Das freie Officepaket OpenOffice [1] hat sich in den letzten Jahren als Alternative zu Microsoft Office etabliert, viele Windows-Anwender verzichten auf den Erwerb einer teuren Lizenz und erstellen ihre Texte und Tabellen mit OpenOffice Writer und Calc. Unter Linux ist die Bürosuite die meist genutzte Software dieser Kategorie, lediglich SoftMaker Office (das es auch für Windows gibt) stellt hier noch eine echte Alternative dar, kostet aber Geld.
Die wichtigsten Anwendungen aus dem OpenOffice-Paket sind die Textverarbeitung Writer und die Tabellenkalkulation Calc. Sie ersetzen Word und Excel und gestatten es dabei, alte Dokumente aus Windows-Zeiten in den Formaten .doc und .xls weiter zu nutzen. Da OpenOffice auf allen großen Distributionen vorinstalliert ist, können Sie direkt loslegen. In diesem ersten Teil einer kleinen Workshopreihe stellen wir Ihnen den Writer vor. Vorkenntnisse benötigen Sie nicht, auch keine aus der Arbeit mit Word. Wenn Sie schon Erfahrungen mit Microsoft Word gesammelt haben, wird Ihnen vieles bekannt vorkommen.
Start und erstes Dokument
Rufen Sie OpenOffice über das Startmenü auf; je nach Distribution können Sie hier direkt die Textverarbeitungskomponente starten – dann erscheint gleich ein leeres Textdokument auf dem Bildschirm. Anderenfalls sehen Sie das Startfenster von OpenOffice (Abbildung 1), in dem Sie auf Textdokument klicken.
Das OpenOffice-Fenster mit dem leeren Dokument erscheint. Die große weiße Fläche markiert die Grenzen eines DIN-A4-Blatts: In der deutschen Version des Programms ist das hiesige Standardpapierformat voreingestellt. Der Bereich "jenseits" des Papiers ist ausgegraut. Sehen Sie nur weiße Fläche und kein Grau, müssen Sie das Fenster größer ziehen, um auch die Ränder erkennen zu können. Eine dünne Rahmenlinie zeigt zudem auf dem Blatt an, welchen Bereich Sie beschreiben können.
Links oben im Dokument sehen Sie nun die Eingabemarkierung (den Eingabecursor) – Sie können direkt loslegen und Text eingeben. Eingetippte Buchstaben erscheinen immer rechts von der Stelle, an der Sie gerade diese Markierung sehen, und der Cursor wandert automatisch weiter (hinter das zuletzt getippte Zeichen). Zeilenumbrüche fügt Writer automatisch ein, wenn Sie den rechten Rand erreichen und darüber hinaus schreiben. Der Umbruch erfolgt auch dann automatisch, wenn Sie nachträglich mitten im Text etwas ergänzen oder einzelne Worte oder Sätze löschen. Erst ein Druck auf [Eingabe] fügt einen harten Absatzumbruch ein: Danach geht es in der nächsten Zeile mit einem neuen Absatz weiter (Abbildung 2). Der automatische Umbruch wirkt sich immer nur auf den aktuellen Absatz aus. Eine Silbentrennung ist zu diesem Zeitpunkt übrigens noch nicht aktiviert; mehr dazu weiter unten im Abschnitt Silbentrennung.
Navigieren im Dokument
Wenn Sie bereits eine andere Textverarbeitung kennen, wird Sie das Folgende nicht überraschen: Die Eingabemarkierung, die wir im Folgenden Cursor nennen, verschieben Sie mit den entsprechend benannten Cursortasten [Pfeil links],[Pfeil rechts],[Pfeil hoch] und [Pfeil runter]. Befindet sich unmittelbar über oder unter dem Cursor kein Text, landen Sie mit [Pfeil nach oben] oder [Pfeil nach unten] am Ende der darüber oder darunter liegenden Zeile; im Fall einer Leerzeile also an deren Anfang.
Wollen Sie größere Sprünge zurücklegen, verwenden Sie die Cursortasten mit gedrückt gehaltener Strg-Taste: Dann navigieren Sie wortweise durch den aktuellen Absatz ([Strg]+[Pfeil links] oder [Strg]+[Pfeil rechts]) oder springen von Absatz zu Absatz ([Strg]+[Pfeil hoch] und [Strg]+[Pfeil runter]) – dabei landen Sie stets am Anfang eines Absatzes, also auf dem ersten Buchstaben der ersten Zeile des jeweiligen Absatzes.
Unabhängig von Absätzen (die ja unterschiedlich lang sein können und – wenn nötig – sogar über mehrere Seiten laufen dürfen) bewegen Sie sich mit den Tasten [Bild hoch] und [Bild runter] in großen Schritten durch das Dokument.
Nutzen Sie lieber die Maus als Tastenkombinationen, ist der Weg zu einer bestimmten Position im Text noch einfacher: Sie klicken dazu einfach auf ein Zeichen, und der Cursor erscheint vor diesem Buchstaben. Am rechten Rand sehen Sie zudem eine Scrollleiste: Wenn Sie diese mit der Maus anpacken und verschieben, ändert sich der gerade sichtbare Bereich des Dokuments – allerdings ohne den Cursor zu verschieben. Das ist vor allem dann nützlich, wenn Sie schnell einen Blick auf eine andere Stelle des Textes werfen möchten, ohne die aktuelle Cursorposition aufzugeben. So können Sie nach diesem Blick auf andere Textteile direkt an der ursprünglichen Position weiter tippen.



