Tipp: Internet-Radio mit Amarok hören

Mit dem KDE-Player Amarok sind Sie nicht auf Ihre lokale Musiksammlung beschränkt, sondern können aus mehreren hundert Streams aus dem Internet wählen – ganz nach Stimmung oder Geschmack. Die größte Auswahl finden Sie, indem Sie links im Fenster den Reiter Internet markieren und dort auf Shoutcast-Verzeichnis klicken. Shoutcast [1] katalogisiert Online-Radiostationen.

Amarok lädt nun erst einmal die Senderliste herunter. Darin können Sie wahlweise nach Titeln, Interpreten oder Sendernamen suchen oder über einen Klick auf das Pluszeichen die Genre-Liste ausklappen. Dort können Sie in Ruhe stöbern, und es dürfte sich für jeden Musikgeschmack etwas finden: Die Auswahl reicht von gängigem Mainstream-Pop über Techno und Klassik bis hin zu Musik aus aller Herren Länder wie afrikanischen Rhythmen oder Japan-Pop.

Um das Programm eines Senders abzuspielen, markieren Sie ihn einpach per Mausklick. Sie können auch mehrere Lieblingssender markieren und dann die Wiedergabeliste speichern – bei der großen Shoutcast-Auswahl hilft das enorm beim Wiederfinden.

Tipp: Songtext des aktuell laufenden Internet-Streams

Beim Abspielen von Online-Streams holt Amarok auf Wunsch auch den passenden Liedtext aus dem Netz. Um mitzusingen, markieren Sie im mittleren Fensterbeich den Reiter Liedtext (Abbildung 1).

Amarok 2.1.1, der bei OpenSuse 11.2 dabei ist, hatte im Test öfter ein Problem mit dieser Funktion: Das Programm behauptete, es könne den Text des aktuellen Stücks nicht finden. Handelt es sich um einen eher bekannten Song, hat sich Amarok meist nur verschluckt. Bei uns half es in den meisten Fällen, auf das Symbol zum Herunterladen des Textes zu klicken.

Abbildung 1: Meldet Amarok beim Abspielen eines Internet-Streams, er könne den Songtext nicht finden, behebt oft ein Klick auf den Button zum Neuladen das Problem.

Tipp: Mit Amarok Podcasts hören

Genau wie mit Online-Radio-Streams kann Amarok auch mit Podcasts umgehen. Diese oft privat produzierten Beiträge decken alle möglichen Themenbereiche ab: Es gibt zum Beispiel Podcasts, die Ihnen helfen, Japanisch zu lernen, dann solche, die pro Woche ein neues Kochrezept vorstellen, oder auch Beiträge zu lokalen Ereignissen in der Umgebung des Produzenten.

Amarok bringt von Haus aus eine vorsortierte Podcast-Datenbank mit, in der allerdings englischsprachige Beiträge in der Überzahl sind. Deutsches Ohrenfutter finden Sie in der Kategorie German (Abbildung 2).

Abbildung 2: Im Abschnitt "German" finden Sie beim Audio-Player Amarok die deutschsprachigen Podcasts.

Um in der Liste zu stöbern, klicken Sie auf dem Reiter Internet auf Podcasts, damit Amarok die Daten über die verfügbaren Podcasts herunterlädt. Das Programm präsentiert die Auswahl nach Themenbereichen sortiert, bietet aber auch die Option, gezielt nach Stichworten zu suchen. Haben Sie einen Podcast gefunden, der Ihnen zusagt, können Sie ihn per Klick auf die gleichnamige Schaltfläche rechts unter der Liste abonnieren.

Tipp: Cover mit Amarok automatisch herunterladen

Wenn Amarok keine Cover-Bilder einblendet, hat wahrscheinlich die Linux-Distribution den Player so eingestellt, dass er das nur auf Anforderung tut, oder Sie haben die Option zum automatischen Bezug der Cover-Bilder versehentlich deaktiviert.

Um das Feature wieder einzuschalten, öffnen Sie den Amarok-Einstellungsdialog über Einstellungen / Amarok einrichten und setzen im Abschnitt Allgemein ein Häkchen vor die Option Album-Cover automatisch herunterladen.

Tipp: Hilfe, wenn Amarok stumm bleibt

Wenn Amarok keinen Mucks von sich gibt, andere Player wie XMMS aber problemlos Musik abspielen, könnte bei Amarok das falsche Ausgabegerät eingestellt sein, etwa der Frontausgang Ihrer Soundkarte, obwohl dort gar keine Lautsprecher angeschlossen sind. Das fällt Amarok nicht auf, so dass er auch nicht auf das nächste Ausgabegerät in seiner Liste ausweicht.

