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Fernsehen für unterwegs

Video- und Audiopodcasts mit Miro herunterladen

24.03.2010
Im Netz stehen zahlreiche Filme, Trailer und sogar ganze Fernsehserien auf Abruf bereit. Viele Videos laufen dank diverser Plug-ins direkt im Browser. Mit Miro laden Sie die Inhalte bequem herunter und genießen die Videos, wo und wann Sie wollen.

Um die Schätze diverser Videoportale zu bergen, benötigen Sie normalerweise nicht mehr als einen Browser, eine Suchmaschine und das richtige Plug-in bzw. einen Videoplayer. Die Sache hat nur einen Haken: Sind Sie offline, ist es vorbei mit dem Fernsehvergnügen. Dank der Multimediaplattform Miro [1], früher unter dem Namen Democracy Player bekannt, genießen Sie Internetvideos jederzeit und überall – ob zu Hause am Schreibtisch, in der Bahn oder im Flugzeug.

Der flinke Player setzt vordergründig auf VLC [2], während im Hintergrund wahlweise Xine oder Gstreamer arbeiten. Dank dieser soliden Basis kann Miro zahlreiche Formate abspielen, darunter Quicktime, WMV, MPEG, AVI, XVID und viele mehr. Die eingebaute Suchfunktion durchforstet mehrere Videoportale nach Clips und bringt diese in Windeseile auf den eigenen Rechner. Ebenfalls eingebaut ist eine Browserfunktion, die Zugriff auf den Miro-Programmführer und andere Webseiten mit RSS-Feeds bietet. Dank der eingebauten Torrent-Engine wandern die Daten besonders flink auf die Platte – ein separater BitTorrent-Client ist nicht erforderlich.

Miro-Pakete für OpenSuse 11.1 und Ubuntu 9.10 finden Sie samt Installationsanleitung auf der Heft-DVD. Anwender von OpenSuse 11.2 installieren die Pakete miro und gstreamer-0_10-ffmpeg aus dem PackMan-Repository sowie die vorgeschlagenen Abhängigkeiten aus den PackMan- und OSS-Quellen. Auf einigen Testrechnern kam es unter OpenSuse 11.2 zu Problemen mit den GStreamer-Plug-ins. Ein möglicher Workaround ist, den Player über den Befehl miro --set renderer=xine zu starten.

Alles arrangiert

Sie starten den Player über die Abteilung Multimedia im KDE-Startmenü oder per Eingabe von miro in ein Schnellstartfenster oder in die Konsole. Beim ersten Aufruf begrüßt Sie ein Assistent, der Sie durch die wichtigsten Stationen der grundlegenden Konfiguration führt. Beantworten Sie zunächst die Frage, ob Miro bereits beim Rechnerstart den Dienst aufnehmen soll. Bejahen Sie dies, setzt der Player nach dem Booten stillschweigend begonnene Downloads im Hintergrund fort und aktualisiert auch automatisch die Mediadaten. Wer keine schnelle Internetverbindung sein Eigen nennt oder nicht möchte, dass Miro ohne Aufsicht werkelt, sollte hier nicht zustimmen. Über Weiter geht's zum nächsten Schritt.

Als Nächstes entscheiden Sie, ob Miro den eigenen Rechner nach Multimedia-Inhalten durchsucht. Wenn Sie hier Ja aktivieren, können Sie festlegen, ob Miro Ihr eigenes Home-Verzeichnis oder einen anderen Ordner scannt. Alternativ überspringen Sie diesen Schritt und setzen den Player ausschließlich für Video- und Audiopodcasts aus dem Internet ein.

Nach dem Beenden des Einrichtungsassistenten sollten Sie außerdem einen Blick auf die allgemeinen Programmeinstellungen (Menüpunkt Video / Einstellungen) werfen. Über die sechs dort vorhandenen Reiter konfigurieren Sie Folgendes:

