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Bloggen mit WordPress

Ein eigenes Blog einrichten

19.07.2010 WordPress ist eines der beliebtesten Blog-Systeme. Wir helfen Ihnen bei Einrichtung und ersten Schritten – wahlweise auf dem eigenen Webserver/Webspace oder unter wordpress.com.

Bloggen wird immer populärer, auch wenn mit Twitter Konkurrenz entstanden ist und Anwender sich nun entscheiden müssen, ob sie der Netzgemeinde ausführliche Informationen (über ein Blog) oder aufs SMS-Format komprimierte 140-Zeichen-Nachrichten (Twitter) mitteilen möchten. Manche entscheiden sich auch für beides und twittern dann z. B. regelmäßig, dass es einen interessanten neuen Blog-Eintrag gibt.

Wer sich fürs Bloggen entscheidet, braucht dafür auch eine Plattform – irgendwo müssen die Blog-Postings ja im Internet erscheinen. Dafür bieten sich zwei Wege an:

  • Der einfache Weg ist, einen Blog-Dienstleister zu suchen und auf dessen Webpräsenz ein Blog einzurichten. Das ist mit wenigen Klicks und der Angabe von Name, Mail-Adresse und eines Passworts erledigt. Der Nachteil der schnellen Lösung ist, dass Sie auf die Möglichkeiten beschränkt sind, welche der Blog-Anbieter freigeschaltet hat.
  • Der längere Weg setzt voraus, dass Sie einen eigenen Webserver betreiben, etwa auf einem Virtual Server oder Root-Server. Dort installieren und konfigurieren Sie dann eine Blog-Anwendung und haben hier die Möglichkeit, diese ganz nach Lust und Laune über Plugins um Zusatzfunktionen zu ergänzen.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen WordPress [1] vor, ein freies Blog-System, das im Juli in der überarbeiteten Version 3.0 erschienen ist. Da die Entwickler auch vorkonfigurierte Blogs auf ihrer kommerziellen Webseite [2] anbieten, eignet sich WordPress für beide oben beschriebenen Wege.

In den meisten Fällen reicht es aus, ein Blog bei http://wordpress.com einzurichten: Sie wählen dann eine (noch nicht vergebene) Subdomain (wie meinname.wordpress.com) aus, unter der Ihr neues Blog künftig erreichbar ist, und können direkt loslegen. Wie das geht, beschreiben die folgenden Abschnitte. Nur wenn Sie eine eigene Domain nutzen und volle Freiheit bei der Konfiguration von WordPress haben möchten, müssen Sie selbst WordPress installieren. Das ist vergleichsweise kompliziert. Wenn Sie die dafür nötigen Schritte, die der Kasten Wordpress auf dem eigenen Server beschreibt, zu komplex finden, können Sie sich dabei von einem erfahreneren Anwender helfen lassen.

Praktisch: Die grundlegende Verwaltung eines Blogs bei http://wordpress.com unterscheidet sich kaum von den Einstellungen, die Sie unter einer eigenen WordPress-Installation vornehmen – darum können Sie, wenn die Linux-Kenntnisse aktuell noch nicht für eine eigene WordPress-Installation ausreichen, zunächst mit einem fertigen Blog bei http://wordpress.com experimentieren und alles, was Sie dabei lernen, beim späteren Einsatz auf dem eigenen Server weiter verwenden.

Blog bei wordpress.com

http://Wordpress.com ist die "kommerzielle Seite" des Entwicklerteams von WordPress. Unter dieser Adresse bieten sie fertig vorkonfigurierte Blogs an, die in der Basisversion kostenlos sind. Gegen Aufpreis gibt es u. a. mehr Speicherplatz oder einen eigenen Domainnamen (etwa meinname.de statt meinname.wordpress.com). Die Gratisfunktionen reichen aber im Normalfall aus, vor allem für private Blogs.

Um loszulegen, erstellen Sie zunächst einen Account bei WordPress.com:

  1. Besuchen Sie die Webseite http://de.wordpress.com, um von Anfang an deutschsprachig zu arbeiten.
  2. Klicken Sie auf die auffällige Schaltfläche Jetzt anmelden.
  3. Tragen Sie einen Benutzernamen, ein Passwort (2x, in den Feldern Passwort und Bestätigen) und eine funktionierende (!) E-Mail-Adresse ein, akzeptieren Sie unter Rechtliches die Geschäftsbedingungen und übernehmen Sie darunter die Vorauswahl Gib mir ein Blog (Abbildung 1).

    Abbildung 1: Ein kostenloses Blog bei "wordpress.com" ist schnell eingerichtet.

  4. Auf der nächsten Seite (Abbildung 2) wählen Sie einen Domainnamen aus, WordPress schlägt dafür Ihren im vorherigen Schritt gewählten Benutzernamen vor. Aus testbenutzer wird dann die Webadresse testbenutzer.wordpress.com. Vergeben Sie außerdem einen Blogtitel und stellen Sie die Sprache ein, meist Deutsch. Unter Privatsphäre entscheiden Sie noch, ob Google & Co. Ihre neue Seite in den Index aufnehmen dürfen – diese Einstellung (und auch alle anderen Vorgaben) können Sie später noch ändern. Wollen Sie mit einer unfertigen Seite noch nicht von Suchmaschinen gefunden werden, entfernen Sie hier zunächst das Häkchen.

