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News-Überblick mit Akregator

Maulwurf

Dank KDEs RSS-Feed-Reader Akregator behalten Sie im Nachrichten-Dschungel den Überblick. Der treue Helfer grast Tag für Tag Ihre Lieblingswebseiten ab und präsentiert die Fundstücke übersichtlich angeordnet.

Denken Sie an eine riesige Bibliothek mit tausenden Büchern, in der Sie zu einem bestimmten Thema recherchieren müssen. Zunächst suchen Sie im Katalog nach Büchern, die zu Ihrem Thema passen. Dann ziehen Sie durch die langen Gänge, klappern Regalnummern ab und sammeln die gefundenen Bücher ein. Mitunter landen Sie vor einem Regal, in dem das Buch fehlt, weil es entliehen ist. Am Abend schleppen Sie dann einen Korb voller Bücher zum Ausgang, und Ihnen tun von der Lauferei die Füße weh. Wäre es da nicht einfacher, jemanden mit dem Job zu beauftragen? Im Internet ist so was ohne großen Aufwand möglich.

Zugegeben: Der Vergleich hinkt. Im Netz legen Sie längere Strecken höchstens mit der Maus zurück. Interessieren Sie sich jedoch für ein bestimmtes Thema, passt das Bild, denn Sie müssen in diesem Fall regelmäßig Webseiten abklappern, die sich mit Ihrem Thema befassen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Manchmal gibt es tatsächlich etwas Neues, an anderen Tagen bleibt die Ernte mau. Je mehr Seiten Sie beobachten, desto länger dauert das Sammeln der Informationen. Aber hey, Sie nutzen einen Computer, warum nicht eine Software den Job erledigen lassen?

Wissen, wo es steht

Hier kommen Feed Reader wie Akregator ins Spiel. Diese grasen die RSS-Feeds von tausenden Webseiten ab und zeigen deren Neuigkeiten übersichtlich an (Abbildung 1). RSS steht ursprünglich für RDF Site Summary (siehe Kasten RSS und Atom) und RDF für Resource Description Framework. RSS-Feeds fassen die Überschriften und wichtigsten Informationen zu den Nachrichten auf einer Seite in einer schlanken XML-Datei zusammen.

Ob eine Webseite einen RSS-Feed anbietet, erkennen Sie in Firefox meist am orangefarbenen Icon rechts in der Adressleiste (Abbildung 2). Konqueror bietet unter OpenSuse ein solches Icon unten rechts in der Fußleiste an. Oft finden Sie das RSS-Symbol auch irgendwo auf einer Webseite versteckt, daneben steht meist ein Verweis auf die Adresse des RSS-Feeds. Einige Seiten bieten schlicht keinen RSS-Feed an.

Abbildung 1: Mit Feed Readern wie Akregator verwalten Sie tausende von RSS-Feeds, ohne den Überblick zu verlieren.
Abbildung 2: Dieses Icon weist auf einen RSS- oder Atom-Feed hin.

Feed Reader wie Akregator laden die XML-Dateien in regelmäßigen Abständen herunter. Sie enthalten neben kurzen Auszügen der Volltexte auch Links zu diesen Texten. Dadurch ist es nicht mehr nötig, eine Seite zu besuchen, um zu erfahren, welche Neuigkeiten es dort gibt.

Geschichte von RSS und Atom

Die erste Version 0.90 von RSS stammt aus dem Jahr 1999 und basiert auf einer Netscape-Technologie. Als heutiger RSS-Standard gilt die von der Firma Userland Software entwickelte Version 2.0. Hier bedeutet die Abkürzung RSS nun plötzlich Really Simple Syndication, weil RSS 2.0 nicht mehr auf RDF basiert. Obwohl es nicht abwärtskompatibel zu älteren RSS-Versionen ist, gilt es inzwischen – neben Atom – als Standard für RSS-Feeds.

Der kommerzielle Hintergrund von RSS bewegte einige Entwickler dazu, ein freies XML-Format namens Atom zu entwickeln, um neue Einträge zu verbreiten. RSS und Atom sind nicht kompatibel zueinander. Atom nutzt ASF, das Atom Syndication Format. Das basiert auf einem Entwurf der Internet Engineering Taskforce (IETF) von 2005, dem RFC 4287 [1]. Im Unterschied zu RSS kann man recht genau spezifizieren, wie Atom die Beschreibungen von Seiteninhalten strukturiert und verschickt, etwa im reinen Text- oder im HTML-Format. Der Feed Reader kann die empfangenen Inhalte aufgrund dieser Informationen besser darstellen.

RSS-Feeds anbieten

Betreiben Sie selbst eine Webseite und füttern diese regelmäßig mit neuen Beiträgen, müssten Sie die Atom- und RSS-Feeds theoretisch selbst erzeugen – doch dazu gehören ein paar Programmierkenntnisse. Die XML-Dateien generiert gewöhnlich ein in den Programmiersprachen Perl, PHP oder Python geschriebenes Skript, das auf dem Server läuft, der auch die Webseiten anbietet. Die meisten Anwender, die Inhalte ständig erneuern, nutzen jedoch keine selbst gebauten Lösungen, sondern so genannte Content-Management-Systeme. Diese generieren in den meisten Fällen selbständig RSS-Feeds zu den neuesten Beiträgen. Sie müssen hier also nichts weiter tun, um Ihre Nachrichten per RSS-Feed in alle Welt zu schicken.

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