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Verwaltungstalent

Bilderverwaltung

16.12.2009
Ordnung ist das halbe Leben – und die andere Hälfte? Zumindest was die Verwaltung der eigenen Bildersammlung angeht, können Sie sich jetzt beruhigt zurücklehnen und den Job an Googles Picasa abtreten.

Google durchforstet nicht nur das Netz und die Landkarten dieser Erde, sondern mit der richtigen Software auch die Fotos auf Ihrem Rechner. Picasa [1] organisiert und sortiert die Bildersammlung, bietet einfache Bildbearbeitungsfunktionen, erstellt Diavorführungen, Collagen, Filme und Geschenk-CDs, übermittelt Bilder zu Picasa-Webalben und Blogs und vieles mehr.

Ein EasyLinux-Artikel aus dem Jahr 2006 stellte Version 2.2 der Bilderverwaltung vor [2]. Sie finden ihn auf der Heft-DVD. Hier besprechen wir die aktuelle Betaversion 3.0 und stellen vor allem neue Funktionen und Features im Vergleich zum Vorgänger heraus. Pakete für Ihre Distribution finden Sie auf der Picasa-Downloadseite [3].

Ordnung im Handumdrehen

Der Bildverwalter legt im Bereich Grafik der Startmenüs einen Eintrag an. Alternativ öffnen Sie das Programm über Eingabe von picasa in ein Schnellstart- oder Terminalfenster. Beim ersten Aufruf müssen Sie den Lizenzbedingungen zustimmen – Picasa ist zwar kostenlos, aber keine freie Software. Über Next und I agree geht's weiter. Die vorliegende Betaversion ist komplett auf Englisch, die Option zur Sprachauswahl ist im Einrichtungsdialog ausgegraut. Ältere Versionen lagen bereits in verschiedenen Sprachen vor, daher ist anzunehmen, dass die finale Version auch wieder Deutsch spricht.

Picasa fackelt nicht lange und durchsucht das komplette Home-Verzeichnis nach Bilddateien. Eine Abfrage, welche Bereiche das Programm durchforsten soll, findet hier nicht statt. Je nach Menge der Grafikdateien dauert der erste Import eine Weile. Picasa sucht in der Voreinstellung nach den Formaten JPEG, TIFF, BMP, PSD, PNG und RAW-Formaten (CRW, NEF usw.). Um auch GIF und TGA mit einzubeziehen, öffnen Sie aus dem Menü Tools den Dialog Options und gehen dort zum Reiter File Types. Per Klick in die jeweilige Checkbox wählen Sie Grafikformate an und ab.

Während Google für Windows-Anwender eine native Version der Fotoverwaltungssoftware bereitstellt, setzen die Linux- und Mac-OS-X-Versionen auf die Laufzeitumgebung Wine. Daher passt Picasa vom Look & Feel her nicht zu den Desktopumgebungen. Das lässt sich aber verschmerzen, zumal das Programm es ermöglicht, die verwendeten Schriften zu konfigurieren. Sind Ihnen die voreingestellten Schriftarten zu klein oder pixelig, passen Sie diese über den Dialog Picasa Font Settings an. Den öffnen Sie über den Eintrag Picasa Font Settings aus der Grafikabteilung des Startmenüs. Unter Screen Resolution erhöhen oder verringern Sie die Auflösung, und auf dem Reiter Menu Font richten Sie die Schriftart und -größe für die Picasa-Menüs ein. Eine Vorschaufunktion am unteren Bildschirmrand hilft beim Einstellen (Abbildung 1). Bestätigen Sie nach Abschluss Ihre Wahl über OK und starten Sie Picasa neu.

Gut organisiert

Im linken Abschnitt des Hauptfensters organisiert Picasa Ihre Bilder in Alben und Ordnern (Abbildung 2). Dabei entsprechen die Ordner (Bereich Folders) den tatsächlichen Verzeichnissen auf Ihrer Festplatte. Änderungen an diesen wirken sich auf die entsprechenden Verzeichnisse aus. Kopieren Sie beispielsweise in der Bilderverwaltung eine Datei von einem Ordner in einen anderen, führt Picasa diese Aktion auch auf der Festplatte aus. Im Gegensatz dazu sind Alben "virtuelle" Ordner und nur in Picasa vorhanden. Wenn Sie Fotos aus einem Album löschen oder verschieben, bleiben die ursprünglichen Dateien davon unberührt.