    Abbildung 2: Wählen Sie die Subdomain für Ihr Blog aus – etwa "meinblog.wordpress.com".

  5. Mit einem Klick auf Anmeldung schließen Sie die Ersteinrichtung ab. Sie erhalten jetzt an die angegebene Mail-Adresse eine Nachricht, die einen Aktivierungslink enthält. Wenn Sie den anklicken, ist Ihr neues Blog verfügbar, und Sie können mit dem Bloggen (oder dem weiteren Konfigurieren) loslegen. Loggen Sie sich dazu mit den neuen Zugangsdaten ein.

Alles unter Kontrolle

Das Kontrollzentrum von WordPress (Abbildung 3) erscheint automatisch, wenn Sie sich angemeldet haben. Es zeigt auf der Startseite die wichtigsten Informationen an, z. B., wie viele Beiträge Sie bereits erstellt haben und ob es Kommentare von Besuchern Ihres Blogs gibt.

Abbildung 3: Im WordPress-Kontrollzentrum schreiben Sie neue Artikel und bearbeiten die Einstellungen Ihres Blogs.

Links am Rand finden Sie das Menü: Es besteht aus mehreren Kategorien, deren Unterpunkte Sie auf- und zuklappen können, indem Sie auf den Haupttitel (Dashboard, Artikel, Mediathek etc.) klicken.

WordPress auf dem eigenen Server

Wenn Sie WordPress selbst installieren möchten, benötigen Sie einen Root-Server oder Virtual Server. Wir gehen hier davon aus, dass Sie bereits Zugriff auf einen eingerichteten Webserver (Apache) haben, der auf diesem Server läuft. Außerdem müssen dort die SQL-Datenbank MySQL und die für das Web wichtigen Sprachen Perl und PHP eingerichtet sein. Das Aufsetzen eines solchen "LAMP-Systems" (Linux, Apache, MySQL, PHP) ist nicht einsteigertauglich – wenn diese Voraussetzungen also noch nicht erfüllt sind, brauchen Sie für die Vorbereitung Hilfe.

Auf einem korrekt installierten System WordPress einzurichten, ist aber auch für Linux-Neulinge ein überschaubares Projekt. Bevor es losgeht, benötigen Sie den Benutzernamen und das Passwort für den Zugriff auf das Datenbankprogramm MySQL. Wenn Sie dort auch bereits eine Datenbank eingerichtet haben (oder nicht das Recht haben, neue zu erzeugen), notieren Sie außerdem den Namen der Datenbank, die Sie verwenden möchten. Dürfen Sie selbst neue Datenbanken anlegen, verwenden Sie dafür den Namen wordpress.

Entpacken Sie das WordPress-Programmpaket, das Sie von der Seite http://de.wordpress.org/ heruntergeladen haben. Es entsteht ein neuer Ordner wordpress/, den Sie in das Verzeichnis verschieben, das die HTML-Dateien Ihrer Domain enthält – z. B. nach /var/www/meinedomain/. Achten Sie darauf, nicht die einzelnen Dateien und Unterordner, sondern das ganze Verzeichnis zu verschieben, die WordPress-Dateien liegen danach also in /var/www/meinedomain/wordpress/.

Jetzt können Sie die neue WordPress-Installation konfigurieren. Dazu rufen Sie im Webbrowser die Adresse http://meinedomain.de/wordpress/ auf, wobei Sie "meinedomain.de" durch den richtigen Domainnamen ersetzen. Folgen Sie dann der Anleitung; die Installationsroutine fragt im Wesentlichen Ihre Zugangsdaten zur MySQL-Datenbank ab und lässt Sie den Blogtitel und Ihre Mailadresse eingeben. Wenn der Installer Ihren neuen Benutzernamen (standardmäßig admin) und das zugehörige Passwort anzeigt, sollten Sie diese Informationen notieren – Sie benötigen sie für den Login. Sie erhalten aber auch eine Mail an die angegebene Adresse, die diese Zugangsdaten enthält.

Ganz am Anfang testet der Installer, ob die WordPress-Konfigurationsdatei wp-config.php, die direkt im Verzeichnis wordpress/ liegt, schreibbar ist. Falls nicht, erscheint ein entsprechender Hinweis, und im Laufe der Einrichtung zeigt WordPress den gewünschten Inhalt der Konfigurationsdatei an. Speichern Sie diesen dann und kopieren Sie ihn von Hand unter dem Namen wp-config.php ins WordPress-Verzeichnis.

Nach der Einrichtung können Sie sich über http://meinedomain.de/wordpress/wp-admin/ anmelden und landen dann im selben Kontrollzentrum, wie es auch ein vorkonfiguriertes Blog bei http://wordpress.com zur Verfügung stellt.

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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