Im Optionsdialog unter Einstellungen / Amarok einrichten beheben Sie das Problem: Klicken Sie in der Leiste links im Fenster auf Wiedergabe und dort auf Einrichten (Abbildung 3). Im folgenden Dialog markieren Sie in der Baumansicht Audio-Ausgabe / Musik. Rechts im Dialog wählen Sie nun den richtigen Ausgang der gewünschten Soundkarte aus und schieben ihn per Klick auf die Schaltfläche Vorziehen in der Liste ganz nach oben. Sind Sie sich nicht sicher, welches Ausgabegerät das Richtige ist, können Sie eines markieren und über den Button Test die Funktionsfähigkeit überprüfen.

Abbildung 3: Mit einem Klick auf "Einrichten" gelangen Sie zu einem Dialog, in dem Sie das Gerät für die Audioausgabe einstellen.

Tipp: Amarok-OSD ausblenden

Amarok blendet standardmäßig beim Start eines neuen Titels ein On Screen Display (OSD) mit Informationen zu dem Stück ein: Das ist ein rechteckiger halbtransparenter Balken, der sich über alle anderen Fenster legt und nach ein paar Sekunden automatisch verschwindet.

Stört Sie das OSD, erteilen Sie ihm einfach über den Einrichtungsdialog Hausverbot: Wechseln Sie in der linken Leiste zum Abschnitt On-Screen-Display und entfernen Sie das Häkchen vor der Option On-Screen-Display verwenden.

Tipp: Position des Amarok-OSD ändern

Wollen Sie das On Screen Display von Amarok nicht ganz deaktivieren, sondern ihm nur eine andere Position als oben in der Mitte zuweisen, ist das ebenfalls im Einrichtungsdialog möglich. Sobald Sie zum Abschnitt On-Screen-Display wechseln, blendet Amarok eine OSD-Vorschau ein. Befördern Sie diese einfach per Drag & Drop an die gewünschte Position. Amarok speichert die neue Position, ohne dass Sie dafür auf Anwenden klicken müssen.

Tipp: Kopete automatisch online schalten

Standardmäßig ist der Benutzerstatus beim Start des Instant-Messaging-Programms Kopete auf "offline" gesetzt – das ist mehr als lästig, wenn Sie eine DSL-Flatrate nutzen und praktisch immer online sind. Damit Kopete Ihren Status gleich beim Start auf online setzt, rufen Sie den Optionsdialog über Einstellungen / Kopete einrichten auf und wechseln zum Abschnitt Verhalten. Aktivieren Sie dort auf dem Reiter Allgemein unter Anfangszustand den Eintrag Online. Falls Sie nicht direkt nach dem Start von Kopete mit Nachrichten bombardiert werden möchten, können Sie alternativ auch Abwesend oder Beschäftigt aus der Drop-down-Liste auswählen.

Tipp: Kopete: Wichtige Nachrichten auffällig gestalten

Kopete bietet die Möglichkeit, Nachrichten in denen ein bestimmtes Schlüsselwort vorkommt, auffällig zu gestalten, so dass sie sofort ins Auge fallen. Dafür müssen Sie unter Einstellungen / Kopete einrichten im Abschnitt Module einen Filter definieren. Setzen Sie in der Liste rechts im Fenster ein Häkchen vor Hervorgehoben. Was Kopete hervorhebt, entscheiden Sie über den Filterdialog, den Sie per Klick auf die Schaltfläche mit dem Schraubenschlüssel hinter dem Modulnamen erreichen.

Legen Sie dort zunächst über Hinzufügen einen neuen Filter an. In das Eingabefeld im Abschnitt Kriterien geben Sie dann das Schlüsselwort ein, etwa "Termin". Unter Aktion legen Sie fest, was passiert, wenn Kopete das zuvor definierte Schlüsselwort entdeckt. Aktivieren Sie die Optionen Ändern der Hintergrundfarbe und Ändern der Vordergrundfarbe und wählen Sie über den Farbauswahldialog andere Farben aus, um die Nachrichten auffälliger zu gestalten (Abbildung 4).

Abbildung 4: Enthält eine Nachricht das Schlüsselwort "Artikel", hebt Kopete sie mit rotem Hintergrund hervor.