Ihr Home-Verzeichnis durchsucht Picasa in der Voreinstellung kontinuierlich nach neuen Bildern. Über den Folder Manager nehmen Sie weitere Ordner in diese Liste auf. Darin schließen Sie auch gezielt Unterverzeichnisse aus oder stellen ein, dass Picasa einen Ordner nur einmal scannt.

Den Folder Manager erreichen Sie über das Menü Tools oder über File / Add Folder to Picasa. Links im Dialogfenster finden Sie in einer Baumstruktur sämtliche Verzeichnisse (Abbildung 3). Über die Checkboxen rechts daneben kennzeichnen Sie einen Ordner zum einmaligen Scannen (Scan Once), schließen ihn von der Indizierung aus (Remove from Picasa) oder scannen ihn immer nach neuen Bildern (Scan Always). Sobald Sie auf OK klicken, durchforstet die Bildverwaltung neu hinzugefügte Ordner. Landet, während sie mit Picasa arbeiten, ein neuer Schnappschuss in einem Verzeichnis, welches das Programm immer scannt, blendet es ein kleines Pop-up-Fenster ein, das auf den Import hinweist.

Über View / Folder View wählen Sie zwischen verschiedenen Ansichtsmodi für den linken Navigationsbereich aus. Sie entscheiden hier, ob die Ordner in einer Baumstruktur (Tree View) erscheinen und ob Picasa sie nach dem Erstellungsdatum (Creation Date), den letzten Änderungen (Recent Changes), der Größe (Size) oder dem Namen (Name) sortiert.

Jäger und Sammler

Picasa verwaltet nicht nur Bilder von der eigenen Festplatte, sondern unterstützt Sie auch beim Import von anderen Medien. Die Anwendung überträgt unter anderem Fotos von CDs, DVDs, Speicherkarten und Kameras. Dazu klicken Sie links oben über dem Navigationsbereich auf die Schaltfläche Import. Auf dem gleichnamigen neuen Reiter wählen Sie aus dem Drop-down-Menü Select Device das gewünschte Gerät oder Verzeichnis aus. Eingehängte CDs und DVDs tauchen in dieser Liste genauso auf wie angeschlossene Digitalkameras.

Picasa kommuniziert wahlweise über USB Mass Storage oder über PTP mit den angeschlossenen Kameras, die in der Regel kurz nach dem Einstöpseln im Picasa-Menü zur Verfügung stehen. Gnome-Anwendern kommt eventuell das virtuelle Dateisystem gvfs in die Quere, das seit Gnome 2.22 den Zugriff auf Dateien mit verschiedenen Protokollen ermöglicht. Der Kasten Picasa und Gnome zeigt Lösungsmöglichkeiten.

Um alle Grafikdateien des Datenträgers auf die Festplatte zu transportieren, wählen Sie Import All. Ausgewählte Bilder importieren Sie mit Import Selected. Tipp: Um mehrere Bilder auszuwählen, halten Sie [Strg] gedrückt und klicken mit der Maus die gewünschten Bilder an. Die in der Voreinstellung aktivierte Checkbox Exclude Duplicates bewirkt, dass keine Duplikate auf die Platte wandern – bereits importierte Dateien markiert Picasa dann mit einem roten Kreuz.

Im folgenden Dialog definieren Sie einen Speicherort und optional Zusatzinformationen, wie das Datum, den Ort (Place Taken) und eine Beschreibung (Description). Im unteren Bereich stehen für Geräte ohne Schreibschutz mehrere Checkboxen zur Wahl: Do nothing belässt die Bilder auf dem Medium (Voreinstellung), Safe delete löscht nur bereits importierte Dateien, und Wipe the card löscht alle Fotos auf dem Gerät.

