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Effizienter arbeiten mit GIMP

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

29.07.2010
Die hier aufgeführten Tipps und Tricks bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Wir zeigen, wie Sie mit Tastenkombinationen effektiver arbeiten, Leuchtsymbole malen und über Filter einen realitätsnahen Wassereffekt erzeugen.

Tipp: Leuchtreklame selbst gemacht

Der Times Square in New York ist wohl der bekannteste Platz für Leuchtreklame. Wer nicht die Möglichkeit hat, sich die blinkenden Schilder live anzusehen, holt sie mit Gimp ganz einfach auf den Bildschirm (Abbildung 1). Wir zeigen, wie es geht.

Abbildung 1: Realistische Leuchteffekte erzeugen Sie mit dem Leuchtreklame-Filter.

Erstellen Sie zunächst ein neues Bild als Hintergrund in beliebiger Größe über Datei / Neu. Wählen Sie einen möglichst dunklen Hintergrund, damit der Leuchteffekt gut zur Geltung kommt. Dann drücken Sie [Strg]+[L], um den Ebenendialog aufzurufen, und legen mit Hilfe des kleinen Icons unten links eine neue transparente Ebene an.

In unserem Beispiel verwenden wir neben dem Text auch ein Herzsymbol für den Begriff love. Mit Hilfe des Pfadwerkzeugs ([B]) erstellen Sie das Herz mit relativ wenig Aufwand. Abbildung 2 gibt eine Übersicht der im Folgenden beschriebenen Schritte.

Abbildung 2: Mit Hilfe des Pfadwerkzeugs formen Sie schnell und effektiv ein schönes Herz.

Beginnen Sie zuerst mit der Positionierung der Hilfslinien. Die dienen dazu, dem Herz eine gleichmäßige Form zu geben. Um sie zu nutzen, klicken Sie mit gedrückter linker Maustaste auf das obere Lineal in der Arbeitsfläche und ziehen eine Linie auf die Arbeitsfläche, die Sie genau über dem Rand positionieren.

Anschließend markieren Sie mit dem Pfadwerkzeug vier Bereichspunkte. Haben Sie die Grundform gezeichnet, klicken Sie in die Mitte der linken oberen Linie und ziehen diese etwas nach oben. Sie sehen schon, dass sich hier die erste Herzwölbung bildet. Gehen Sie mit der rechten Seite genauso vor. Über die kleinen rechteckigen Ankerpunkte bestimmen Sie die Stärke und Form der Rundung. Sie klicken mit der linken Maustaste auf einen Ankerpunkt, halten diese gedrückt und ziehen ein wenig daran. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, rufen Sie den Bildmenüpunkt Auswahl / Vom Pfad auf oder drücken [Umschalt]+[V].

Bevor Sie die Auswahl mit Farbe füllen, müssen Sie einen Rand hinzufügen, der später für den Leuchteffekt sorgt. Hierfür wählen Sie Auswahl / Rand und vergrößern im Dialogfenster Auswahl umranden die Auswahl um mindestens fünf Pixel. Dann füllen Sie sie mit einer beliebigen Farbe.

Für den Leuchtreklameeffekt sorgt ein Gimp-Filter, den Sie über Filter / Alpha als Logo / Leuchtreklame aufrufen. Im Dialogfenster Skript-Fu: Leuchtreklame legen Sie neben der Effektgröße die Hintergrundfarbe und die zu verwendende Leuchtfarbe fest. Danach führen Sie den Effekt aus.

Die dabei neu erstellte Ebene mit der Hintergrundfarbe löschen Sie gleich wieder, denn Sie haben bereits einen Hintergrund definiert und wollen dem Bild noch weitere Leuchteffekte hinzufügen. Die beiden Ebenen Neon Glow und Neon Tube mit den Bestandteilen des Herzens verschmelzen Sie hingegen. Dazu klicken Sie auf die obere der beiden Ebenen und wählen aus dem Kontextmenü Nach unten vereinen. Im Anschluss verschieben Sie das Leuchtherz mit Hilfe des gleichnamigen Werkzeugs an die passende Stelle. Weiter geht es nun mit den Texteffekten.