Alternativ können Sie auch die Priorität der Nachricht ändern oder zusätzlich eine Benachrichtigung bei hervorgehobenen Mitteilungen aktivieren. Der Dialog unter Benachrichtigungen einrichten bietet z. B. die Optionen, einen Klang abzuspielen oder eine Dialogbox zu öffnen.

Tipp: Kopete: Chat-Fenster stylen

In der Voreinstellung räumt Kopete den Nachrichten im Chat-Fenster sehr viel Platz ein und versieht jede mit einem Balken, in dem der Spitzname des Absenders steht. Finden Sie eine kompakte Darstellung wie beim Gnome-Programm Pidgin, das die Nachrichten direkt hinter dem Namen des Absenders anzeigt, übersichtlicher, ändern Sie einfach den Stil des Chatfensters.

Öffnen Sie dazu über Einstellungen / Kopete einrichten den Optionsdialog des Programms und wechseln Sie dort zur Kategorie Chat-Fenster. Auf dem Registerreiter Stil stehen mehrere Designs, unter anderem auch Pidgin, zur Auswahl (Abbildung 5). Eine ähnlich kompakte Darstellung bietet übrigens der Stil Hacker, der das Kopete-Chat-Fenster wie das eines Kommandozeilenprogramms präsentiert.

Abbildung 5: Wer es lieber schlicht mag, stellt als Stil für das Chat-Fenster z. B. "Pidgin" ein.

Tipp: Konsole: Verlaufsspeicher herauf- und heruntersetzen

KDEs Terminalprogramm bietet jede Menge Komfort für Shell-Arbeiter. Ausgaben vergangener Befehl und früher getippte Kommandos finden Sie im so genannten Verlaufsspeicher wieder. Text, der nicht mehr im Konsolenfenster sichtbar ist, bringen Sie beispielsweise über die Bildlaufleiste wieder zum Vorschein. Besitzt Ihre Maus ein Rad, können Sie auch dieses zum Scrollen verwenden. Noch schneller geht's über die Tastatur: [Umschalt]+[Bild auf] bringt Sie eine Seite nach oben, [Umschalt]+[Bild ab] eine Seite nach unten, über die Tasten [Umschalt]+[Pfeil hoch] und [Umschalt]+[Pfeil runter] blättern Sie zeilenweise nach oben beziehungsweise nach unten.

In der Voreinstellung speichert die Konsole maximal 1000 Zeilen (zusätzlich zum aktuell sichtbaren Text). Diesen Wert können Sie herauf- oder heruntersetzen. Dazu rufen Sie aus dem Menü Einstellungen den Punkt Aktuelles Profil bearbeiten auf und wechseln zum Reiter Bildlaufleiste. Im Feld Feste Anzahl Zeilen setzen Sie den Wert hoch oder runter. Alternativ aktivieren Sie die Checkbox Unbegrenzte Verlaufsgröße, um der Konsole gar kein Limit zu setzen.

Tipp: Konsole: Im Verlaufsspeicher suchen

Über das Menü Verlauf / In der Ausgabe suchen (alternativ über die Tastenkombination [Strg-Umschalt-F) öffnen Sie am unteren Rand der Konsole eine Suchleiste. Tippen Sie hier etwas ein, hebt das KDE-Terminalprogramm gefundene Treffer farblich unterlegt hervor. Für den ersten Treffer unterlegt das Programm sogar die ganze Zeile.

In der Voreinstellung beachtet die KDE-Konsole keine Groß- und Kleinschreibung. Dieses Feature aktivieren Sie über Klick in die entsprechende Checkbox in der Suchleiste. Hier finden Sie ebenfalls Funktionen, um den nächsten oder vorherigen Treffer anzuzeigen und mit Hilfe von regulären Ausdrücken zu suchen.

Tipp: Konsole: Verlauf in externer Datei abspeichern

Das Menü Verlauf bietet außerdem an, den Speicher als Text- oder HTML-Datei abzulegen. Klicken Sie auf Ausgabe speichern und geben Sie im folgenden Dialogfenster einen Namen an. Aus dem Drop-down-Menü Filter wählen Sie das Format (Einfaches Textdokument oder HTML-Dokument) aus. Die passende Dateiendung setzt das Programm automatisch richtig. Während die reinen Textdateien keine farblichen Hervorhebungen enthalten, präsentiert die HTML-Datei, die Farben der Konsole (Abbildung 6). Leider lässt hier die Formatierung etwas zu wünschen übrig, und auch die Umlaute sind falsch codiert.