Picasa und Gnome

Wenn Sie unter Gnome eine Digitalkamera anschließen, öffnet sich nach kurzer Zeit ein Dialog, der nachfragt, was Sie als Nächstes tun möchten. In der Voreinstellung bietet die Desktopumgebung an, das Grafikprogramm F-Spot zu starten. Alternativ können Sie die Aktion abbrechen oder das Gerät aushängen. Damit Picasa die Kamera erkennt, klicken Sie auf Aushängen.

Haben Sie bereits zu einem früheren Zeitpunkt über die Checkbox Immer diese Aktion ausführen festgelegt, wie Gnome mit Digitalkameras verfahren soll, öffnen Sie im Dateimanager Nautilus den Konfigurationsdialog über Bearbeiten / Einstellungen. Dort wechseln Sie zum Reiter Datenträger. Wählen Sie aus dem Drop-down-Menü Fotos die Voreinstellung Nachfragen aus, um künftig beim Einstecken der Kamera wieder selbst zu entscheiden.

Alternativ spielen Sie bei eingehängter Kameras die Bilder mit Picasas Importwerkzeug ein. In der Voreinstellung hängt die Desktopumgebung das Gerät jedoch in das versteckte Verzeichnis ~/.gvfs im eigenen Home-Verzeichnis ein. Da Picasa versteckte Dateien und Ordner ignoriert, erzeugen Sie eine symbolische Verknüpfung auf dieses Verzeichnis, der Sie einen anderen, nicht versteckten Namen geben – also einen Namen, der nicht mit einem Punkt beginnt. Am schnellsten geht das auf der Kommandozeile. Öffnen Sie dazu ein Terminal (Anwendungen / Zubehör) und geben Sie den folgenden Befehl ein:

ln -s ~/.gvfs ~/kamera

Den Import erledigen Sie wie beschrieben, wählen aber aus dem Auswahlmenü Select Device den Eintrag Folder und navigieren danach im Dateibrowser zur angelegten symbolischen Verknüpfung.

Ins rechte Licht gerückt

Mit Picasa präsentieren Sie Ihre Schnappschüsse in ansprechenden Diavorführungen. In der rechten Fensterhälfte sehen Sie unter jedem Ordner- oder Albumnamen einen Button namens Play, über den Sie die Vorstellung beginnen. Das Programm schaltet sofort in den Vollbildmodus und zeigt das erste Bild an. Bewegen Sie die Maus an den unteren Fensterrand, erscheinen die Einstellungen der Diaschau.

Mit dem Button Exit ganz links brechen Sie die Präsentation ab. Daneben befindet sich ein Schieberegler, mit dem Sie die Bildgröße verändern. Bewegen Sie den Regler nach rechts, zoomen Sie in das Foto hinein. Am rechten unteren Rand erscheint dann eine Vorschau, in der Sie mit der Maus einen Bildausschnitt wählen (Abbildung 4). Über die beiden Pfeile drehen Sie das Bild rechts oder links herum, daneben befinden sich Buttons, mit denen Sie manuell durch die Fotos blättern können.

Über das Ausklappmenü stellen Sie die Effekte für den Bilderwechsel ein. Wie lange Picasa ein Bild jeweils zeigt, legen Sie über die Plus- und Minuszeichen unter Display fest. Ein Klick auf den Play-Knopf startet schließlich die Vorführung.

In der aktuellen Betaversion ist es nicht möglich, Audiodateien in die Diavorführungen einzubinden. Das Problem ist den Entwicklern bekannt; es taucht in der Liste der Known Issues ("bekannte Probleme") im Downloadbereich [3] auf. Wer die Bilder vom letzten Urlaub also mit stimmungsvoller Musik untermalen möchte, sollte dies in einem separat laufenden Audioplayer tun.

Film ab?

Der Button mit dem Filmstreifen existiert zwar schon, ein Klick darauf zeigt aber lediglich einen Windows-Fehlerdialog. Die Picasa-Homepage informiert: Auch dieses Feature wurde noch nicht integriert, und so müssen sich Anwender der Linux-Betaversion noch ein bisschen gedulden, bevor sie Regisseur spielen dürfen.

