lektionen je eines ausgewählten Kapitels.

Fahren Sie an den linken Rand des Browserfensters, klappt ein Menü auf, das schnellen Zugriff auf die Lektionen des aktuellen Kapitels und die Rückkehr zur Kapitelliste erlaubt; das Video läuft dabei weiter.

Eine gerade laufende Lektion können Sie jederzeit anhalten, wieder fortsetzen oder innerhalb des Videos vor und zurück springen. Zusätzlich enthält der Scrollbalken für die Navigation innerhalb des Videos aber auch kleine Marker, die mit Index-Einträgen verknüpft sind – bewegen Sie die Maus über einen solchen Marker, erscheinen diese Index-Einträge (Abbildung 2). Darüber springen Sie schnell zum Anfang einer bestimmten Sequenz aus der aktuellen Lektion. Mausklicks kann man in den Videos gut erkennen, weil sich zum Klickzeitpunkt ein kleiner roter Kreis von der Zeigerposition aus vergrößert.

Abbildung 2: Index-Einträge erleichtern es, bestimmte Teile einer Lektion direkt anzuspringen.

Besonders schön fanden wir den Menüpunkt Werkzeuge per Klick erklären (Abbildung 3): Das Trainingsprogramm zeigt dann den Gimp-Werkzeugkasten an. Bewegen Sie die Maus über eines der Werkzeuge, erscheint zunächst ein kurzer Erklärungstext; nach dem Anklicken startet ein Ausschnitt des Videoprogramms, der die Funktion genau dieses Werkzeugs beschreibt. Gelegentlich wirken die kurzen Videofragmente etwas aus dem Zusammenhang gerissen, trotzdem ist das eine tolle Idee.

Abbildung 3: "Werkzeuge per Klick erklären": Zu jedem Icon aus der Gimp-Werkzeugleiste finden Sie hier einen kurzen Videoausschnitt mit Erklärungen.

Windows-lastig

Linux-Anwender vergessen gelegentlich, dass viele populäre Linux-Anwendungen auch auf Windows portiert wurden. Wer das Videotraining ansieht, erinnert sich daran: Alle Videosequenzen hat der Trainer unter Windows aufgezeichnet. Das Unterkapitel über die Installation von Gimp ist für Linux-Anwender unbrauchbar: Es gibt eine ausführliche Beschreibung, wie man den Windows-Installer von der Gimp-Webseite herunterlädt und ausführt. Für andere Betriebssysteme verweist das Video auf die Anleitungen auf der Webseite. An der Stelle wäre der Hinweis, dass Gimp bei fast allen Linux-Distributionen zum Standardumfang gehört, angebracht gewesen: Ein Download oder die Lektüre der Informationen auf der Webseite ist darum überflüssig. Die Software auf der DVD (Gimp 2.6.8) gibt es nur als Windows- und Mac-OS-Version.

Bis auf die Installationsanleitung und gelegentlich sichtbare Dateinamen mit c:\ im Pfad fällt aber nicht weiter auf, dass der Trainer Windows benutzt: Gimp sieht nämlich unter Windows und Linux identisch aus (Abbildung 4).

Abbildung 4: Man muss schon genau hinsehen, um zu erkennen, dass Gimp hier unter Windows läuft.

Problematisch ist auch das Thema CMYK-Farbseparation, bei dem der Trainer die Installation eines Plug-ins empfiehlt – das wird aber mit Hilfe der Anleitung nur Windows-Anwendern problemlos gelingen.

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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