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Flash, Acrobat Reader, Skype und Java installieren

22.06.2010 An den proprietären Programmen Flash, Adobe Reader, Sun Java und Skype führt oft kein Weg vorbei. Wir zeigen, woher Sie die Anwendungen bekommen und wie Sie diese installieren.

Es gibt im Open-Source-Universum für viele Anwendungen einen offenen und freien Ersatz. Verwendet Ihr Gesprächspartner allerdings Skype oder bietet eine wichtige Webseite nur Videos im Flash-Format an, nützt Ihnen das wenig. Hier hilft (meist) kein Ersatz, hier muss die Originalsoftware her, im Beispiel Skype und der Flashplayer. Wir zeigen, wie Sie unter Kubuntu 10.04, OpenSuse 11.1/11.2 diese und andere proprietäre Software zum Laufen bringen.

Kubuntu 10.04

Nicht alle Anwender wissen, dass Ubuntu zwei Versionen des Flashplayers mitbringt. Zum einen gibt es das Paket flashplugin-installer, das Sie über KPackageKit installieren. (Der offizielle Name lautet Adobe Flash Player plugin installer.) Dieses lädt während der Installation die neueste Version des Flashplayers aus dem Netz, aktuell die 10.0.45.2. Anschließend können Sie (nach einem Browser-Neustart) in die Firefox-Adressleiste about:plugins eingeben, um herauszufinden, welche Flash-Version Sie nutzen und ob der Browser das Plug-in überhaupt erkennt (Abbildung 1). Das Problem hierbei: Der Installer spielt womöglich eine nicht an Kubuntus Besonderheiten angepasste Version des Flashplayers auf Ihren Rechner, bei der zudem Sicherheitslücken drohen.

Abbildung 1: Firefox zeigt über "about:plugins" an, ob das Flash-Plug-in funktioniert und in welcher Version es vorliegt.

Mehr Sinn ergibt es daher, die vom Ubuntu-Projekt offiziell unterstützte Variante zu installieren. Die liegt in Ubuntus Partner-Repository, ist unter Umständen etwas älter und Sie installieren sie über das Paket adobe-flashplugin, das Sie auf der Heft-DVD finden. Da diese Flashplayer-Variante offiziell Support von Canonical erhält, sind Sie mit der Installation auf der sicheren und stabileren Seite. Sicherheitslücken kommen im Flashplayer häufiger vor, die offizielle Version betreuen die Ubuntu-Entwickler intensiver und passen sie besser an Ubuntus Bedürfnisse an. Beim Entstehen dieses Artikels waren beide Flashplayer-Versionen zudem identisch, so dass es keine Probleme mit der Aktualität gab.

Nach der Installation starten Sie Firefox bzw. den Konqueror neu, damit die Browser das Plug-in korrekt identifizieren. Um zu testen, welche Version des Flashplayer-Plug-ins Sie verwenden, rufen Sie Adobes Testseite [1] auf.

Suns Java-Version

Java ist eine Programmiersprache, deren Programme ein Compiler zunächst in so genannten Bytecode übersetzt. Dieser Bytecode läuft auf einer virtuellen Maschine, der "Java Virtual Machine" (JVM). Sie brauchen eine so genannte Laufzeitumgebung namens JRE (Java Runtime Environment), welche den Bytecode versteht, für den Computer verständlich übersetzt und ausführt. Java ist dabei nicht gleich Java: Zwar erweisen sich die freien Java-Versionen in der Praxis mittlerweile als recht leistungsfähig, im Einzelfall kann es aber passieren, dass eine Anwendung Suns Java-Version voraussetzt (siehe Kasten Java frei und unfrei).

Java frei und unfrei

Sun, das mittlerweile zu Oracle gehört, hat Java erfunden bzw. entwickelt und es 2007 weitgehend unter die GPLv2 gestellt. Einige Komponenten stehen aber weiterhin unter proprietären Lizenzen. Projekte wie OpenJDK und IcedTea versuchen nun, diese Teile durch offene Implementierungen zu ersetzen. Das klappt so gut, dass viele Distributionen mittlerweile standardmäßig das freie Java ausliefern. In Einzelfällen brauchen Sie aber noch immer Suns Java.

Kubuntu 10.04 installiert von Hause aus OpenJDK 6. Wollen Sie Suns Java einspielen, installieren Sie die Pakete sun-java6-plugin und sun-java6-jre von der Heft-DVD. Das klappt aber nicht über KPackageKit, da der Paketmanager den Dienst verweigert, sobald ein Paket beim Installieren eine Konfigurationsentscheidung verlangt. Da Sie aber später ohnehin auf die Kommandozeile müssen, erledigen Sie die Installation auch gleich hier.

  1. Um eine Konsole aufzurufen, drücken Sie [Alt]+[F2], geben konsole ein und bestätigen mit [Eingabe].
  2. Zur Installation der Software geben Sie den Befehl sudo apt-get install sun-java6-jre sun-java6-plugin ein, der die wesentlichen Pakete auf Ihren Rechner spielt. Während des Vorgangs segnen Sie über [Eingabe] die Lizenzbestimmungen ab. Das ist der Punkt, an dem sich KPackageKit verschlucken würde.
  3. Nun sorgen Sie dafür, dass Kubuntu die neue Java-Version standardmäßig verwendet. Dazu geben Sie sudo update-java-alternatives -s java-6-sun ein.

Tippen Sie nach der Prozedur java -version in die Konsole, sollte die Ausgabe die neue Java-Version auflisten (Abbildung 2). Auch im Netz überprüfen Sie auf Wunsch, ob bei Ihnen ein aktuelles Java läuft [2].

Abbildung 2: Per Befehl küren Sie das neue Java zum Standard und prüfen dann unter anderem im Internet, ob das geklappt hat.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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