Ein Teil vom Kuchen

Um einen reinen Kubuntu-Rechner aufzusetzen, empfiehlt sich die Wahl der ersten Option Löschen und das gesamte Medium verwenden. Nutzen Sie bereits Windows oder ein anderes Linux, wollen Sie die Systeme sicher Nebeneinander installieren und bei jedem Start zwischen diesen wählen. Leider zeigt Kubuntu hier im Gegensatz zu Ubuntu die bereits existierenden Systeme nicht namentlich an (Abbildung 4). Über einen grafischen Regler in der Mitte des unteren Balkens legen Sie fest, wie breit sich Kubuntu auf dieser Festplatte macht. Nicht zuletzt können Sie die Partitionen manuell festlegen, was sich eher an fortgeschrittene Anwender richtet.

Abbildung 4: Das Partitionier-Tool erkennt eine vorhandene Windows-Installation. Per Schieberegler zapfen Sie Plattenplatz von Ihrer Windows-Installation ab.

Die meisten Leute wählen hier vermutlich die von Kubuntu vorgeschlagene Standardkonfiguration. Existiert bereits ein Windows auf der Platte, legt der Installer eine erweiterte Partition an, die zwei logische Partitionen enthält. In einer befindet sich das Root-Dateisystem, in der anderen der Swap-Bereich. Beim Swap-Bereich handelt es sich um eine Auslagerungsdatei, die die Aufgabe des Arbeitsspeichers übernimmt, wenn dieser überlastet ist. Das Schreiben auf die Festplatte dauert allerdings wesentlich länger als die Zugriffe auf den RAM.

Im nächsten Fenster legen Sie Ihren Standardbenutzer an. Wählen Sie, wie vom Installer empfohlen, ein eher kompliziertes Passwort, denn es erlaubt später den administrativen Zugriff auf Ihr gesamtes System. Setzen Sie ein Kreuzchen bei Automatisch anmelden, landen Sie nach dem Booten ohne Passwortabfrage direkt auf dem Desktop – ein Plus an Bequemlichkeit, ein Minus an Sicherheit. Abschließend fasst der Installer die getroffenen Entscheidungen noch einmal zusammen. Achten Sie darauf, dass er Kubuntu auf die richtigen Festplatten verfrachtet, über Erweitert betrachten Sie zudem die Einstellungen für den Boot-Loader (Abbildung 5).

Abbildung 5: Vor dem tatsächlichen Installieren erscheint eine Zusammenfassung Ihrer Pläne. Ein Klick auf "Erweitert" zeigt, wohin der Installer den Boot-Loader verfrachtet.

Bei einer Neuinstallation spielt Kubuntu Grub 2 auf die Platte. Aktualisieren Sie das System, bleibt hingegen die alte Grub-Version bestehen. Einige Benutzer hatten Probleme mit Grub 2. Dieses englischsprachige Ubuntu-Wiki [1] erklärt die Neuerungen und welche Schritte helfen, um den Boot-Loader in Form zu bringen. Zudem gibt es deutschsprachige Informationen zu Grub 2 bei Ubuntuusers.de [2] und in einem Artikel des Linux Magazin Online [3].

Passen die Einstellungen, klicken Sie auf Installieren: Erst jetzt formatiert der Installer die gewählten Partitionen, wobei Kubuntu als Dateisystem standardmäßig auf das schnelle EXT4 setzt. Sie lehnen sich nun am besten zurück und trinken einen Kaffee. Die Installation dauert – je nach Rechner – eine ganze Weile. Bewegt sich der Fortschrittsbalken einmal längere Zeit nicht, muss das nichts heißen. Tut sich jedoch auch nach längerem Warten nichts mehr, ändern Sie im Bootmenü – wie oben erwähnt – die Bootoptionen.

Nach dem Ende der Installation starten Sie den Rechner neu, entfernen aber vorher die eingelegte DVD. Nun sollte der Boot-Loader erscheinen und Ihnen Windows und/oder Kubuntu zur Auswahl anbieten.

Runde Ecken mit Plasma

Als Desktop setzt Kubuntu auf KDE 4.3.2. Der mittlerweile recht ausgereifte Desktop besticht durch die einfache Bedienung – auch für passionierte Kaffeetrinker. Die meisten Punkte erreichen Sie per einfachem Mausklick und mit einer Tasse Kaffee in der Hand. Nach der Installation ist KDE bereits deutsch lokalisiert, wenn auch mit englischen Einsprengseln, wie anfangs erwähnt.

Der Desktop wirkt schlicht und aufgeräumt; das transparente Fenster ist ein Plasmoid, das als Twitter-Client dient (Abbildung 1). Um den Desktop mit weiteren Plasmoiden zu bevölkern, klicken Sie rechts oben in der Ecke des Desktops auf das kleine gelbe Icon. Dann wählen Sie Miniprogramme hinzufügen. Das Fenster versammelt etliche Exemplare, die ganz verschiedene Aufgaben übernehmen (Abbildung 6). Sie zeigen Börsenkurse an, tickern die neuesten Nachrichten, verbinden Sie mit Facebook und starten eine Diashow Ihrer Bildersammlung. Per Drag & Drop ziehen Sie ein Plasmoid auf den Desktop (oder in die Kontrollleiste unten am Bildschirm) und konfigurieren es gegebenenfalls. Bewegen Sie die Maus über ein Plasmoid, um es zu vergrößern oder zu drehen. Über den Schraubenschlüssel gelangen Sie in seine Voreinstellungen. Ein Klick auf den Menüpunkt Miniprogramme sperren, den Sie über die rechte obere Ecke erreichen, fixiert die momentane Auswahl an Plasmoiden fest auf dem Desktop.

Abbildung 6: Auf der Plasmoiden-Farm: Über "Miniprogramme hinzufügen" erweitern Sie den Desktop um zahlreiche Plasmoiden mit interessanten Funktionen.

Auch die untere Kontrollleiste besteht aus Plasmoiden. Von rechts nach links finden Sie neben dem Datum eine Energieanzeige (für Laptops), gefolgt von einem kleinen Briefchen, das Systeminformationen anzeigt. Der stilisierte kleiner Monitor mit dem USB-Symbol listet eingehängte externe Geräte auf, wie etwa USB-Sticks und Laufwerke. Über das Informations-Icon rufen Sie Meldungen auf, die Kubuntu gewöhnlich nur kurz anzeigt.

Solche Meldungen erscheinen etwa, wenn aktualisierbare Pakete auf Kubuntus Servern warten. Das ist nach einer Neuinstallation meist der Fall. Steht die Verbindung ins Internet, prüft Kubuntu das automatisch und präsentiert dann eine entsprechende Meldung. Links daneben gibt es ein Symbol für die Netzwerkeinstellungen, auf die wir gleich eingehen. Über den kleinen Lautsprecher stellen Sie den Ton laut oder leise, ein Rechtsklick lässt Sie die Lautstärkeregler anzeigen. Ganz links auf der Kontrollleiste befindet sich der wichtigste Punkt – das K-Menü. Über das starten Sie Programme, rufen die zuletzt bearbeiteten Dokumente auf und verlassen KDE wieder. Alternativ erwecken Sie Programme über [Alt]+[F2] und die Eingabe des Namens zum Leben.

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Kommentare
Video: Howto Install Ubuntu: Karmic Koala 9.10
Nixie Pixel Fan (unangemeldet), Freitag, 08. Januar 2010 14:12:16
Ein/Ausklappen

Ist zwar in englisch, aber trotzdem verständlich und sehr nett anzusehen!

http://www.youtube.com/watch?v=GHYKLlc4kXw


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