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© Ove Tøpfer, sxc.hu

Weltenforscher

Online-Kartenservices OpenStreetMap und Google Maps im Vergleich

07.04.2010
Eine Reihe von lokalen Programmen und Online-Services gestatten die interaktive Suche nach Orten und darüber hinaus die bequeme Routenplanung. Wir vergleichen Googles Service mit dem von OpenStreetMap.

"Schatz, weißt Du zufällig, wie weit es von uns bis Barcelona ist?" – in der Vergangenheit hieß das: Atlas rauskramen, Lineal anlegen und eine grobe Einschätzung abgeben. Bei den Straßenkilometern wurde es natürlich ungleich komplizierter. Hier galt es, einen Bindfaden an der Straße auszulegen und ihn danach abzumessen.

Dieses Szenario gehört im Internetzeitalter der Vergangenheit an. Online-Services wie Google Maps und OpenStreetMap stellen mehr oder weniger genaues Karten- und Bildmaterial der ganzen Welt zur Verfügung und ermöglicht es Ihnen, Orte in wenigen Sekunden zu finden und Entfernungen zu messen. Das geschieht entweder über eine Webapplikation, die Sie mit einem Browser öffnen, oder mit einer lokalen Anwendung, zum Beispiel Google Earth oder Marble. Diese Programme laden interaktiv den Kartenausschnitt aus dem Internet nach, den Sie gerade betrachten. Der Artikel offenbart die Stärken und Schwächen der beiden Kartenservices und der lokalen Applikationen, die sie nutzen.

Google Maps

Google bietet für den Zugriff auf sein Karten- und Bildmaterial die Online-Applikation Google Maps (Abbildung 1) [1] an. Sie ermöglicht nicht nur die Suche nach Orten, sondern enthält auch einen Routenplaner. Dieser gestattet das Hinzufügen beliebiger Zwischenziele und zeigt neben der ermittelten Hauptroute Alternativstrecken an. Unter den vorgeschlagenen Routen finden Sie eine genaue Wegeliste. Ein Klick auf die Einträge zeigt die jeweilige Position in der Karte an. Um Mautstrecken oder Autobahnen von der Route auszuschließen, aktivieren Sie die entsprechenden Einträge unter Optionen anzeigen. Ein Klick auf Drucken öffnet den Druckdialog in einem neuen Fenster. Er ermöglicht Ihnen unter anderem, die Karte mit auszudrucken und jedem Wegpunkt einen kleinen Kartenauschnitt hinzuzufügen. Alternativ blenden Sie, sofern für die Route vorhanden, auch Fotografien von Streetview an den Wegpunkten ein. Um die ermittelte Route auf Ihr Navigationssystem zu übertragen, klicken Sie zunächst auf senden und wählen im neuen Fenster den Reiter GPS. Nach Auswahl der Marke exportieren Sie die Route mit senden. Allerdings erfordert dieser Service in der Regel die installierte Software das jeweiligen GPS-Herstellers auf dem Rechner, welche die Daten überträgt. Da die Hersteller diese jedoch in aller Regel nur für Windows anbieten, können Linux-Anwender diese Software nicht nutzen.

Abbildung 1: Der Online-Service Google Maps bietet neben verschiedenen Ansichten auch eine Routenplanung und zeigt zum jeweiligen Kartenausschnitt Zusatzinformationen wie Bilder, Wikipedia-Einträge oder Standorte von Webcams an.

Neben dem Routenplaner besitzt Google Maps noch diverse weitere Funktionen. Durch das Aktivieren der Checkboxen unter Mehr... blenden Sie unter anderem Webcams, Fotografien, Wikipedia-Einträge und Videos des jeweiligen Kartenausschnitts ein. Diese erscheinen danach als Symbol oder Miniaturansicht. Ein Klick darauf öffnet sie. Optional schalten Sie über die Buttons Karte, Satellit und Gelände in die jeweiligen Ansichten um. Aktivieren Sie in der Satellitenansicht Labels anzeigen, blendet die Online-Applikation die Straßen als Layer auf den Bildern ein. Abhängig von der Region zeigen die Satellitenaufnahmen teils verblüffend hohe Auflösungen, auf denen man sogar noch einzelne Personen erkennt.

Google Earth

Das PC-Programm Google Earth gibt es als Gratis-Download [2]. Zum Testzeitpunkt stand Version 5.1 zur Verfügung. Nach dem Herunterladen installieren Sie die Software, indem Sie ein Terminalfenster in dem Verzeichnis öffnen, in dem sich die Datei befindet, und darin bash GoogleEarthLinux.bin eingeben. Um das Programm zu verwenden, sollte Ihr Rechner eine 3D-fähige Grafikkarte mit installiertem Treiber besitzen. Andernfalls läuft Google Earth zwar auch, jedoch wesentlich langsamer.

Das Programm bietet weit mehr Features als nur einen digitalen Globus (Abbildung 2). Sie enthält neben dem kompletten Funktionsumfang von Google Maps diverse zusätzliche Features. So erlaubt Google Earth das Einblenden einer Vielzahl von Layern, die Sie in der Rubrik Ebenen finden. Diese erweitern das angezeigte Kartenmaterial beispielsweise um 3D-Modelle von Gebäuden und ganzen Städten, von Wetterinformationen oder Verkehrsstörungen. Die Webseite Google Earth Hacks [3] bietet darüber hinaus mehrere tausend zusätzliche Overlays zum Download an, die Sie mit wenigen Klicks integrieren. Ein Klick auf das Linealsymbol in der Buttonleiste aktiviert die Entfernungsmessung – wahlweise als Linie oder Pfad mit Zwischenpunkten. Um die Landschaft aus der Vogelperspektive zu erleben, enthält Google Earth einen rudimentären Flugsimulater, den Sie über Tools / Flugsimulator starten... erreichen.

Abbildung 2: Google Earth blendet so genannte Overlays ein und zeigt damit eine große Auswahl zusätzlicher Informationen auf der Karte an.

Mit einem Klick auf das Saturn-Symbol in der Buttonleiste und der gewünschten Auswahl schalten Sie die Ansicht auf Himmel, Mond oder Mars um und funktionieren das Programm damit zum Planetarium um.

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