  1. Suchen Sie eine passende Schriftart aus und schreiben Sie den Text.
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste im Ebenendialog [Strg]+[L] auf die Textebene und wählen Sie Auswahl aus Alphakanal.
  3. Kopieren Sie die Auswahl und legen Sie im Ebenendialog eine neue transparente Ebene an. In diese kopieren Sie den ausgewählten Text hinein. Dann löschen Sie die Originalebene des Textes.
  4. Nun rufen Sie über Filter / Alpha als Logo / Leuchtreklame den Filterdialog auf und probieren es mit einer Effektgröße von 15 Pixeln.
  5. Danach entfernen Sie den dunklen Hintergrund, den der Effekt erzeugt, indem Sie diese Ebene einfach im Ebenendialog löschen. Die Textebenen Neon Glow und Neon Tube vereinen Sie am besten.

Die Schritte 2 und 3 sind notwendig, weil der Leuchtreklame-Filter gewöhnlich alle übrigen Bildbereiche um den Text herum entfernt. Das verkleinert den ursprünglichen Bildausschnitt stark, wodurch das zuvor angelegte Neon-Herz verschwindet. Um dem vorzubeugen, kopieren Sie die Textauswahl auf eine neue, größere Ebene.

Tipp: Realistischer Wassereffekt

Eine realistische Wasseroberfläche erzeugen wir in diesem Tipp (Abbildung 3). Alles, was Sie für die Bildkomposition aus unserem Beispiel benötigen, ist ein großes Foto mit möglichst vielen Wolken. Die restlichen Bildbereiche komponieren diverse Gimp-Filter.

Abbildung 3: Der Wassereffekt sieht nicht nur realistisch aus, er bildet eine schöne Vorlage für eine Vielzahl an tollen Bildgestaltungsideen.

Zunächst erstellen Sie über Datei / Neu ein neues Hintergrundbild mit Transparenz in beliebiger Größe und fügen über Ebene / Neue Ebene drei neue transparente Ebenen hinzu. Mit einem Mausklick aktivieren Sie die oberste Ebene, die Sie nun in eine Wasserfläche verwandeln.

Dazu wählen Sie aus dem Bildmenü Filter auf Render / Wolken / Plastisches Rauschen. In den Einstellungen des Effekts setzen Sie ein Häkchen bei Zufällig, stellen die Details auf 8, die X-Größe auf 2,4, die Y-Größe auf 11 und segnen das Ganze mit einem Klick auf OK ab. Nun rufen Sie über das Bildmenü Filter den Bereich Verzerren / Relief auf. Diesmal öffnet sich das Dialogfenster Relief. Die Standardeinstellungen für Azimut, Höhe und Tiefe behalten Sie bei, die Funktion Relief muss aktiv sein.

Als nächstes kippen Sie – so wie in Abbildung 4 – das Bild über den Transformationsfilter Perspektive ([Umschalt]+[P]) und wählen Transformieren. Im Ebenendialog stellen Sie den Modus der Ebene auf Multiplikation und reduzieren ihre Deckkraft auf etwa 70 Prozent. Den oberen vertikalen Rand der Wasserfläche markieren Sie mit Hilfe einer vertikalen Hilfslinie, wie es der erste Tipp erklärt.

Abbildung 4: Ziehen Sie das Transformationswerkzeug so hin, dass die Bildeinteilung ein Drittel Wasser und etwa zwei Drittel Wolkenbereich enthält.

Nun kommen die Wolken ins Spiel. Aktivieren Sie mit einem Mausklick die darunter liegende Ebene und fügen Sie das Wolkenbild hinein. Ziehen Sie es über das Skalieren-Werkzeug soweit nach oben, dass der untere Rand des Wolkenbildes an den oberen Rand der perspektivisch veränderten Wasserfläche anschließt. Klicken Sie auf Skalieren und dann auf das Ankersymbol im Ebenendialog, um die Ebene zu verankern.

Aktivieren Sie dann mit einem Mausklick die Ebene unter dem ersten Wolkenbild. In diese kopieren Sie abermals das Wolkenbild hinein [Strg]+[V]. Sie wählen das Werkzeug Spiegeln und in den Werkzeugeinstellungen den Eintrag Vertikal. Ein Mausklick auf die Arbeitsfläche erzeugt jetzt ein Spiegelbild zum Wolkenhimmel der anderen Ebene. Das skalieren Sie, bis es die Wasseroberfläche bedeckt, und verankern es dann als Ebene.

Abschließend klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Ebene. Im Kontextmenü wählen Sie Sichtbare Ebenen vereinen und dann Auf unterste Ebene beschnitten. Das Bild speichern Sie noch im passenden Format, und fertig ist der Wassereffekt.

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