  • Allgemein legt fest, ob Miro beim Anmelden an der grafischen Oberfläche automatisch startet, aktiviert das Symbol im Systemabschnitt der Kontrollleiste und gibt eine Warnung aus, wenn Sie das Programm beenden, während es noch Daten aus dem Netz lädt.
  • Abonnements: Hier konfigurieren Sie die Standardeinstellungen für neue Feeds; einzelne Abos richten Sie auch jederzeit individuell ein. In der Voreinstellung fragt Miro neue Inhalte stündlich ab, lädt neue Feeds automatisch herunter und behält 20 alte Videos auf der Platte.
  • Downloads: Die Einstellungen für den im Hintergrund werkelnden BitTorrent-Client betreffen die maximale Anzahl simultan laufender Downloads, die Begrenzung der Upload- und Download-Übertragungsraten sowie die Zahl der Torrent-Verbindungen. Die Angaben zu Portnummern und -weiterleitungen belassen Sie am besten bei der Voreinstellung.
  • Ordner: Miro legt standardmäßig den versteckten Ordner .miro im eigenen Home-Verzeichnis an. Dort lagert der Player Logfiles, den Zwischenspeicher (Cache), Einrichtungsdateien für den integrierten Firefox und heruntergeladene Video- sowie Audiodateien (beide unterhalb von ~/.miro/Movies). In diesem Reiter ändern Sie den Speicherplatz für die aus dem Netz gefischten Daten und ergänzen die Medienbibliothek um lokale Ordner.
  • Speicherplatz: An diesem Ort konfigurieren Sie, wie viel Plattenplatz Miro verschlingen darf. Die Angabe des minimal freizuhaltenden Speichers auf dem Laufwerk ist eine praktische Sicherheitsvorkehrung. Außerdem stellen Sie ein, nach welcher Zeit Miro die Video- und Audiodateien eigenständig löscht (Abbildung 1). Liebgewonnene Dateien markieren Sie individuell über den Button Behalten und bewahren Sie so dauerhaft auf.
  • Wiedergabe: Miro bietet bei der Wiedergabe von Filmen an, diese vom Hauptfenster abzunabeln und wieder anzudocken. Hier entscheiden Sie, ob die Videowiedergabe immer in einem externen Fenster stattfinden soll, ob Miro sich merkt, wo Sie die Wiedergabe von Video- und Audiodateien unterbrechen, ob der Player nach jeder Datei kurz anhält und so weiter. Auch ob Miro im Hintergrund auf Gstreamer oder Xine (Standard) setzt, legen Sie hier fest.
Abbildung 1: Miro kümmert sich selbst darum, nicht den ganzen Festplattenplatz voll zu schreiben.

Prima Programm

Das Miro-Hauptfenster besteht aus mehreren Bereichen. Über die linke Spalte erreichen Sie den Miro-Programmführer (eine Art digitale Fernsehzeitschrift), die Bibliothek mit den Daten des lokalen Rechners, Lesezeichen zu Seiten mit weiteren Feeds, Ihre abonnierten Audio- und Videopodcasts und die Wiedergabelisten. Miro nistet sich zusätzlich als Icon im Systemabschnitt der Kontrollleiste ein. Mit einem Linksklick auf das Symbol lassen Sie den Player verschwinden und bringen ihn wieder in den Vordergrund. Das Kontextmenü des Icons erreichen Sie mit der rechten Maustaste. Es bietet Zugriff auf die Programmeinstellungen, auf heruntergeladene Dateien, hält Downloads an und setzt sie wieder fort.

Über einen Klick auf Miro-Programmführer öffnen Sie im integrierten Browser eine Webseite [2], die Zugriff auf viele Video- und Audiopodcasts bietet. Interessante und spannende Feeds finden Sie entweder über das Feld Search oder über die Navigationsleiste im oberen Bereich (Most popular, Top Rated etc.). Der Programmführer spricht zunächst nur Englisch; über das Menü Language bringen Sie ihm Deutsch bei.

Wollen Sie nicht gezielt suchen, sondern einfach nur stöbern, finden Sie Videos und Audiodateien über den Navigationsbereich. Der Programmführer kennt verschiedene Genres, sortiert wahlweise nach Sprachen, Beliebtheit, Bewertung usw. Miro führt Sie auf diesem Weg auch zu bekannten und beliebten deutschsprachigen Podcasts, darunter einige Feeds der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Um einen Podcast zu abonnieren, klicken Sie auf den grünen Button Feed hinzufügen (Abbildung 2) – nach kurzer Zeit erscheint er im Bereich Feeds in der linken Seitenleiste und zeigt die vorhandenen Beiträge an.

Abbildung 2: Neue Video- und Audiopodcasts finden Sie ganz bequem über den integrierten Programmführer: Ein Klick, und der Feed ist abonniert.

Alternativ finden Sie neues Futter für den Player über die integrierte Suchfunktion. Klicken Sie dazu links auf Videosuche und geben Sie dann ins Suchfeld einen oder mehrere Begriffe ein. Miro durchforstet zahlreiche Videoportale, darunter YouTube, Google Video, Blip.tv und viele mehr. Um die Suche auf bestimmte Anbieter zu beschränken, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Lupe und wählen im Drop-down-Menü ein Portal aus (Abbildung 3).

Abbildung 3: Miro durchsucht auf Wunsch beliebte Videoportale. Dauert das zu lange, wählen Sie über dieses Menü gezielt einen einzigen Anbieter aus.

Im Abschnitt Seiten finden Sie bereits zwei Lesezeichen, die zu Webseiten mit BitTorrent-RSS-Feeds führen. Weitere Webseiten nehmen Sie über das Menü Seitenleiste / Webseite hinzufügen auf. Ins folgende Dialogfenster tragen Sie einfach die URL ein und klicken dann auf OK. Übrigens ist es auch möglich, Torrent-Dateien direkt aus dem Netz mit Miro herunterzuladen. Dazu klicken Sie im Webbrowser einfach den Link zur .torrent-Datei an und wählen bei Öffnen mit Miro als Programm aus. Müssen Sie hier den kompletten Pfad angeben, schreiben Sie /usr/bin/miro.

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