Darüber hinweg tröstet vielleicht die Funktion Create Gift CD ("Erstelle Geschenk-CD"), die sich hinter dem Icon mit der CD unter den Alben- oder Ordnernamen versteckt. Ein Klick auf das Symbol teilt das Programmfenster. Im unteren Bereich nehmen Sie nun die Feinabstimmung für das neue Präsent vor (Abbildung 5).

Im ersten Bereich (Selections and Settings) fügen Sie optional zur bereits getroffenen Auswahl weitere Ordner oder Alben hinzu. Klicken Sie dazu auf den Button Add More und markieren Sie dann in der linken Navigationsleiste weitere Sammlungen. Im blauen Trennbalken sehen Sie jeweils, wie viel Speicherplatz die Daten benötigen und ob sie auf eine CD und/oder DVD passen. In der Voreinstellung ist die Option Include Slideshow aktiviert. Wollen Sie ausschließlich die Fotos ohne interaktive Diavorführung auf den Datenträger bringen, entfernen Sie hier das Häkchen. Bleibt die Option aktiviert, erstellt Picasa eine selbstausführende Diaschau (siehe dazu auch Kasten Picasas Geschenk unter Linux auspacken). Aus dem Drop-down-Menü Photo Size wählen Sie die Größe der Bilder aus – bei einer großen Sammlung empfiehlt sich das Verkleinern auf beispielsweise 800 x 600, um alles auf dem Datenträger unterzubringen.

Im zweiten Feld unter dem Trennbalken (Name the Gift CD) geben Sie der CD einen bis zu 16 Zeichen langen Namen. Vermeiden Sie hier und auch für die Alben Sonderzeichen, weil Picasa sonst unter Umständen Schwierigkeiten beim Darstellen bekommt. Ein Klick auf Burn Disc erstellt ein ISO-Image der Zusammenstellung.

Ein Dialogfenster informiert noch einmal über die Datenmenge. Allerdings erwies sich diese Angabe im Test als extrem ungenau. Während das Programm 613 MByte prognostizierte, wurde das Image tatsächlich lediglich 143 MByte groß. Nach dem Klick auf Write öffnet sich ein Dateiauswahldialog, in dem Sie den Zielort für das ISO-Image bestimmen. Für diese Abbilddateien legt Picasa selbstständig das Verzeichnis ISOs im eigenen Home-Verzeichnis an, selbst wenn Sie danach einen anderen Speicherort bestimmen. Falls Sie den Ordner löschen, legt ihn Picasa bei jedem Erstellen einer Geschenk-CD neu an. Die fertige ISO-Datei brennen Sie anschließend mit einem Programm wie K3b oder Brasero.

Picasas Geschenk unter Linux auspacken

Die Option Include Slideshow erstellt eine CD, die unter Windows automatisch nach dem Einlegen eine interaktive Diavorführung startet. Neben einer ausführbaren Datei namens PicasaCD.exe enthält der Datenträger unter anderem eine Autorun-Datei und ein Titelbild im Photoshop-Format (cdgo.psd).

Unter Linux können Sie eine solch multimediale CD ins Dateisystem einhängen und die Bilder aus dem Verzeichnis Pictures betrachten, aber die Diaschau startet nicht. Es ist allerdings möglich, die Vorführung über Wine [4] laufen zu lassen. Dazu installieren Sie über den Paketmanager Ihrer Distribution das gleichnamige Paket und geben anschließend in ein Schnellstart- oder Terminalfenster den folgenden Befehl ein:

wine /media/cdrom/PicasaCD.exe

(wobei Sie das Verzeichnis /media/cdrom/ durch den Ordner ersetzen müssen, in dem die CD/DVD eingebunden wurde). Die Vorführung beginnt sofort im Vollbildmodus. Das Titelbild besteht aus einer Collage der ersten Schnappschüsse der Alben oder Ordner (Abbildung 6). Ein Klick auf einen der Thumbnails startet die Vorführung.

