OpenStreetMap

Anders als Google stellt OpenStreetMap [4] seine Kartenwerke unter der CCL 2.0 (Common creative License) zur Verfügung, womit jeder Nutzer das Material frei verwenden darf. Die Informationen stammen überwiegend von einer Heerschar Freiwilliger, welche mit GPS-Trackern bewaffnet ganze Stadtviertel abgehen und damit das Kartenwerk vervollständigen. Je nach Region bietet das Projekt deutlich mehr Detailinformationen als Googles Kartenservice.

Die Karte auf der Webseite des Projekts (Abbildung 3) ermöglicht lediglich die Suche nach Orten, eine Routenplanung fehlt. Ähnlich wie Google Maps verändern Sie die Kartenposition, indem Sie diese mit der gedrückten linken Maustaste "festhalten" und an die gewünschte Stelle ziehen.

Abbildung 3: OpenStreetMap erlaubt unter anderem das Exportieren der gewählten Kartenausschnitte.

Um den Ausschnitt zu verändern, verwenden Sie entweder das Mausrad oder die "+/-"-Skala am linken Bildrand. Ein Doppelklick in die Karte vergrößert die Zoomstufe. Anders als bei Google zeigt OpenStreetMap beim Doppelklick auf einen POI (Point of interest) keine Detailinformationen zu diesem an. Um das zu ändern, klicken Sie zunächst auf das Plus-Symbol am rechten oberen Kartenrand und aktivieren aus dem Ausklappmenü Daten. Darin wählen Sie auch zwischen vier verschiedenen Kartenansichten. Alternative Anzeigen, etwa Satellitenbilder, wie Google Maps sie bietet, fehlen jedoch. Dafür besitzt die Seite einige Möglichkeiten, das Kartenmaterial zu exportieren. Als Ausgabeformate wählen Sie unter anderem zwischen PNG, JPEG und PDF.

Um den Nutzwert des Kartenwerks zu erweitern, riefen Pascal Neis und Alexander Zipf von der Uni Bonn das Projekt OpenRouteService (Abbildung 4) [5] ins Leben. Es ermöglicht Ihnen sowohl die Suche nach Orten als auch das Planen von Routen mit den Karten von OpenStreetMap. Prinzipiell funktioniert der Service so ähnlich wie der von Google Maps, bietet jedoch einige interessante Zusatzfeatures. So erlaubt es die Funktion Bereiche vermeiden einen beliebigen Bereich, etwa Innenstädte, zu markieren, welche die Routenplanung bei der Berechnung dann ausschließt. Des weiteren können Sie die Routendaten in verschiedenen Formaten, unter anderem GPX und XML, exportieren um sie in anderen Geräten zu verwenden. Das Ausdrucken der Route ermöglicht die Seite bislang jedoch nicht. Auch sind die Wegbeschreibungen im Vergleich zu Google eher unpräzise, die Berechnung dauert wesentlich länger, Alternativrouten bietet der Service nicht an.

Abbildung 4: Der OpenRouteService verwendet als Basis für seine Routenberechnung das Kartenmaterial von OpenStreetMap.

Dafür besitzt die Webapplikation vier verschiedene Berechnungsmodi, etwa Radfahrer, PKW (am schnellsten) oder PKW (am kürzesten). Während die Route von der Wegstrecke beinahe auf den Kilometer genau mit der von Google übereinstimmte, lagen die Zeiten teils erheblich auseinander. So prophezeite der Dienst für eine Strecke, die üblicherweise nicht unter 25 Minuten zu bewältigen ist, eine Fahrzeit von gerade einmal 10 Minuten. Google Maps arbeitet hier deutlich präziser und näherte sich bis auf fünf Minuten dem tatsächlichen Wert.

Marble

Das lokale Gegenstück zu Google Earth nennt sich Marble [6] und stammt vom KDE-Projekt. Sie installieren das Programm mit dem Paketmanager Ihrer Distribution aus den Repositories. Der Schwerpunkt der Applikation liegt beim Darstellen der Erde als virtueller Globus, entsprechend fehlen dem Programm beispielsweise Features wie Routenberechnung. Allerdings fielen auch für diese Ausrichtung nützliche Features wie die Entfernungsmessung unter den Tisch. Marble bietet zehn verschiedene Ansichten an. Ähnlich wie die Overlays von Google Earth erscheint beispielsweise die Temperaturverteilung zu verschiedenen Jahreszeiten, eine historische Karte oder das Kartenmaterial von OpenStreetMap auf dem digitalen Globus. Allerdings erlaubt nur letztere eine hochauflösende Ansicht. Die Satellitenansicht besitzt dagegen lediglich eine Auflösung von etwa 10 mal 10 Kilometern, was nicht einmal das Identifizieren von Orten erlaubt.

Auch Marble blendet ortsbezogen Bilder und Wikipediaeinträge ein. Da diese allerdings beim Ändern des Ausschnitts nicht mitskalieren, verdecken Sie mitunter das eigentliche Kartenmaterial (Abbildung 5). Die Suche nach Orten funktioniert dagegen deutlich besser als bei Google. Das Programm zeigt bereits während der Eingabe des Begriffs den entsprechenden Ausschnitt auf der Karte.

Abbildung 5: Zwar zeigt auch Marble zum gewählten Kartenauschnitt Zusatzinformationen an, diese verdecken jedoch nicht selten einen großen Teil der Kartenansicht, da sie beim Zoomen nicht mitskalieren.

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