Abbildung 6: Die HTML-Ausgabe des Verlaufsspeichers verwendet die Farben des Terminalfensters, patzt aber leider bei den Umlauten.

Tipp: Konsole: Besser navigieren mit Bookmarks

Die KDE-Konsole hilft dabei, durch den Linux-Verzeichnisbaum zu navigieren. Über das Menü Lesezeichen legen Sie Bookmarks zu oft besuchten Verzeichnissen an.

Um ein neues Lesezeichen zu erstellen, wechseln Sie mit dem Befehl cd in das gewünschte Verzeichnis. Danach wählen Sie aus dem Menü Lesezeichen / Lesezeichen hinzufügen oder drücken [Strg]+[Umschalt]+[B]. Im folgenden Dialog vergeben Sie einen Namen und klicken auf Hinzufügen – fertig.

Tipp: Konsole: SSH-Verbindung als Lesezeichen

Den Lesezeichen-Editor (Menü Lesezeichen / Lesezeichen bearbeiten) verwenden Sie nicht nur zur Verwaltung bereits gesetzter, sondern auch zur Erstellung neuer Bookmarks. Um eine Abkürzung zu einem oft genutzten SSH-Kommando anzulegen, klicken Sie zunächst auf Neues Lesezeichen und wählen den leeren Eintrag in der Liste aus. Tragen Sie danach ins Feld Name einen Bezeichner ein; ins Feld Adresse gehört der SSH-Befehl, z. B. ssh://huhn@192.168.2.2. Nach dem Schließen des Editorfensters ist das neue Lesezeichen verfügbar.

Tipp: Wochenanfang in Korganizer einstellen

Sind Sie erst jetzt auf KDE 4 umgestiegen, fragen Sie sich vielleicht, wo im KDE-Termin- und Aufgabenplaner Korganizer die Option geblieben ist, mit der Sie festlegen, ob die Woche am Sonntag oder am Montag beginnt. Diese Option wurde nicht etwa wegrationalisiert, sondern sie ist nur umgezogen: Sie finden sie jetzt im KDE-Kontrollzentrum, das Sie über einen mit [Alt]+[F2] geöffneten Schnellstartdialog und Eingabe von systemsettings starten.

Klicken Sie dort auf Land/Region & Sprache, um die Regionaleinstellungen zu öffnen. Im Bereich Land/Region & Sprache wechseln Sie auf den Tab Zeit & Datum und legen im Drop-down-Feld hinter Erster Tag der Woche den Wochenanfang fest (Abbildung 7).

Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeiten, den ersten und letzten Arbeitstag sowie den religiösen Feiertag der Woche einzustellen. Was Sie hier festlegen, ist eine Desktop-weite Vorgabe, die alle KDE-Programme beachten.

Abbildung 7: Mit welchem Tag die Woche beginnt, stellen Sie KDE-weit im Kontrollzentrum ein.

Tipp: Korganizer: Erledigte Aufgaben löschen

In der Aufgabenansicht von Korganizer können Sie als erledigt markierte Aufgaben über das Kontextmenü löschen. Möchten Sie alle erledigten Aufgaben auf einen Schlag löschen, geht das jedoch schneller: Rufen Sie dazu einfach den Menüpunkt Datei / Erledigte Aufgaben entfernen auf.

Tipp: Unteraufgaben in Korganizer anlegen

Aufgaben können in Korganizer beliebig viele Unteraufgaben haben, mit denen Sie einzelne Projekte besser planen können. So besteht etwa die Aufgabe, die KDE-Tipps zusammenzustellen, aus ganz vielen Einzelaufgaben, darunter z. B. das Installieren der neuesten KDE-Version auf allen von EasyLinux unterstützten Linux-Distributionen.

Unteraufgaben zu erstellen, ist ganz leicht: Klicken Sie dazu einfach eine Aufgabe mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Neue Unteraufgabe aus dem Kontextmenü. Unteraufgaben können selbst weitere Unteraufgaben haben, was Korganizer übersichtlich in einer Baumstruktur anzeigt (Abbildung 8). Vollständig erledigte Unteraufgaben sortiert das Programm automatisch nach unten.

Möchten Sie eine Unteraufgabe später doch als eigenständige Aufgabe ausgliedern, erreichen Sie das wahlweise per Drag & Drop oder indem Sie Unteraufgabe verselbständigen aus ihrem Kontextmenü wählen.

Abbildung 8: Unteraufgaben in Korganizer helfen, größere Projekte strukturiert anzugehen.

Infos

[1] Shoutcast: http://www.shoutcast.com/

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