Während die Windows-Version schon fertig ist, liegt für Linux seit kurzem die erste Betaversion von SoftMaker Office 2010 [1] zum Testen bereit. Die Bürosuite des Nürnberger Unternehmens zeichnet sich vor allem durch geringen Ressourcenbedarf und Schnelligkeit auch auf älterer Hardware aus. Wir wollten wissen, ob die kommende Version dieser Linie treu bleibt und welche neuen Funktionen besonders gut gelungen sind.
Flink und kompatibel
Bestandteil des Pakets sind wie schon in Version 2008 die Textverarbeitung Textmaker, die Tabellenkalkulation Planmaker und das Präsentationsprogramm Presentations. Der Start aller drei Anwendungen erfolgt nach wie vor ausgesprochen schnell, und wer bereits die Vorversion kennt, muss sich nicht umgewöhnen. Während sich an der Optik wenig geändert hat, gibt es unter der Haube und in den Menüs viel Neues zu entdecken. Version 2010 unterstützt die DOCX-Formate von Microsoft Office.
Textmaker kann Word-2007-Dateien lesen und schreiben, wobei der Import einer Briefvorlage mit Firmenlogo ordentliche Ergebnisse lieferte. Auch die Tabellenkalkulation hatte mit dem Einlesen eines Excel-2007-Dokuments keine Probleme, kann in diesem Format aber nicht speichern.
Eine Neuerung, die alle Programme betrifft, ist die Organisation von Dokumenten in Tabs, wie man sie von Webbrowsern kennt. Sobald Sie ein weiteres Dokument öffnen, fügen die Programme einen Registerreiter ins Hauptfenster ein, anstatt ein zusätzliches Fenster zu öffnen. Gefällt Ihnen diese neue Funktion nicht (etwa, weil Sie oft Text per Drag & Drop zwischen zwei geöffneten Dokumenten verschieben), können Sie diese in den Einstellungen unter Allgemein abschalten.
Als Ergänzung liegen nach wie vor die Duden-Nachschlagewerke "Universalwörterbuch" und das "Große Fremdwörterbuch" bei. Neu an Bord sind vier Langenscheidt-Wörterbücher, die dabei helfen, englische, französische, spanische und italienische Texte zu übersetzen. Sie erreicht sie und die Duden-Wörterbücher bequem per Klick auf ein Icon in der Werkzeugleiste.
Präsentationsreif
Ein Highlight im wahrsten Sinne des Wortes ist der neue Diagrammassistent. Er erzeugt aus Datenreihen und -spalten nicht nur die klassischen Säulen-, Balken- und Tortendiagramme, sondern verziert sie mit Schattenwurf und diversen Beleuchtungseffekten präsentationsreif (Abbildung 1). Das klappte in der Betaversion ausgezeichnet, nur die Schatteneinstellungen übernahm Planmaker manchmal erst beim zweiten Anlauf.
Auch das PowerPoint-Gegenstück Presentations hat eine Menge für die Außenwirkung getan: Neue Folienübergänge im Dutzend, von Blenden über Schachbrettmuster bis hin zu Mosaikeffekten lassen Sie sowohl professionelle als auch eher verspielte Präsentationen erstellen. Für mehr Übersicht sorgt die Seitenleiste, die einen schnellen Wechsel zwischen Layout, Design, Farbschema, Grafiken, Übergängen und Animationen erlaubt. Die Gliederung sowie die Folienansicht lassen sich aus der Seitenleiste entkoppeln und wahlweise auch rechts, oben oder unten einblenden. Mit großen Bildschirmen ist das sehr komfortabel, da Sie so alle Präsentationsdetails im Blick haben.



