Kaum eine andere Technik beeindruckt den Betrachter mehr, als gelungene Panoramaaufnahmen. Zeigen sie doch nicht nur einen Ausschnitt, sondern geben einen umfassenden Überblick über den Ort des Geschehens. Um solche Bilder zu verwirklichen, bedarf es allerdings einer teuren Fotoausrüstung mit einem starken Weitwinkelobjektiv – so die Annahme vieler. Mit einem technischen Trick gehts aber auch mit der kompakten Digicam: Er nennt sich "stitching" was aus dem Englischen kommt und "nähen" bedeutet.
Das Wort beschreibt im Fotokontext den Vorgang, zwei oder mehr Bilder so zusammenzunähen, das der Eindruck entsteht, es handle sich in Wirklichkeit um ein besonders großes Bild im Breitformat. Genau so entsteht der Effekt der Panoramafotos, der beispielsweise typische Stadtansichten im Online-Lexikon Wikipedia so beeindruckend macht [1].
Total Digital
Das Prinzip, viele Fotos aneinander zu kleben, ist sicher nicht neu. Zu analogen Zeiten verwendeten die Fotografen Schere und Kleber, um die Aufnahmen mühsam zusammensetzen. Eventuelle Unstimmigkeiten wurden manuell mit allerlei Hilfsmitteln korrigiert. Im digitalen Zeitalter übernimmt diese Arbeit das so genannte Stitching. Damit fügen Sie mehrere Bilder (Abbildung 1) zusammen passen sie aneinander an. So wird aus einer stundenlangen Bastelarbeit im Idealfall eine Angelegenheit von wenigen Minuten.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie mithilfe des Tools Hugin [2] Fotos zusammenfügen, und diese dann so nachbearbeiten, dass die Resultate wirklich beeindrucken (Abbildung 2).
Vorbereitungen
Um Hugin sinnvoll einsetzen zu können, gilt es zunächst, für das passende Ausgangsmaterial zu sorgen. Wenn Sie beim Erstellen der Fotos Fehler machen, kann Hugin diese im schlimmsten Falle nicht zusammenbauen, zumindest aber erschweren sie das anschließende Retuschieren der gestitchten Fotos. Es gilt: Gut fotografiert ist halb gestitcht.
Deswegen sollten Sie Fotos, die Sie stitchen möchten, wenn möglich mit einem Stativ aufnehmen das es erlaubt, die Höhe sowie die Position in der die Kamera zum Stativ steht (Blickwinkel) zu fixieren. Außerdem sollte das Stativ über einen drehbaren Sockel verfügen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können Sie die Kamera auf dem Stativ um 360 Grad in alle Richtungen drehen, ohne die Höhe oder den Winkel zum Stativ selbst zu verändern. Stellen Sie sicher, dass sich die Aufnahmehöhe Ihres Panoramafotos nicht zwischen den einzelnen Aufnahmen verändert. Das wäre fatal: Je weiter die Bilder in der Ansicht des Motivs in der Höhe variieren, desto schmaler wird der Streifen des Bildes, der am Ende auf dem gestitchten Foto noch zu erkennen ist.
Achten Sie vor dem Fotografieren auch auf eventuelle Störfaktoren, welche die Fotos beeinflussen könnten. Dazu zählen alle sich bewegenden Objekte wie Autos oder Fußgänger, die auf mehr als einem der Bilder, die Sie zusammenfügen möchten, auftauchen. Auch sollten Sie speziell an den Übergängen auf strukturreiche Motive wie Bäume verzichten. Diese verkommen später auf den fertigen Panoramaaufnahmen schlimmstenfalls zum raumübergreifenden Großgrün, also zu einer verpixelten grünen Masse. Überlegen Sie, ob es eine andere Perspektive gibt, aus der die Bäume möglicherweise weniger Probleme aufwerfen. Prinzipiell gilt: Je weniger der genannten Elemente Sie fotografieren, desto höher ist die Chance auf schöne Stitching-Fotos.



