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Druck machen

Drucker unter Linux einrichten

14.04.2010
Er druckt nicht – wenn Sie diesen Satz in den letzten Wochen gesagt haben, sollten Sie weiterlesen: Wir erklären, wie Sie Drucker unter Linux einrichten und wo es Hilfe gibt, falls das nicht auf Anhieb klappt.

Drucker unter Linux einrichten – zu diesem Thema erreichen uns regelmäßig E-Mails von Lesern, die damit Schwierigkeiten haben. Oft ist das Problem einfach und doch unlösbar: Es gibt inkompatible Drucker, für welche die Hersteller zwar Windows-Treiber in den Karton stecken, ansonsten aber die Spezifikation als Firmengeheimnis hüten und damit Linux-Treiberentwicklern die Chance nehmen, ihre Arbeit zu tun. Ein Großteil der Lexmark-Tintenstrahldrucker gehört in diese Kategorie: Im Linux-Umfeld hat sich dafür die liebevolle Bezeichnung "Briefbeschwerer" durchgesetzt.

Wer den Neukauf eines Druckers plant und Wert darauf legt, ihn auch unter Linux zu nutzen, sollte deshalb unbedingt vor dem Kauf einen Blick in die Kompatibilitätslisten werfen. Die beste Übersicht gibt OpenPrinting.org [1]: Dort können Sie nach Hersteller und Modellbezeichnung suchen und erfahren dann, ob und wie gut das Gerät unter Linux arbeitet (Abbildung 1).

Auch Kombigeräte, die Drucker, Scanner und Fax in sich vereinen, verursachen oft Probleme: Einige funktionieren gar nicht unter Linux, andere können Sie nur als Drucker oder nur als Scanner nutzen. Wie bei reinen Druckern gilt auch hier: Vor dem Kauf prüfen, ob das Gerät Linux-kompatibel ist.

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Drucker installieren

Haben Sie ein kompatibles Gerät, sollte die Einrichtung unter OpenSuse und Kubuntu problemlos sein: Unter OpenSuse reichen Einstöpseln, erkanntes Gerät bestätigen, drucken. Kubuntu-Anwender müssen über den Webbrowser Hand anlegen. Wir beschreiben die Schritte im Detail.

OpenSuse 11.2 verhält sich besonders komfortabel: Als wir im Test einen (unterstützten) günstigen HP-Laserdrucker an den Rechner anstöpselten, passierte auf den Blick gar nichts – kein Pop-up, kein Start eines Einrichtungsassistenten. Ein Blick in die Liste der konfigurierten Drucker offenbarte aber, dass OpenSuse den Drucker durchaus erkannt und direkt selbständig eingerichtet hatte. Ein Start von OpenOffice bestätigte das: Wir konnten sofort drucken.

Wollen Sie die automatische Konfiguration anpassen, starten Sie das Kontrollzentrum YaST (Rechner / YaST im KDE-Menü) und rufen darin den Eintrag Hardware / Drucker auf – in der Liste der Geräte finden Sie den automatisch eingerichteten Drucker und können nun noch Feineinstellungen vornehmen (Abbildung 2).

Schließen Sie unter OpenSuse einen nicht unterstützten Drucker an, passiert ebenfalls nichts. Dann bleibt Ihnen immer noch der Weg über YaST. In der Druckerkonfiguration prüfen Sie zunächst, ob das neue Gerät in der Liste steht; falls nicht, klicken Sie auf Hinzufügen: Dann versucht YaST, angeschlossene Drucker zu erkennen. Eventuell ist es nötig, rechts oben auf Weitere verfügbare Verbindungen zu klicken, damit das Gerät in der Liste erscheint. Wie zu erwarten, wird YaST dann keinen passenden Treiber für den Drucker finden. Manchmal funktioniert aber auch ein Treiber für ein bauähnliches Gerät – um Kandidaten anzuzeigen, klicken Sie in der Mitte des Fensters auf Weitere Druckertreiber. Wir machten den Test mit einem (nicht unterstützten) Canon Pixma iP 3500 und wählten aus den angebotenen Treibern den für die Pixma-iP-3100-Reihe: Ähnliche Modellnummern sind meist ein gutes Zeichen. Die Einrichtung gelang damit – halbwegs: Der Tintenstrahler druckte in perfekter Qualität schwarzweiße Dokumente, farbige Elemente waren aber unbrauchbar. Doch im Zweifelsfall ist es besser, unter Linux schwarzweiß drucken zu können als gar nicht.

Kubuntu

Unter Kubuntu 9.10 führten wir dasselbe Experiment durch: Unterstützten Drucker anschließen – keine Reaktion. Die bei OpenSuse beobachtete Magie war hier allerdings nicht am Werk, Kubuntu konfiguriert Drucker nicht automatisch.

Die Druckereinrichtung läuft hier am leichtesten über einen Webbrowser, in den Sie die Adresse http://localhost:631 eingeben. Auf der Startseite klicken Sie auf den Link Drucker und Klassen hinzufügen, dann auf der nächsten Seite links oben auf Drucker hinzufügen. Es erscheint ein Login-Dialog, an dem Sie sich mit Ihrem Kubuntu-Benutzernamen und dem zugehörigen Passwort anmelden. Nach kurzer Suche erscheint eine Übersicht der gefundenen Drucker (Abbildung 4). Wählen Sie Ihr Gerät aus und klicken Sie auf Weiter. Die nächste Seite erlaubt einige Feineinstellungen, die Sie hier ignorieren können: Klicken Sie wieder auf Weiter. Auf der Folgeseite wählen Sie einen Druckertreiber aus – in der Regel können Sie direkt den ersten Eintrag der Liste übernehmen (Abbildung 5). Bestätigen Sie Ihre Wahl mit Drucker hinzufügen. Es folgt eine weitere Seite mit Einstellungen; die dortigen Vorschläge übernehmen Sie mit Standardeinstellungen festlegen. Damit ist die Einrichtung (endlich) abgeschlossen.

Tests mit dem nicht unterstützten Drucker verliefen unter Kubuntu genauso wie bei OpenSuse: Nach manueller Auswahl des Treibers für ein Modell mit ähnlicher Seriennummer funktionierte auch hier der Schwarzweißdruck, während der Farbdruck fehlerhaft war. Kein Wunder: Verschiedene Linux-Distributionen setzen dieselben Druckertreiber ein.

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