Picasa als Rettungsanker

Auch Picasas Backup-Funktion erzeugt ein ISO-Image zum Brennen. Sie starten den praktischen Helfer über das Menü Tools / Backup Pictures. Im unteren Bereich legen Sie zuerst einen neuen Sicherungssatz (New Set) an oder bearbeiten einen vorhandenen, indem Sie ihn aus dem Drop-down-Menü Backup Set auswählen.

Diese Sicherungssätze enthalten Ordner und/oder Alben. Auf diese Weise können Sie eigene Sammlungen zusammenstellen oder die seit dem Erstellen vorgenommenen Änderungen aktualisieren. Beim Anlegen eines neuen Satzes geben Sie einen Namen an und entscheiden über Klicks in die Checkboxen, ob Sie die Sicherung auf CD/DVD oder einer externen Festplatte (Disk-to-disk backup) speichern möchten. Anschließend definieren Sie darunter, welche Dateitypen die Sicherungskopie berücksichtigt: alle (All File Types), alle Bilder (All Pictures (exclude movies)) oder JPEG-Dateien mit Kamerainformationen.

Danach markieren Sie die Ordner und Alben, die Sie in den Sicherungssatz aufnehmen möchten. Dazu klicken Sie die Elemente einzeln mit der Maus im Navigationsbereich an oder betätigen die Buttons Select All ("wähle alle") oder Select None ("wähle keinen"). Picasa berücksichtigt bei der Sicherung nur die mit einem Häkchen markierten Ordner und Alben.

Der blaue Trennbalken zeigt genau wie beim Erstellen der Geschenk-CDs Informationen zur Speicherauslastung an. Klicken Sie auf die Schaltfläche Burn, öffnet sich ein Dateiauswahldialog, in dem Sie den Speicherort festlegen. Auch in diesem Szenario erstellt Picasa automatisch das Verzeichnis ISOs – egal, ob Sie es verwenden oder nicht.

Unabhängig davon, ob Sie auf CD/DVD oder auf einer externen Platte sichern: Das Ergebnis sieht gleich aus. Picasa legt nicht nur die Bilder im Backup ab, sondern zusätzlich eine Windows-Autostart-Datei sowie eine ausführbare Datei namens PicasaRestore.exe. Letztere verwenden Sie, wie in Kasten Picasas Geschenk unter Linux auspacken beschrieben, auch unter Linux. Der Startbefehl zur Wiederherstellung der Daten lautet dann

wine /media/cdrom/PicasaRestore.exe

wobei wieder der Pfad anzupassen ist. Im folgenden Dialogfenster entscheiden Sie, ob Picasa die Fotos an ihren ursprünglichen Ort kopieren soll (Original locations) oder ob sie in einem anderen Verzeichnis landen (This folder); ein Klick auf Change öffnet ein Auswahlfenster. Bestätigen Sie Ihre Wahl über Next, zeigt Picasa die geplanten Aktionen an (Abbildung 7). Per Klick auf Restore starten Sie die Wiederherstellung.

Ausgeliefert

Am unteren Rand des Hauptfensters bietet Picasa einige Schaltflächen, mit denen Sie Ihre Fotos mehr oder weniger zuverlässig über verschiedene Medien an andere Nutzer verteilen. Klicken Sie etwa auf den Button mit dem Briefumschlag, erscheint ein Dialog, über den Sie die ausgewählten Fotos per Google-Mail-Account oder über ein Mailprogramm verschicken. Letztere Option startet das Standardmailprogramm von KDE oder Gnome, formuliert eine Betreffzeile und eine Nachricht auf Englisch und hängt die ausgesuchten Schnappschüsse an die Mail an.

Ein Klick auf Blog This! öffnet ein Fenster, in das Sie die Zugangsdaten für Googles Blog-Dienst http://blogger.com/ eingeben. Alternativ erstellen Sie in dem Dialog ein neues Konto. Wählen Sie danach eines oder mehrere Bilder in Picasa aus und klicken auf den Blog-Knopf, öffnet sich ein Fenster, das es ermöglicht, einen neuen Blog-Eintrag zu schreiben. Außerdem legen Sie darin die Position des Bilds im Posting fest. Picasa lädt Ihren Eintrag automatisch auf den Server – nach kurzer Zeit erscheint der Eintrag in Ihrem Blog (Abbildung 8).

