Als Urvater aller Live-Distributionen gilt das von Klaus Knopper entwickelte und Debian-basierte Knoppix [1]. Die EasyLinux-Edition der aktuellen Version 6.3 finden Sie auf der Heft-DVD. Wie schon in früheren Ausgaben bietet die Distribution eine umfassende Auswahl freier Software, obendrein bietet Knoppix eine hervorragende Hardware-Unterstützung.
Live-DVD booten
Um das Livesystem booten zu können, müssen Sie eventuell die Bootreihenfolge Ihres Rechner neu konfigurieren: Der Computer muss vor der Festplatte auf CD/DVD suchen. Wenn das nicht der Fall ist, ändern Sie im BIOS die Reihenfolge; Sie erreichen die Einstellungen in der Regel, indem Sie kurz nach dem Einschalten (oder Neustarten) des Rechners [Entf] oder [F1] drücken. Ist keine der beiden Tasten die richtige, steht meist in den Einschaltmeldungen des PCs ein Hinweis auf die richtige Taste oder Tastenkombination. Suchen Sie in den BIOS-Einstellungen nach einem Punkt, der Boot oder Advanced BIOS Options heißt; darunter sollten Sie die Einstellungen der Bootreihenfolge (etwa: First Boot Device) finden.
Hat alles geklappt, erscheint der Bootmanager der Knoppix-DVD (Abbildung 1). Hier legen Sie fest, mit welcher grafischen Oberfläche die Distribution startet. Zur Auswahl stehen sechs verschiedene Desktops, darunter KDE 4.3.4, Gnome 2.28.0, Fluxbox und das voreingestellte LXDE. Sie treffen am Bootbildschirm die Wahl durch Eingabe von
knoppix desktop=Desktop
wobei Sie als Desktop wahlweise kde, gnome oder fluxbox einsetzen. Eine Liste weiterer Boot-Parameter erhalten Sie mit [F2] und [F3]. Drücken Sie einfach nur die Eingabetaste oder warten einige Sekunden, startet der schlanke Desktop LXDE.
Die Hardware-Anforderungen von Knoppix hängen in erster Linie von der verwendeten grafischen Oberfläche ab. Während LXDE schon mit 128 MByte Hauptspeicher und einer mit 230 MHz getakteten Pentium-CPU auskommt, müssen es bei KDE und Gnome schon 256 MByte RAM und ein Pentium-II-Prozessor sein. Sinnvoll nutzen können Sie KDE 4 aber nur auf halbwegs aktuellen Maschinen, und auch LXDE lief auf einem älteren Rechner (Pentium-IV mit 1 GHz, 512 MByte RAM) eher schleppend.
Für Sehbehinderte stellt Knoppix die barrierefreie Oberfläche Adriane ("Audio Desktop Reference Implementation and Network Environment") bereit. Sie ermöglicht die Sprachsteuerung sowie die Audioausgabe aller auf dem Bildschirm angezeigten Inhalte.
Große Software-Auswahl
Knoppix bietet ein voll ausgestattetes Desktopsystem, das kaum Wünsche offen lässt. Es enthält Programme aus beinahe allen Anwendungsbereichen, von Entwicklung über Multimedia und Office bis hin zur IT-Sicherheit. Als Basis verwendet die Distribution den Kernel Kernel 2.6.32.6, der eine hervorragende Hardware-Unterstützung verspricht.
Exklusiv enthält die EasyLinux-Edition auch einige proprietäre Programme, wie etwa den Adobe Reader 9 sowie eine vorinstallierte MP3-Unterstützung. Zum Abspielen beinahe aller Arten von Filmen stehen VLC 1.0.4 sowie Smplayer 0.6.8 bereit, die Wiedergabe von Musik übernimmt unter anderem Amarok 2.2.2. Wer Musik lieber selbst macht oder bearbeitet, für den gibt es Audacity 1.3.11 und den MIDI-Sequenzer Rosegarden 1.7.3.
Zum Bearbeiten von Texten, Tabellen und Datenbanken kommt OpenOffice in Version 3.1.1 zum Einsatz (Abbildung 2). Möchten Sie eigene Flyer oder Ähnliches entwerfen, nutzen Sie dazu Scribus 1.3.3.13. Für das Erstellen, Anzeigen und Bearbeiten von Grafiken aller Art bringt Knoppix 6.3 unter anderem Gimp 2.6.8 und Inkscape 0.47 mit.
Eine ebenso breite Palette an Anwendungen stellt die Distribution für den Kontakt ins Internet bereit. Zu den Hauptakteuren zählen die Webbrowser Chrome 4.0 und Iceweasel (Firefox) 3.5.6, der E-Mail-Client Claws Mail 3.7.4 sowie der IRC-Client XChat in Version 2.8.6.



