Und es geht doch

Lässt sich der Drucker mit Linux-eigenen Bordmitteln nicht zur Zusammenarbeit bewegen, könnte TurboPrint das Problem lösen. Das 30 Euro teure Treiberpaket von Zedonet unterstützt mehrere hundert Geräte der Hersteller Brother, Canon, Epson und HP. Die Liste aller kompatiblen Drucker finden Sie auf der TurboPrint-Website [1]. EasyLinux-Leser können das Programm im Rahmen einer Aktion mit 40 % Rabatt kaufen (siehe Kasten TurboPrint für EasyLinux-Leser).

Wenn Sie TurboPrint eine Chance geben wollen, müssen Sie nicht die Katze im Sack kaufen, sondern haben die Möglichkeit, die Software 30 Tage kostenlos zu testen. Exklusiv für EasyLinux-Leser hat Zedonet ein TurboPrint-Paket mit einem auf 90 Tage verlängerten Testzeitraum zur Verfügung gestellt. Sie finden es direkt zum Ausprobieren auf der Heft-DVD.

Die Installation ist schnell erledigt, denn Zedonet stellt die Software als RPM- und Debian-Pakete zur Verfügung, die sich bequem über die Softwareverwaltung von OpenSuse und Kubuntu einspielen lassen. Unter Kubuntu klicken Sie in Dolphin einfach doppelt auf die .deb-Datei. Das ruft zunächst eine Passwortabfrage und danach das Installationshelferlein Gdebi auf den Plan, das das TurboPrint-Paket entpackt und die Software auf die Festplatte kopiert. Unter OpenSuse klicken Sie das Paket ebenfalls einfach im Dateimanager an, um den Installationsassistenten zu starten. Dieser erfragt das Root-Passwort, überprüft die Abhängigkeiten und spielt Turboprint ein. Alternativ installieren Sie über den EasyLinux-Standardweg, also das Einbinden der Heft-DVD als Paketquelle. Suchen Sie dann im Paketmanager nach "turboprint".

Nach der Installation gilt es, die Software einzurichten. Unter KDE finden Sie im Arbeitsflächenordner die beiden neuen Icons "TurboPrint Control" und "TurboPrint Monitor". Bei einem Klick auf das erstgenannte startet der Einrichtungsassistent, bei dem Sie zunächst die gewünschte Sprache einstellen. Den zweiten Schritt mit der Frage nach dem Lizenzschlüssel können Sie einfach mit einem Klick auf Weiter überspringen, wenn Sie die Testversion von der Heft-DVD verwenden.

Nach dem Einstellen des Hilfe-Browsers – dort können Sie den vorausgewählten Firefox beibehalten – und Akzeptieren der Lizenzbedingungen, geht es an die Einrichtung des Druckers. Unter OpenSuse geben Sie in das Passwortfeld das Kennwort von Root ein, unter Kubuntu Ihr Benutzerpasswort. Daraufhin startet das TurboPrint-Kontrollzentrum, in dem Sie zunächst einen Drucker über einen Klick auf das grüne Pluszeichen hinzufügen müssen.

TurboPrint sucht dann nach angeschlossenen Geräten und präsentiert eine Liste der Drucker. Wählen Sie hier ein Gerät (unter Anschluss, Abbildung 6) aus und richten Sie es ein. Nach einem Klick auf Weiter gelangen Sie zur Auswahl des Modells – der korrekte Eintrag sollte dabei bereits markiert sein (Abbildung 7), so dass Sie erneut auf Weiter klicken können.

Im nächsten Dialog können Sie noch einen Kurznamen für den neuen Drucker vergeben (Vorgabe: tp0) – der ist aber nur relevant, wenn Sie von der Kommandozeile aus drucken wollen. Schließen Sie die Einrichtung per Klick auf OK ab. Sie erhalten dann die Möglichkeit, eine Testseite zu drucken.

TurboPrint-Applet für KDE

Damit Sie jederzeit schnell Zugriff auf das Kontrollzentrum und den Drucker-Monitor haben, bringt TurboPrint ein Plasma-Applet für KDE mit. Sie können es entweder in die KDE-Leiste oder den Desktop-Hintergrund einbetten. Um es zu starten, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop und wählen Miniprogramm hinzufügen aus dem Kontextmenü. Im Applet-Auswahldialog navigieren Sie zum TurboPrintApplet und ziehen es entweder ins Panel oder auf die Arbeitsfläche (Abbildung 8). Bei einem Linksklick zeigt es die Liste der aktuellen Druckaufträge an, über einen Rechtsklick können Sie das TP Kontrollzentrum öffnen. Ein Doppelklick auf das Applet startet den Drucker-Monitor.

Drucker, die Sie mit TurboPrint eingerichtet haben, können Sie aus allen Anwendungen heraus genauso wie "normal" konfigurierte Drucker verwenden. Tipp: Auch wenn ein Drucker von Linux bereits ohne TurboPrint unterstützt wird, kann es sinnvoll sein, stattdessen den TurboPrint-Treiber zu verwenden (so es einen gibt).

Ein nützliches Feature von TurboPrint ist auch die Einrichtung mehrerer Druckerwarteschlangen für ein einziges Gerät – damit können Sie z. B. zwei Vorkonfigurationen für Standarddruck auf A4-Papier und Fotodruck auf 15x10-Fotopapier anlegen und später beim Drucken den Namen der richtigen Warteschlange wählen. Das TurboPrint-Handbuch verrät, wie es geht.

Ob mit den Standardtreibern oder mit TurboPrint – wenn es auf einem dieser Wege Unterstützung für Ihren Drucker gibt, ist das Gerät schnell eingerichtet. Für vollständig inkompatible Drucker bleibt nur der unbefriedigende Weg über Windows – z. B. in OpenOffice durch Drucken in eine PDF-Datei und anschließenden Ausdruck der Datei unter Windows.

Infos

[1] OpenPrinting.org-Druckerliste: http://www.openprinting.org/printers

[2] Turboprint-kompatible Drucker: http://www.turboprint.de/printers.html

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Kommentare
Drucker einrichten
Andre Gräfe, Freitag, 18. November 2016 07:11:11
Ein/Ausklappen

Drucker einrichten geht gar nicht.Hab einen Brother DCP 385 C
Wie bring ich den zum laufen?



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