AA_tv.jpg

© Spectral-Design, Fotolia

Legal Hören und Sehen

Multimedia komplett mit Fluendo

17.03.2010
Software für die Wiedergabe von kopiergeschützten DVDs, MP3-Dateien und anderen Audio- und Videoformaten müssen Sie unter Linux erst nachinstallieren. Die Frage nach der Legalität räumt Fluendos Software aus dem Weg.

Dass DVD-Player Ihre gekauften DVDs abspielen, ist keineswegs selbstverständlich. Ein Abspielschutz namens CSS (Content Scrambling System) sorgt dafür, dass die meisten kommerziellen DVDs erst laufen, wenn der Player die passenden Schlüssel bereitstellt. Diese erwirbt der Hersteller für mehrere tausend US-Dollar im Jahr bei der DVD Copy Control Association.

Mit Hilfe der Bibliothek Libdvdcss umgehen viele Privatanwender diese Beschränkung, doch ist diese Lösung zum Umgehen des Kopierschutzes verboten. Vor allem für Firmen, die Linux einsetzen, ist der Einsatz eines "offiziellen" DVD-Player-Programms sinnvoll – auf diese Weise müssen sie keine Abmahnungen und Strafen befürchten. Auch für den Einsatz von proprietären Codecs verlangen einige Firmen Lizenzgebühren. Verkauft ein Anbieter ein Programm mit MP3-Support, halten die Fraunhofer-Gesellschaft, Thomson und Alcatel-Lucent die Hand auf.

DVD Player

Fluendos DVD Player [1] spielt dank einer Lizenz ganz legal CSS-geschützte DVDs ab. Der Player kostet – ohne Codecs – knapp 20 Euro und unterstützt OpenSuse, Kubuntu, Mandriva und andere aktuelle Linux-Distributionen (Abbildung 1). Sie erhalten ihn unter anderem bei Ixsoft [2]. Beim Kauf gibt es einen Download-Link und ein Jahr Support. In diesem Zeitraum spielen Sie kostenlos Updates ein und stellen Supportanfragen per E-Mail. Danach funktioniert die Software weiterhin, lässt aber keine Aktualisierungen mehr zu.

Der DVD-Player unterstützt die Ausgabe von Dolby Digital 5.1, zeigt DVD-Menüs korrekt an und beherrscht den Vollbildmodus. Brechen Sie die Wiedergabe ab, merkt sich der Player die Position. Zudem gibt er DVDs aus allen Regionen wieder, während die im Handel erhältlichen Player meist nur DVDs der Region 2 (West- und Mitteleuropa) abspielen.

Abbildung 1: Fluendos DVD-Player bedienen Sie über ein übersichtliches Menü. Wichtige Befehle sind auch über Tastenkommandos abrufbar.

Das Codec-Paket

Wollen Sie nicht nur DVDs, sondern auch Video- und Audiodateien aus dem Internet abspielen, fehlen häufig die dafür nötigen Codecs. Fluendos Codec-Paket unterstützt neben einer ganzen Reihe von Windows-Media-Formaten auch Dateien im MP3-, AAC- (iTunes, iPod), DivX- und MPEG-2/4-Format. Das Codec-Paket erhalten Sie für Kubuntu, OpenSuse und Mandriva bei Fluendo und Händlern für 28 Euro – auch hier mit Support für ein Jahr. Da die Codecs als Plug-ins für Gstreamer vorliegen, brauchen Sie für die Multimedia-Wiedergabe einen auf Gstreamer aufsetzenden Player wie Totem, Banshee, Kaffeine oder Amarok. Ein Wermutstropfen: Sie dürfen die Software nur auf einem Rechner einsetzen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Alleskönner
    Mit dem Fluendo Media Player schnürt der spanische Multimediaspezialist preisgünstig ein komplettes Bündel aus komfortabler Medienzentrale, legalem DVD-Player und Codecs für alle wichtigen Formate.
  • Fluendo verkauft DVD-Player für Linux
    Neben LinDVD gibt es nun einen zweiten DVD-Player unter Linux, der mit dem Segen der CCA verschlüsselte DVDs abspielt.
  • Nie mehr in die Röhre schauen
    Windows Media und Linux beißen sich nicht unbedingt: Die Media-Decoder von Fluendo bringen WMA und Co. auf den freien Desktop.
  • Multimediafreuden
    Der Multimedia-Support von Linux ist eigentlich ausgezeichnet, gäbe es da nicht ein paar lizenz- und patentrechtliche Probleme. Zum Glück lassen sich diese Hürden mit wenigen Handgriffen überwinden.
  • Erste Bezahl-Software in Ubuntus Software-Center
    Ubuntus Software-Center bringt ein neues Feature mit - einen Eintrag für Bezahlsoftware. Hier sollen Drittanbieter Ubuntu-Anwendern kommerzielle Software anbieten. Die Beta von Ubuntu 10.10 gibt einen Vorgeschmack.
Kommentare

Infos zur Publikation

title_2015_01

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet EUR 9,80. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der EasyLinux-Homepage.

Das EasyLinux-Jahresabo mit Prämie kostet ab EUR 33,30. Details zum EasyLinux-Jahresabo finden Sie im Medialinx-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 2 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

Rootpasswort
Jutta Naumann, 29.01.2015 09:14, 1 Antworten
Ich habe OpenSuse 13.2 installiert und leider nur das Systempasswort eingerichtet. Um Änderungen,...
Neue SuSE-Literatur
Roland Welcker, 14.01.2015 14:10, 1 Antworten
Verehrte Linux-Freunde, seit Hans-Georg Essers Buch "LINUX" und Stefanie Teufels "Jetzt lerne ich...
DVD abspielen unter openSUSE 13.1
Michael Pfaffe, 12.01.2015 11:48, 6 Antworten
Hallo Linuxer, Bisher habe ich meine DVD´s mit linDVD unter openSUSE abgespielt. Mit der Versi...
Kontrollleiste SuSE 12.3 gestalten
Roland Welcker, 31.12.2014 14:06, 1 Antworten
Wie bekomme ich das Icon eines beliebigen Programms (aktuell DUDEN) in die Kontrollleiste und kan...
flash-player
roland reiner, 27.12.2014 15:24, 7 Antworten
Mein Flashplayer funktioniert nicht mehr-Plug in wird nicht mehr unterstütz,auch über google chro...