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© James Thew, 123RF

Musikalischer Vogel

Audio-Player

15.03.2010 Songbird ist ein Gewächs, das in der Codebasis von Firefox und Thunderbird wurzelt. Wir stellen den Audio-Player vor, der einen Spagat zwischen Web und Festplatte wagt.

Ein Vogel wollte Hochzeit feiern und suchte sich dazu das Internet aus: Songbird lautet der Name des Audio-Players, der einen Browser in seine grafische Oberfläche integriert, sich wie Firefox und Thunderbird über Add-ons erweitern lässt und der auch ansonsten stark an Produkte aus dem Hause Mozilla erinnert.

Songbird tritt als gewöhnliche Abspielsoftware für Musik auf, integriert aber auch Dienste aus dem Netz in seine Oberfläche, wozu neben Last.FM und Hype Machine auch der 7digital Store gehören. Die Oberfläche wirkt durchgestaltet: Dank einer Funktion namens Mashtape holt die Software beim Abspielen eines Songs diverse Zusatzinformationen über den oder die Künstler aus dem Internet. Dazu gehören etwa Bilder, Fotos, eine Kurzbiografie und Videos. Daneben fischt Songbird im Netz nach Alben-Covern und Songtexten – sogar Gitarren-Tabs präsentiert Ihnen die Software, wenn Sie die passende Erweiterung einspielen.

Wo wir gerade beim Thema sind: Es existieren reichlich Erweiterungen für Songbird, die Sie im Handumdrehen einspielen. Leider laufen nicht alle von ihnen unter Linux; einige haben zudem das Haltbarkeitsdatum deutlich überschritten und arbeiten nur mit älteren Songbird-Versionen zusammen. Bevor Sie also eine Erweiterung einsetzen, werfen Sie einen Blick auf das Kleingedruckte auf der jeweiligen Webseite.

Vogelkäfig bauen

Die neueste Version 1.4.3 von Songbird finden Sie auf unserer Heft-DVD im gleichnamigen Ordner oder im Internet [1]. Für die hier besprochenen Distributionen (Kubuntu 9.10, OpenSuse 11.1/11.2) verwenden Sie dasselbe Archiv: Kopieren Sie es in einen Ordner in Ihrem Home-Verzeichnis und entpacken Sie es. Unter Kubuntu und OpenSuse 11.2 öffnen Sie zunächst den Dateimanager Dolphin, manövrieren in das Verzeichnis mit dem Archiv, das Sie dann mit der rechten Maustaste auswählen. Klicken Sie im Kontextmenü auf Archiv hierher auspacken, um es zu entpacken. Dabei entsteht ein neuer Ordner mit dem Namen Songbird. Unter OpenSuse 11.1 fehlt der Punkt Archiv hier auspacken, also wählen Sie aus dem Kontextmenü Öffnen mit Ark. Im nächsten Fenster (Abbildung 1) klicken Sie auf Entpacken und suchen einen passenden Ordner aus, in dem das neue Verzeichnis Songbird landet.

Abbildung 1: Unter OpenSuse 11.1 entpacken Sie das Archiv auf einem etwas anderen Weg mit Hilfe von Ark.

Während die beiden Versionen von OpenSuse Fluendos MP3-Codec automatisch mit dem ersten Update auf die Festplatte ziehen, müssen Sie unter Kubuntu 9.10 vor dem Start von Songbird noch die passenden Codecs installieren. Andernfalls gibt der Vogel beim Abspielen von MP3-Dateien keinen Pieps von sich. Zum Installieren der Codecs starten Sie entweder den Paketmanager KPackageKit oder Sie öffnen über [Alt]+[F2] und die Eingabe von konsole ein Terminal und geben:

sudo apt-get install gstreamer0.10-plugins-good gstreamer0.10-plugins-bad gstreamer0.10-plugins-ugly

ein. Die Plug-ins enthalten unter anderem die benötigten Codecs.

Nun wird es Zeit, den Vogel zu wecken. Dazu wechseln Sie über Dolphin in den entpackten Ordner Songbird und klicken einmal mit der linken Maustaste auf die Datei songbird. Alternativ gibt es einen Weg über die Kommandozeile. Auf dieser wechseln Sie mit Hilfe des cd-Befehls in das passende Verzeichnis und starten das Programm über die Eingabe von ./songbird.

Abflug

Bevor der Vogel tatsächlich abhebt, müssen Sie ein Gespräch mit seinem persönlichen Assistenten führen. Zunächst wählen Sie deutsch als Sprache aus und gelangen über Continue zum nächsten Dialogfenster. Hier schlagen Sie einen Ordner vor, der künftig die Musikdateien aufbewahrt. Ein Häkchen sorgt dafür, dass die Software Änderungen in der Musikbibliothek verfolgt und die integrierte Mediathek stets aktualisiert.

Im nächsten Fenster, das Sie über einen Klick auf Weiter erreichen, listet der Assistent eine Reihe von Erweiterungen auf, die Songbird automatisch installieren will. Sie wählen diese bei Bedarf ab, indem Sie die Häkchen entfernen (Abbildung 2). Auch im folgenden Dialogfenster taucht wieder so ein Häkchen auf. Das sorgt dafür, dass die Software Fehlermeldungen und Probleme automatisch an die Entwickler schickt, damit diese Songbird weiter verbessern. Auch das lehnen Sie auf Wunsch ab. Nun endlich – nach einem Klick auf Fertig – erscheint die grafische Oberfläche von Songbird und zeigt die Webseite des Projekts an (Abbildung 3).

Abbildung 2: Einige Add-ons installiert Songbird noch vor dem ersten Start, wenn Sie die Software nicht daran hindern.

Abbildung 3: Songbird integriert komplette Webseiten in die grafische Oberfläche.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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