Genauso komfortabel begleitet Picasa Sie durch die notwendigen Schritte, um ein Picasa-Webalbum anzulegen, Ihren Zugang zu konfigurieren und die Bilder hochzuladen. Dreh- und Angelpunkt ist hier der Button Upload. Beim ersten Aufruf führt Sie der Dialog durch das Erstellen eines Accounts, danach reicht ein Klick auf die Schaltfläche, um Fotos ins Netz zu befördern.

Das Dialogfenster bietet ganz oben ein Drop-down-Menü, in dem Sie, falls vorhanden, Webalben als Ziel auswählen; über den Knopf New rechts daneben legen Sie eine neue Galerie an. Im Ausklappmenü Size to upload im unteren Bereich stellen Sie die Größe der Bilder ein, die Picasa vor dem Hochladen entsprechend verkleinert. Gerade bei größeren Dateien sparen Sie damit zum einen viel Uploadzeit und zum anderen Platz auf dem Server, der in der kostenfreien Variante 1 GByte bereitstellt. Wie viel Platz Ihre Bilder bereits belegen, blendet der Dialog am unteren Rand ein. Picasa bietet im Zusammenhang mit Webalben ein komfortables Feature: Bereits hochgeladene Bilder, Alben oder Ordner versieht das Programm in der Übersicht mit einem kleinen, nach oben gerichteten Pfeil (Abbildung 9).

Wenn Sie Picasa per Klick auf Upload auffordern, die Bilder hochzuladen, blendet das Programm den Upload Manager ein. Dort sehen Sie gerade laufende und abgeschlossene Uploads und eine Checkbox, mit der Sie die Übertragungsgeschwindigkeit drosseln können (Don't eat all my bandwidth, "Verbrauche nicht meine ganze Bandbreite."). Ein Klick auf View Online öffnet das Album im Standardbrowser.

Fazit

Picasa ist viel mehr als eine Bilderverwaltung: Diavorführungen, Backup-Funktion, Kommunikation per Mail, mit dem Blog und Webalbum – das Programm bringt zahlreiche praktische Funktionen mit. Darüber hinaus erleichtern die selbsterklärenden Dialoge und Assistenten die Arbeit, so dass sich auch Einsteiger schnell zurechtfinden. Momentan funktioniert zwar in der Linux-Version noch nicht alles wie vorgesehen, das lässt sich aber leicht verschmerzen. Spendieren die Entwickler der finalen Version noch die deutsche Lokalisierung und bügeln die wenigen Fehler der Betavariante aus, avanciert das Programm zum "must-have" für alle Foto-Enthusiasten.

Glossar

Wine

Mit Wine laufen viele Windows-Programme auch unter Linux. Anders als VMware oder VirtualBox bildet Wine keinen kompletten PC nach – eine Windows-Installation ist nicht nötig. Wine ist somit kein richtiger Emulator, was auch den Namen erklärt: Die Abkürzung steht für "Wine is not an emulator".

ISO-Image

Ein ISO-Image ist eine Datei, die ein komplettes CD- oder DVD-Dateisystem enthält. Die meisten Linux-Distributionen können Sie beispielsweise als ISO-Image von der Projektwebseite herunterladen und dann auf CD oder DVD brennen. Auch eine Sicherheitskopie, die Sie von einer CD/DVD anlegen, speichern Sie als ISO-Image auf der Platte, um dieses bei Bedarf erneut auf einen Rohling zu brennen.

Infos

[1] Picasa-Homepage: http://picasa.google.de/

[2] Grundlagen zu Picasa: Hans-Georg Eßer, "Bilder googlen", EasyLinux 08/2006, S. 64 ff., http://www.easylinux.de/2006/08/064-picasa/

[3] Picasa Download: http://picasa.google.com/linux/download.html

[4] Wine-Artikel: Tim Schürmann, "Beschwipst fensterln", EasyLinux 03/2008, S. 39 ff., http://www.easylinux.de/2008/03/039-wine/

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